MOGiS e.V.

- Eine Stimme für Betroffene

MOGiS e.V. - Eine Stimme für Betroffene; gründet als 'MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren'

Wovon reden wir in dieser Debatte eigentlich?

April 29th, 2009 · → 122 Kommentare · Ein Dossier, Internetsperren, Pressemappe

Oder: Zahlen und Fakten

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(Lieber Leser, der folgende Text setzt sich mit den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auseinander, sollten Sie selber missbrauchsbetroffen sein, dann lesen Sie diesen Text bitte nur vorsichtig, oder auch gar nicht .. )

Wir waren ja schon einmal auf die polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2007 eingegangen. Dabei hatte sich ja schon herausgestellt, dass die Zahlenangaben der Regierung über den Anstieg der Verbreitungsdelikte (behauptete 110%) schlicht falsch ist: die Anzahl Verdachtsfälle für Verbreitung betrug 2872 im Jahr 2007 und 2897 im Jahr 2006. Sie ist also mehr oder weniger konstant geblieben. (es handelt sich dabei wirklich um genau dieselbe  Statistik, die auch von der Regierung gerne zitiert wird!)

(So, jetzt wird es leider unappetitlich)

Bisher ist uns bei der Betrachtung der Statistik ein Punkt entgangen. Das BKA hat die Statistik der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern sehr genau aufgeschlüsselt.

Im Straftatenkatalog findet sich der Schlüssel:

1316 Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern zur Herstellung und Verbreitung pornographischer Schriften § 176a Abs. 3 StGB

Dazu der Absatz 3 des § 176a StGB:

(3) Mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren wird bestraft, wer in den Fällen des § 176 Abs. 1 bis 3, 4 Nr. 1 oder Nr. 2 oder des § 176 Abs. 6 als Täter oder anderer Beteiligter in der Absicht handelt, die Tat zum Gegenstand einer pornographischen Schrift (§ 11 Abs. 3) zu machen, die nach § 184b Abs. 1 bis 3 verbreitet werden soll.

Es handelt sich also um ziemlich genau die Verbrechen, von denen Frau von der Leyen so gerne schwadroniert: Den sexuellen Missbrauch von Kindern um pornographische Schriften zu erstellen. Also der gezielte Missbrauch von Kindern zum Zwecke der Erstellung dieses Materials.

(Um es gleich mal vorweg zu nehmen: beim sexuellen Missbrauch zur Herstellung und Verbreitung kinderpornographischen Materials ist in über 70% der Fälle der Täter aus dem näheren Umfeld des Opfers, also bekannt, oder verwandt! .. mehr dazu aber noch am Ende)

Zum Straftatbestand mit der Ordnungsnummer 1316 gibt es außerordentlich viel Informationen in der o.g. Statistik. Zuerst wollen wir auf den behaupteten Anstieg dieser Straftaten eingehen:

Zeitlicher Verlauf der Straftaten zur Ordnungsnummer 1316

Zeitlicher Verlauf der Straftaten zur Ordnungsnummer 1316

(Wir danken einem fleißigen Leser für das Erstellen der obigen Statistik)

Diese Zahlen kann man mit der Anzahl aller Straftatbestände (Fälle) “sexueller Missbrauch von Kindern” ins Verhältnis setzen:

Straftaten(Gruppen) 2007 2006 Diff. Proz. AQ
1310 Sexueller Missbrauch von Kindern nach §§ 176, 176a, 176b StGB 12.772 12.765 7 0.1% ~82%
1316 Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern zur Herstellung und Verbreitung pornographischer Schriften § 176a Abs. 3 StGB 103 106 -3 -2,80% ~89%

Die weitaus meisten (> 99%) der Kindern werden also missbraucht, ohne dass jemand dies mit einer Verbreitungsabsicht dokumentiert. Das sind in der aktuellen Diskussion die weniger prominenten Schicksale.

Reden wir also zuerst von den Opfern:

Kinder insges. Kinder < 6 Kinder 6 bis < 14 Jugendl.
alle m. w. alle m. w. alle m. w. alle m. w.
1310 voll. 15073 3744 11329 1781 517 1264 13292 3227 10065 9 3 6
1310 vers. 851 245 606 68 28 40 783 217 566 0 0 0
1310 insg. 15924 3989 11935 1849 545 1304 14075 3444 10631 9 3 6
1316 voll. 115 48 67 17 6 11 98 42 56 0 0 0
1316 vers. 5 2 3 0 0 0 5 2 3 0 0 0
1316 insg. 120 50 70 17 6 11 103 44 59 0 0 0

(Die Abkürzung”voll.” steht für vollzogen, “vers.” bezeichnet den Versuch)

Zur Veranschaulichung mag da vielleicht auch folgendes Diagramm dienen:

Verteilung der Opfer nach Alter und Geschlecht

Verteilung der Opfer nach Alter und Geschlecht

(Der Innere Teil des Diagramms zeigt die Verteilung für Straftaten zur Herst./Verbr. .. außen ist die Verteilung für alle Missbrauchsstraftaten)

Bei den Straftaten des sexueller Missbrauchs von Kindern zur Herstellung pornographischer Schriften (Punkt 1316) fällt auf, dass hier fast so viele Jungen wie Mädchen als Opfer betroffen sind.

Die Vermutung liegt nahe, dass dies allgemein bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern der Fall ist, und dass hier, wegen der vorliegenden Missbrauchsdokumentation, die Dunkelziffer bei männlichen Opfern deutlich geringer ist, als sonst üblich.

(Christian dazu: Als Junge gehört sexuelle Selbstbestimmung zum Rollenbild, wenn man als Junge sexuell missbraucht wird, oder sich eben missbrauchen lässt(!), dann ist dies ein Zeichen von Schwäche und kann in eine tiefe Scham münden .. das weibliche Rollenbild hat dagegen Raum für Schwäche)

Nun zu den Tätern (die leider in der Polizeistatistik, wie auch in der Antwort des Familienministeriums an erster Stelle zu stehen scheinen):



insg. Alleintäter polizeibekannt u. Alkohol
1310 sexueller Missbrauch 10455 9826 94,00% 4739 45,30% 888 8,50%
1316 .zur Herst./Verbr. 92 70 76,10% 37 40,20% 2 2,00%

In den 10.455 aufgeklärten Fällen sexuellen Kindesmissbrauches waren 9.826 (94%) mit Alleintätern, in 4.739 (45%) der Fälle war der Täter bereits als Verdächtiger einer vorherigen Straftat bekannt. In 8,5% der Fälle wurde die Straftat unter Alkoholeinfluss begangen. In 20 Fällen wurde eine Schusswaffe mitgeführt.

Bei den 92 aufgeklärten Missbrauchs-Fällen zur Herstellung pornographischen Materials, handelte es sich in 70 Fällen (76%) um Alleintäter. In 37 Fällen (40%) war der Täter bereits polizeibekannt. In nur 2 Fällen wurde unter Alkoholeinfluss gehandelt.

Die folgende Tabelle zeigt die Altersverteilung der Tatverdächtigen:


Geschl. alle <14 14-16 16-18 14-18 18-21 <21 >21
1310 M 8757 660 921 643 1564 654 2878 5879
1310 W 330 53 25 18 43 18 114 216
1310 Sum. 9087 713 946 661 1607 672 2992 6095
1316 M 95 12 8 3 11 6 29 66
1316 W 10 1 0 0 0 0 1 9
1316 Sum. 105 13 8 3 11 6 30 75

(hier wegen der Übersichtlichkeit unterdrückt: die meisten Täter sind männlich und zwischen 20 und 50 -> Christian: das ist irgendwie unheimlich traurig .. bin ja selber ein Mann .. und ich kenne auch Väter, die sich schon nicht mehr trauen, mit ihren Kindern baden zu gehen)

Zur Übersicht hier nochmals die Altersverteilung der Tatverdächtigen als Diagramm:

Das Alter der Tatverdächtigen

Das Alter der Tatverdächtigen

Da gibt es aber auch einige Daten, die uns alarmieren sollten: Bei sexuellem Kindesmissbrauch waren über ein Viertel der ermittelten Tatverdächtigen noch unter 18 Jahren alt, über ein Sechstel war sogar unter 16 Jahre alt! Circa 8% der Tatverdächtigen waren selber noch Kinder!

Dann bleibt noch die Frage zu klären, in welchem Verhältnis die Täter zu Ihren Opfern standen:



alle verwandt bekannt flüchtig unbek. ungeklärt
1310 voll. 15084 2929 4915 1200 4978 1053
1310 vers. 851 44 170 84 468 84
1310 insg. 15935 2973 5085 1284 5446 1137
1316 voll. 115 22 48 10 16 19
1316 vers. 5 0 0 2 1 2
1316 insg. 120 22 48 12 17 21

In über der Hälfte der Fälle war das Opfer mit dem Täter bekannt oder mit ihm/ihr verwandt, dazu auch folgendes Diagramm:

Beziehung des Opfers zum Tatverdächtigen

Beziehung des Opfers zum Tatverdächtigen

Sieht man von den ungeklärten Fällen ab, dann ist beim sexuellen Missbrauch zur Herstellung und Verbreitung kinderpornographischen Materials in über 70% der Fälle der Täter aus dem näheren Umfeld des Opfers, also bekannt, oder verwandt! [70 von 99 {=120 -21}]

Und gegen diesen Missbrauch im Bekanntenkreis soll jetzt eine Sperre im Internet helfen?

Wird hier nicht das Leid unzähliger Kinder bagatellisiert, um in Deutschland eine Infrastruktur zu etablieren, die dem Ausblenden beliebiger Inhalte dienen wird?

Wäre es nicht anstatt dieser unglaublich gefährlichen Symbolpolitik angebracht:

  • Den Opfern echte Hilfe anzubieten?
  • Die Dunkelziffer bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verringern?
  • Die Täter zu verfolgen, anstatt nur der von ihnen verbreiteten Inhalte?
  • Den Pädophilen, die unter Ihren Neigungen leiden, durch Therapie helfen keine Täter zu werden?
  • Unsere Kinder stark zu machen, sodass sie gar nicht die Schwachstellen haben, die Täter benutzen um sich Ihnen zu nähern?

Christian; MOGIS

Achso, Man kann diese Seite auch weiterzwitschern:)

Creative Commons License Dieser Artikel wurde von uns für kommerzielle Nutzungsarten(Zeitung,..) mit der Creative Commons Attribution 3.0 Germany License lizensiert, wir bitten also darum, wenigstens mit dem Namen des Vereins und einem Verweis auf die Vereinswebseite zitiert zu werden... Zur privaten Nutzung ist dieser Text sogar gemeinfrei, er gehört sozusagen bereits Ihnen :)

PS: Jetzt wollen wir doch mal hoffen, dass die CDU den Missbrauchsvorwürfen in Sachsen mit der selben Entschiedenheit nachgeht, wie sie gerade die Sperren durchsetzt! (Vielleicht wollen Sie ja eine Stunde mit folgendem Post und den dortigen Links verbringen.)

Zur weiteren Information (auch für die Suchmaschinen, die hier landen), die entsprechenden Abschnitte aus dem §176 des StGB:

(1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer ein Kind dazu bestimmt, daß es sexuelle Handlungen an einem Dritten vornimmt oder von einem Dritten an sich vornehmen läßt.

(3) In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr zu erkennen.

(4) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer

1. sexuelle Handlungen vor einem Kind vornimmt,
2. ein Kind dazu bestimmt, dass es sexuelle Handlungen vornimmt, soweit die Tat nicht nach Absatz 1 oder Absatz 2 mit Strafe bedroht ist,
3. auf ein Kind durch Schriften (§ 11 Abs. 3) einwirkt, um es zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter oder einem Dritten vornehmen oder von dem Täter oder einem Dritten an sich vornehmen lassen soll, oder
4. auf ein Kind durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen, durch Abspielen von Tonträgern pornographischen Inhalts oder durch entsprechende Reden einwirkt.

(5) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer ein Kind für eine Tat nach den Absätzen 1 bis 4 anbietet oder nachzuweisen verspricht oder wer sich mit einem anderen zu einer solchen Tat verabredet.

(6) Der Versuch ist strafbar; dies gilt nicht für Taten nach Absatz 4 Nr. 3 und 4 und Absatz 5.

(Eigentlich ist es schon interessant, das hier also der Versuch ein Kind für sexuellen Missbrauch anzubieten nicht schon strafbar ist!)

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→ 122 Kommentare bisher ↓

  • Ende von emostar.de - Seite 6 - Emo Forum

    [...] – Wovon reden wir in dieser Debatte eigentlich? (Oder: Zahlen und Fakten) beschäftigt sich mit den Kriminalstatistiken und stellt die berechtigte Frage, wie denn die Zensur [...]

  • Periculum in mora? Blogschau (5/I)

    [...] Recherche widerlegt werden kann. Eine etwas ausführlichere Statistik gibt es von Christian Bahl auf dem Blog “Missbrauchsopfer gegen Internetsperren”. Selbst das CDU-Blog appelliert [...]

  • Paul

    (Christian: Paul, kann es sein, dass du im folgenden Pädophilie und Homosexualität verwechselst? .. Dann liest sich Dein Kommentar etwas anders ..)
    Ok, vielen Dank, Christian! Was mich irritiert, ist, dass in den Medien (fast) immer geschrieben wird, dass es Pädophile wären, die Kinder sexuelle mißbrauchen. Andrerseits habe ich mal gelesen (ich weiß leider nicht mehr wo), dass der Anteil von Pädophilen an den Tätern sehr gering wäre.

    Daher meine (Nach-)Frage, ob es in den BKA Statistiken auch hierzu was gäbe. Durchaus – denke ich – themenrelevant, weil, wenn sich staatlicherseits zur Prävention (z.B. kein Täter werden) ausschließlich auf Pädophile konzentriert wird, obwohl der größte Teil der Täter gar nicht pädophil ist, ist das doch ähnlich populistische Augenwischerei wie sexuell missbrauchte Kinder zu missbrauchen, um Internetzensuren durchzusetzen. Es offenbart doch einmal mehr, dass das Kind dabei offenbar völlig unwichtig ist … tatsächlich habe ich aus persönlichen Erfahrungen noch eine Reihe mehr Zweifel am staatliche Vorgehen zum Schutz von Kindern … aber das würde das Thema total sprengen …

    (Christian: Ansonsten würden wir darauf bestehen, das Pädophilie in diesem Forum nicht verharmlost wird .. egal wie .. da wird ein Kind für die emotionalen oder “sexuellen” Bedürfnisse eines Erwachsenen benutzt!)

  • Paul

    Leider weiß ich jetzt nicht, wie Du dadrauf kommst, ich würde Pädophilie mit Homosexualität verwechseln. Und es geht mir nicht darum irgendwas zu verharmlosen. Mir ging es nur dadrum, staatlicherseits den Stier bei den Hörnern zu packen, anstatt politisch-populistisch sexuellen Missbrauch von Kindern vorzuschieben, um ganz andere Interessen durchzusetzen (darum geht es doch MOGIS). Für effektiven Schutz von Kindern sollte man doch erstmal klären, was die Motive der (potentiellen) Täter sind, um passende Präventivmaßnahmen umzusetzen. Wenn jedoch ausschließlich Pädophile, d.h. Menschen mit emotioneller, sexueller Neigung zu Kindern, behandelt werden, obwohl möglicherweise (hier fragte ich nach Daten) Hetero- und/oder Homosexuelle Menschen aus welchen Motiven auch immer, vielleicht sexueller Frustration, einen viel größeren Anteil an der Täterschaft bilden, könnte der Effekt doch nur marginal sein. Naja, aber vielleicht ist dieser Brocken wirklich zu groß, weil er bei gesellschaftlichen Problemen ansetzen müsste, wenn ich einmal auf ekelias Wörter oben zurück greifen darf…

    (Christian: Hey Paul .. Wenn man sich als Homo- oder Hetero-sexueller Mensch auf Kinder einlässt, dann ist man per Definition pädophil .. diese Begriffe sind othogonal (unabhängig)! .. Auch muss man mental in der Lage sein bestimmte Dinge zu tun, das macht man nicht einfach mal so!)

  • Paul

    Zitat aus dem oben verlinkten Wiki-Artikel zum Thema Pädophilie:

    ” Weitere Verwendungen des Begriffes in der Öffentlichkeit und in den Medien:

    In gesellschaftlichen Debatten und in der Berichterstattung in den Medien wird die Bezeichnung Pädophilie oft nicht im sexualwissenschaftlichen Sinne verwendet, wenn grundsätzlich alle Täter, die Kinder sexuell missbrauchen, als Pädophile bezeichnet werden. Vor allem sexueller Missbrauch innerhalb der Familie wird nicht im sexualwissenschaftlichen Sinne eingeordnet, da es sich hierbei meist um Täter handelt, deren Sexualität primär auf Erwachsene ausgerichtet ist.

    Die von der sexualmedizinschen Definition abweichende Verwendung des Begriffes Pädophilie in den Medien wurde u. a. in der Berichterstattung zu den Verbrechen von Marc Dutroux deutlich. Da dieser in den Medien weltweit als Pädophiler dargestellt wurde, sah sich das abschließende Gutachten, das unüblicherweise von insgesamt vier Psychiatern und einem Psychologen einstimmig verfasst wurde, veranlasst, mit Nachdruck festzustellen, dass er nicht den diagnostischen Kriterien der Pädophilie entspräche, sondern vielmehr ein gegenüber Gewalt empfindungsloser Psychopath, der aus Machtstreben und Geldgier gehandelt habe, allerdings voll schuldfähig sei.

    Auch in der Berichterstattung über Übergriffe von Priestern auf minderjährige Jungen werden diese meistens als pädophile Taten bezeichnet, obwohl eine Studie aufzeigte, dass nur eine Minderheit der Priester, die sexuelle Übergriffe begingen, den diagnostischen Kriterien der Pädophilie entsprechen.”
    (Christian: Es gibt aber immer die Begriffe der normalen Bevölkerung und die der Fachdiskussion .. Als Mathematiker reden ich z.B. auch von Ringen, Gruppen und Körpern .. nur haben diese eine ganz andere Bedeutung als die, mit der man sie in einem nicht-mathematischen Kontext benutzen würde)

    Selbstverständlich sehe ich (ein), dass solche den Täter betreffenden Definition das Opfer herzlich wenig interessiert, weil es einfach keinen Unterschied macht. In Bezug auf (staatlich-gesellschaftliche) Präventiv-Maßnahmen spielen korrekte Definitionen aber sicher eine wichtige Rolle, um effiziente Maßnahmen bezüglich möglichst vieler mentaler Motive ergreifen zu können.
    (Christian: was ändert es denn?)

    Naja, den Rahmen des MOGIS-Projekts sprengt es. Auch das sehe ich ein. Ich wünsche viel Erfolg und unterstütze gerne wo ich kann.
    (Christian: Danke ..)

  • Hintergrundtext: Kinderpornographie & Internet-Sperren : netzpolitik.org

    [...] pro Jahr zwischen 1999 bis 2007. Diese Zahlen zum realen Mißbrauch wurden für 2007 von Christian Bahls nochmals im Detail betrachtet und zeigen, daß mehr als 99% der realen [...]

  • docm

    Hallo,

    eine sehr interessante Aufarbeitung der Statistik.
    Vielen Dank dafür !!!

    Docm

  • Tino Schwarze

    Ich finde die “Schere im Kopf” das übelste Ergebnis der ganzen KiPo-Propaganda. Und das Thema “Väter trauen sich nicht mehr, mit ihren Kindern baden zu gehen” begegnete mir mal auf ganz banale, andere Weise (ich habe selbst bisher keine Kinder und im Allgemeinen recht wenig Begegnungen mit Kindern im Alltag).

    Ich kam aus einem Supermarkt und hatte eine Rolle Kekse und noch paar andere Süßigkeiten für mich gekauft, wollte auf Arbeit gehen. Da kommt mir ein kleines Mädchen aus der nahegelegenen Grundschule entgegen. Ich kannte das Mädchen nicht. Es kam direkt auf mich zu und machte Spaß mit mir. Einfach so. Kindliche Freude.

    Also habe ich ein wenig mit ihr herumgealbert. Was mich echt angekotzt hat, war so eine Stimme in meinem Kopf, die sich gefragt hat, wie das wohl für andere aussieht. (Da war so das medien-geprägte Bild vom netten Mann, der Kinder von der Schule wegfängt.) Hallo? Geht’s noch?

    Wollen wir uns wirklich den Kontakt zu Kindern vermiesen? Viktorianische Zeiten wieder einführen?

    Tino.

  • Netzzensur im Bundestag besprochen « Zivilschein

    [...] zu machen ist; außerdem operieren die Koalitionspolitiker, vor allem seitens der Union, weiterhin munter mit denselben Lügen und abenteuerlichen Behauptungen, die schon längst für alle verfügbar widerlegt [...]

  • Anonymous

    [...] mal die Fakten auf den Tisch zu legen: Vergesst nicht, es weiterzusagen: Wovon reden wir in dieser Debatte eigentlich? MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren [...]

  • Bernd Paysan

    Irgendwie fehlt mir eine Antwortfunktion auf die eingebetteten Kommentare ;-). Also erst mal “Himmel”: Ja, die ist nicht dabei, aber die Statistik stammt von der selben Behörde, mit den selben methodischen Fehlern. So wird bei verschwundenen Kindern ja auch oft pauschal der Verdacht des Missbrauchs mit in die Akte genommen, und dann ist er wohl auch erst mal drin in der Statistik. Die Trennung mit 6 Jahren empfinde ich persönlich als sehr ungeeignet, da kann ich keinen Bezug zu irgendwas erkennen. Grundschulkinder sind für mich nicht mehr oder weniger schutzwürdig als Kleinkinder. Bei 12-14-jährigen habe ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen in dem Alter (siehe unten) eine andere Einstellung.

    Sexualisierte Kinder (“Kinder” im juristischen Sinn): Ja, viele Täter sind über 18. Aber viele junge Menschen auf der Suche nach ersten sexuellen Erfahrungen haben mit ähnlich unerfahrenen Gleichaltrigen ernste Probleme, und suchen sich dann halt ältere Partner (ich habe mit 13 auch ein ähnlich altes Mädchen abgewiesen; wenn sie sich beim Anbaggern nicht derart dämlich angestellt hätte, hätte das durchaus etwas werden können – wenn ich erfahrener gewesen wäre, hätte ich ihre Probleme wohl auch kompensieren können). Das ist so, das ist aber kein Missbrauch im naturrechtlichen Sinne. Im juristischen Sinne hätten wir beide eine Straftat begangen, damals lag die Altersgrenze sogar noch bei 16 – allerdings wohl ohne Konsequenzen für uns, wegen fehlender Strafmündigkeit.

    Zur Philosophie: Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist ein Naturrecht; als Naturrecht ist es IMHO vorrangig vor geschriebenem Recht. Egal ob ein Land Vergewaltigung in der Ehe als legal oder illegal ansieht, das Naturrecht sagt ganz klar, was Sache ist (illegal). Gleiches gilt für mehr oder weniger willkürliche Altersgrenzen oder Altersunterschiedsgrenzen (da gibt’s im Gesetz eine Ü21-U16-Grenze, wenn der zweite Partner noch Jungfrau ist), entscheidend für die naturrechtliche Betrachtung von Kindesmissbrauch ist, ob das betreffende Kind biologisch Kind ist, nicht juristisch. Die UN z.B. betrachtet alles unter 18 als Kind. Das ist jetzt eine Grenze, in der hier in Deutschland nur Geeks noch keine partnerschaftlichen sexuellen Erfahrungen sammeln konnten.

    Wenn man seine eigenen frühen sexuellen Erfahrungen nicht als positiv einordnen kann, hat man da möglicherweise andere Ansichten. Für mich gehört Sexualisierung zur Entwicklung dazu – und bei normalen Biographien wie meiner steht man sich dabei hauptsächlich selbst im Wege, und ist über dieses im-Wege-Stehen mehr frustriert als froh.

    (Christian: Nichts destotrotz finde ich,dass die fein-ausgegliederten Grenzen (14,16,18) bei uns in Deutschland Kinder und Jugendliche zu mindestens zum großen Teil vor sexueller Ausbeutung durch Ältere schützen)

  • Interview mit einem Politikkrieger « At what speed must I live?

    [...] Stopp, Einspruch. Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache. Außerdem ist auch schon sehr häufig angesprochen worden, [...]

  • Ahnung - Ich bin Danny

    [...] sondern unter anderem auch MOGIS, ein Verein von Missbrauchsopfern. Dieser hat übrigens auch einige Zahlen und Fakten zum Thema zusammengetragen. Offenbar gibt es von mehr als 99% der Missbrauchsfälle keinerlei [...]

  • tropfkerze

    Bin sehr beeindruckt von eurer Seite und den Infos, schön aufbereitet.

    Danke!

    Ich sammle die Kriminalstatistiken, bin aber viel zu faul, sie wirklich aufzuschlüsseln.

    Übrigens muss man neuerdings bei Herstellung kinder- bzw. jugendpornographischen Materials die Opfer selbst mitrechnen, die sich per Handy ablichten und im Netz verteilen, sog. Sexting.

  • youtube is censored

    Von Laien regiert ? Mitnichten !!

    U.v.d.Leyen hat sich ganz bewußt dieses Themas angenommen und benutzt es quasi en passant als Einfallstor für weitestgehende Zensur. Jeder der dagegen ist kann leicht als dem Milieu verbunden bzw. zu tolerant, verunglimpft werden.
    Dass die Frau sich mit “gesteuerten Kampagnen” bestens auskennt , sieht man hier: http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2478132/18nebdd/index.html

    Dieser Kommentar wurde bei Youtube nicht angenommen , mehrmalige Versuche scheiterten, der Kommentarblock wechselt die Farbe aber die Weiterverarbeitung wird gestoppt .

    vielleicht liegt es ja an meiner Id, ihr könn es ja selber mal ausprobieren mit copy paste den eintrag unterbringen hier: http://www.youtube.com/watch?v=Z5t0iX_qpAE

    happy networking

  • Internetsperren April 2009: Artikel und Kommentare « Wir sind das Volk

    [...] 29.04.2009 – MOGIS: Wovon reden wir in dieser Debatte eigentlich? [...]

  • fhu’s weblog v3 » Bitte unterschreibt die ePetition gegen falsche Internetsperren

    [...] Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009″ unterzeichnet. Zu der Aktion ein ausgezeichneter Artikel vom Verein MOGIS (MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren), der dezidiert die Hintergründe bei Kindsmißbrauch [...]

  • Das leidige Thema » Denkbeteiligung

    [...] mehr verbreitet als vor 15 Jahren, oder könnte es unter Umständen sein, dass die Zahlen aus den Kriminalstatistiken einfach so gedeutet wurden, sie aber eigentlich “nur” ein Zeichen dafür sind, dass [...]

  • 3 Punkte » Raphael Mack

    [...] mehr verbreitet als vor 15 Jahren, oder könnte es unter Umständen sein, dass die Zahlen aus den Kriminalstatistiken einfach so gedeutet wurden, sie aber eigentlich “nur” ein Zeichen dafür sind, dass [...]

  • SPD-Fraktionssitzung zu Netzsperren « Zivilschein

    [...] Zahlen nicht haltbar seien, insbesondere die immer wieder von Jörg Ziercke genannten 111% nicht, trotzdem wird das Gesetz nach wie vor öffentlich mit ihnen begründet. Warum also plötzlich [...]

  • | CodexHumano | Internetsperrlisten gegen Kinderpornografie – Ein offener Brief an Befürworter |

    [...] Dabei wurde – einer Rasterfahndung gleich – mit einem Schlag gegen 12.000 Verdächtigte ermittelt. Ausdrücklich nur ermittelt, denn es gab keinen einzigen Schuldspruch, wenige Einstellungen gegen Geldbuße, aber sehr viele Verfahrenseinstellungen wegen fehlender Verdachtsmomente. Eine differenzierte Analyse der Kriminalstatistik zeigt, dass es keinen Zuwachs gibt: http://mogis-verein.de/2009/04/29/kern-der-debatte/ [...]

  • Kommentar der Woche (28): mogis « Zivilschein

    [...] erklärte in äußerst lesenswerten Artikeln außerdem, dass Datenschutz immer Opferschutz ist, wie genau Missbrauchsfälle strukturiert sind und wie das mit den Sperrvorhaben zusammenhängt, worin genau die Argumentationen von Ursula von der Leyen falsch liegen, inwiefern die [...]

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