Wovon reden wir in dieser Debatte eigentlich?

Oder: Zahlen und Fakten

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(Lieber Leser, der folgende Text setzt sich mit den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auseinander, sollten Sie selber missbrauchsbetroffen sein, dann lesen Sie diesen Text bitte nur vorsichtig, oder auch gar nicht .. )

Wir waren ja schon einmal auf die polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2007 eingegangen. Dabei hatte sich ja schon herausgestellt, dass die Zahlenangaben der Regierung über den Anstieg der Verbreitungsdelikte (behauptete 110%) schlicht falsch ist: die Anzahl Verdachtsfälle für Verbreitung betrug 2872 im Jahr 2007 und 2897 im Jahr 2006. Sie ist also mehr oder weniger konstant geblieben. (es handelt sich dabei wirklich um genau dieselbe  Statistik, die auch von der Regierung gerne zitiert wird!)

(So, jetzt wird es leider unappetitlich)

Bisher ist uns bei der Betrachtung der Statistik ein Punkt entgangen. Das BKA hat die Statistik der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern sehr genau aufgeschlüsselt.

Im Straftatenkatalog findet sich der Schlüssel:

1316 Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern zur Herstellung und Verbreitung pornographischer Schriften § 176a Abs. 3 StGB

Dazu der Absatz 3 des § 176a StGB:

(3) Mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren wird bestraft, wer in den Fällen des § 176 Abs. 1 bis 3, 4 Nr. 1 oder Nr. 2 oder des § 176 Abs. 6 als Täter oder anderer Beteiligter in der Absicht handelt, die Tat zum Gegenstand einer pornographischen Schrift (§ 11 Abs. 3) zu machen, die nach § 184b Abs. 1 bis 3 verbreitet werden soll.

Es handelt sich also um ziemlich genau die Verbrechen, von denen Frau von der Leyen so gerne schwadroniert: Den sexuellen Missbrauch von Kindern um pornographische Schriften zu erstellen. Also der gezielte Missbrauch von Kindern zum Zwecke der Erstellung dieses Materials.

(Um es gleich mal vorweg zu nehmen: beim sexuellen Missbrauch zur Herstellung und Verbreitung kinderpornographischen Materials ist in über 70% der Fälle der Täter aus dem näheren Umfeld des Opfers, also bekannt, oder verwandt! .. mehr dazu aber noch am Ende)

Zum Straftatbestand mit der Ordnungsnummer 1316 gibt es außerordentlich viel Informationen in der o.g. Statistik. Zuerst wollen wir auf den behaupteten Anstieg dieser Straftaten eingehen:

Zeitlicher Verlauf der Straftaten zur Ordnungsnummer 1316

Zeitlicher Verlauf der Straftaten zur Ordnungsnummer 1316

(Wir danken einem fleißigen Leser für das Erstellen der obigen Statistik)

Diese Zahlen kann man mit der Anzahl aller Straftatbestände (Fälle) “sexueller Missbrauch von Kindern” ins Verhältnis setzen:

Straftaten(Gruppen) 2007 2006 Diff. Proz. AQ
1310 Sexueller Missbrauch von Kindern nach §§ 176, 176a, 176b StGB 12.772 12.765 7 0.1% ~82%
1316 Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern zur Herstellung und Verbreitung pornographischer Schriften § 176a Abs. 3 StGB 103 106 -3 -2,80% ~89%

Die weitaus meisten (> 99%) der Kindern werden also missbraucht, ohne dass jemand dies mit einer Verbreitungsabsicht dokumentiert. Das sind in der aktuellen Diskussion die weniger prominenten Schicksale.

Reden wir also zuerst von den Opfern:

Kinder insges. Kinder < 6 Kinder 6 bis < 14 Jugendl.
alle m. w. alle m. w. alle m. w. alle m. w.
1310 voll. 15073 3744 11329 1781 517 1264 13292 3227 10065 9 3 6
1310 vers. 851 245 606 68 28 40 783 217 566 0 0 0
1310 insg. 15924 3989 11935 1849 545 1304 14075 3444 10631 9 3 6
1316 voll. 115 48 67 17 6 11 98 42 56 0 0 0
1316 vers. 5 2 3 0 0 0 5 2 3 0 0 0
1316 insg. 120 50 70 17 6 11 103 44 59 0 0 0

(Die Abkürzung”voll.” steht für vollzogen, “vers.” bezeichnet den Versuch)

Zur Veranschaulichung mag da vielleicht auch folgendes Diagramm dienen:

Verteilung der Opfer nach Alter und Geschlecht

Verteilung der Opfer nach Alter und Geschlecht

(Der Innere Teil des Diagramms zeigt die Verteilung für Straftaten zur Herst./Verbr. .. außen ist die Verteilung für alle Missbrauchsstraftaten)

Bei den Straftaten des sexueller Missbrauchs von Kindern zur Herstellung pornographischer Schriften (Punkt 1316) fällt auf, dass hier fast so viele Jungen wie Mädchen als Opfer betroffen sind.

Die Vermutung liegt nahe, dass dies allgemein bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern der Fall ist, und dass hier, wegen der vorliegenden Missbrauchsdokumentation, die Dunkelziffer bei männlichen Opfern deutlich geringer ist, als sonst üblich.

(Christian dazu: Als Junge gehört sexuelle Selbstbestimmung zum Rollenbild, wenn man als Junge sexuell missbraucht wird, oder sich eben missbrauchen lässt(!), dann ist dies ein Zeichen von Schwäche und kann in eine tiefe Scham münden .. das weibliche Rollenbild hat dagegen Raum für Schwäche)

Nun zu den Tätern (die leider in der Polizeistatistik, wie auch in der Antwort des Familienministeriums an erster Stelle zu stehen scheinen):



insg. Alleintäter polizeibekannt u. Alkohol
1310 sexueller Missbrauch 10455 9826 94,00% 4739 45,30% 888 8,50%
1316 .zur Herst./Verbr. 92 70 76,10% 37 40,20% 2 2,00%

In den 10.455 aufgeklärten Fällen sexuellen Kindesmissbrauches waren 9.826 (94%) mit Alleintätern, in 4.739 (45%) der Fälle war der Täter bereits als Verdächtiger einer vorherigen Straftat bekannt. In 8,5% der Fälle wurde die Straftat unter Alkoholeinfluss begangen. In 20 Fällen wurde eine Schusswaffe mitgeführt.

Bei den 92 aufgeklärten Missbrauchs-Fällen zur Herstellung pornographischen Materials, handelte es sich in 70 Fällen (76%) um Alleintäter. In 37 Fällen (40%) war der Täter bereits polizeibekannt. In nur 2 Fällen wurde unter Alkoholeinfluss gehandelt.

Die folgende Tabelle zeigt die Altersverteilung der Tatverdächtigen:


Geschl. alle <14 14-16 16-18 14-18 18-21 <21 >21
1310 M 8757 660 921 643 1564 654 2878 5879
1310 W 330 53 25 18 43 18 114 216
1310 Sum. 9087 713 946 661 1607 672 2992 6095
1316 M 95 12 8 3 11 6 29 66
1316 W 10 1 0 0 0 0 1 9
1316 Sum. 105 13 8 3 11 6 30 75

(hier wegen der Übersichtlichkeit unterdrückt: die meisten Täter sind männlich und zwischen 20 und 50 -> Christian: das ist irgendwie unheimlich traurig .. bin ja selber ein Mann .. und ich kenne auch Väter, die sich schon nicht mehr trauen, mit ihren Kindern baden zu gehen)

Zur Übersicht hier nochmals die Altersverteilung der Tatverdächtigen als Diagramm:

Das Alter der Tatverdächtigen

Das Alter der Tatverdächtigen

Da gibt es aber auch einige Daten, die uns alarmieren sollten: Bei sexuellem Kindesmissbrauch waren über ein Viertel der ermittelten Tatverdächtigen noch unter 18 Jahren alt, über ein Sechstel war sogar unter 16 Jahre alt! Circa 8% der Tatverdächtigen waren selber noch Kinder!

Dann bleibt noch die Frage zu klären, in welchem Verhältnis die Täter zu Ihren Opfern standen:



alle verwandt bekannt flüchtig unbek. ungeklärt
1310 voll. 15084 2929 4915 1200 4978 1053
1310 vers. 851 44 170 84 468 84
1310 insg. 15935 2973 5085 1284 5446 1137
1316 voll. 115 22 48 10 16 19
1316 vers. 5 0 0 2 1 2
1316 insg. 120 22 48 12 17 21

In über der Hälfte der Fälle war das Opfer mit dem Täter bekannt oder mit ihm/ihr verwandt, dazu auch folgendes Diagramm:

Beziehung des Opfers zum Tatverdächtigen

Beziehung des Opfers zum Tatverdächtigen

Sieht man von den ungeklärten Fällen ab, dann ist beim sexuellen Missbrauch zur Herstellung und Verbreitung kinderpornographischen Materials in über 70% der Fälle der Täter aus dem näheren Umfeld des Opfers, also bekannt, oder verwandt! [70 von 99 {=120 -21}]

Und gegen diesen Missbrauch im Bekanntenkreis soll jetzt eine Sperre im Internet helfen?

Wird hier nicht das Leid unzähliger Kinder bagatellisiert, um in Deutschland eine Infrastruktur zu etablieren, die dem Ausblenden beliebiger Inhalte dienen wird?

Wäre es nicht anstatt dieser unglaublich gefährlichen Symbolpolitik angebracht:

  • Den Opfern echte Hilfe anzubieten?
  • Die Dunkelziffer bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verringern?
  • Die Täter zu verfolgen, anstatt nur der von ihnen verbreiteten Inhalte?
  • Den Pädophilen, die unter Ihren Neigungen leiden, durch Therapie helfen keine Täter zu werden?
  • Unsere Kinder stark zu machen, sodass sie gar nicht die Schwachstellen haben, die Täter benutzen um sich Ihnen zu nähern?

Christian; MOGIS

Achso, Man kann diese Seite auch weiterzwitschern:)

Creative Commons License Dieser Artikel wurde von uns für kommerzielle Nutzungsarten(Zeitung,..) mit der Creative Commons Attribution 3.0 Germany License lizensiert, wir bitten also darum, wenigstens mit dem Namen des Vereins und einem Verweis auf die Vereinswebseite zitiert zu werden... Zur privaten Nutzung ist dieser Text sogar gemeinfrei, er gehört sozusagen bereits Ihnen :)

PS: Jetzt wollen wir doch mal hoffen, dass die CDU den Missbrauchsvorwürfen in Sachsen mit der selben Entschiedenheit nachgeht, wie sie gerade die Sperren durchsetzt! (Vielleicht wollen Sie ja eine Stunde mit folgendem Post und den dortigen Links verbringen.)

Zur weiteren Information (auch für die Suchmaschinen, die hier landen), die entsprechenden Abschnitte aus dem §176 des StGB:

(1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer ein Kind dazu bestimmt, daß es sexuelle Handlungen an einem Dritten vornimmt oder von einem Dritten an sich vornehmen läßt.

(3) In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr zu erkennen.

(4) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer

1. sexuelle Handlungen vor einem Kind vornimmt,
2. ein Kind dazu bestimmt, dass es sexuelle Handlungen vornimmt, soweit die Tat nicht nach Absatz 1 oder Absatz 2 mit Strafe bedroht ist,
3. auf ein Kind durch Schriften (§ 11 Abs. 3) einwirkt, um es zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter oder einem Dritten vornehmen oder von dem Täter oder einem Dritten an sich vornehmen lassen soll, oder
4. auf ein Kind durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen, durch Abspielen von Tonträgern pornographischen Inhalts oder durch entsprechende Reden einwirkt.

(5) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer ein Kind für eine Tat nach den Absätzen 1 bis 4 anbietet oder nachzuweisen verspricht oder wer sich mit einem anderen zu einer solchen Tat verabredet.

(6) Der Versuch ist strafbar; dies gilt nicht für Taten nach Absatz 4 Nr. 3 und 4 und Absatz 5.

(Eigentlich ist es schon interessant, das hier also der Versuch ein Kind für sexuellen Missbrauch anzubieten nicht schon strafbar ist!)

123 Responses to Wovon reden wir in dieser Debatte eigentlich?

  1. Ich habe noch mehr solche Dinge zusammengetragen u.a. den zeitlichen Verlauf der Statistiken hinsichtlich dieses realen Mißbrauchs und auch die anderen Quellen, auf die sich das Ministerium stützt … Zeit zum Zusammenschreiben müßte man finden. (Christian: Naja .. für viel Statistiken dürfe es jetzt eh fast zu spät sein ..)

  2. Danke für die Aufstellung dieser Statistik, ab von der Thematik, vielleicht magst du die Zahlen noch durch Google Charts API jagen damit man einfache, leicht zu verstehende Grafiken bekommt die auch der letzte Politiker noch versteht.

    http://code.google.com/intl/de-DE/apis/chart/ (Christian: naja .. habe ich für die Standorte der Server ja mal gemacht .. wäre mir jetzt aber zu umständlich .. wenn jemand was geeignetes sponsort, dann kommt es natürlich in den Artikel hinein)

    Nils

  3. Pingback: Compyblog

    • Hallo Inatanz, es ist leider noch viel schlimmer. Vor etwa 5 Jahren auf einem Elternabend an einer Grundschule zum Thema “nein sagen” fragte eine Mutter allen Ernstes, ob sie Ihre Tochter im Grundschulalter mit Ihrem Vater gemeinsam baden lassen solle. Das Kind würde doch einen Schaden weghaben, wenn der Vater einen Ständer bekäme. Damals ging mir der Kinnladen nach unten ob solch einer Phantasie.

  4. Ich kann mich auch nur bedanken, dass du dich durch die Zahlen durchgearbeitet hast. Zu dem Thema Statistiken verweise ich mal auf die Ticker-Meldung, dass die IWF aus UK im letzten Jahr übrigens weniger Internetseiten mit Kinderpornografischem Material gezählt hat: http://www.heise.de/newsticker/Internet-Watch-Foundation-zaehlt-weniger-Kinderporno-Seiten–/meldung/137021 Zensursula behauptet ja auch hier gerne mal das Gegenteil.

  5. Pingback: Polizeistatistiken mal aufgeschlüsselt (via MOGIS) at zensursu.la

  6. Falls du es nicht selbst liest: http://blog.fefe.de/?ts=b70652b6 (Christian: Oh danke .. schön .. )

  7. Ist es erlaubt, den Beitrag, ordentlich formatiert, auszudrucken? Würde den nämlich gerne mal meinem Bundestagsabgeordneten zukommen lassen. Ruhig ein bisschen innenparteiische Opposition kreieren! .Sheak

    (Christian: ist CC-BY oder CC-0 also gemeinfrei .. Namensnennung wäre aber wirklich hilfreich für unsere zukünftige Arbeit als Verein)

  8. annarose

    fefe bringts wieder mal auf den punkt. du hast gerockt! aber so was von :)

    Danke für deine Arbeit.

  9. Pingback: Mijn standpunt - politiek, leven ...

  10. Pingback: c0t0d0s0.org

  11. Pingback: Schweigen bedeutet immer Zustimmung

  12. Pingback: Missbrauchsopfer gegen Netzsperren bringen Statistik raus - Abends im Wohnzimmer

  13. Nun, Danke für deine Mühen, aber… glaubst du, es hilft wirklich weiter? Mittlerweile sollte es doch wirklich jedem hirnamputierten Blödleser klar sein, worum es hier geht. Naja, in unserm aller Interesse hoffe ich einfach mal auf ‘JA!’ :)

    Andreas http://tinyurl.com/camxkj/

    (Christian: Nicht verzagen, Wir schaukeln das .. Lasst uns die Fünfte Macht im Staat sein .. Wir sind das Volk!)

  14. Pingback: Datenlage zum Kindesmissbrauch - Technology

  15. Pingback: » Kurz verlinkt: »Wird hier nicht das Lei … Nachtwächter-Blah

  16. Auch von meiner Seite herzlichen Dank für die Aufarbeitung dieser Daten

  17. Pingback: robert.schuppenies.de - weblog » Wovon reden wir in dieser Debatte eigentlich?

  18. Pingback: Ich hätte gerne eine Namensänderung « Urs1798’s Weblog

  19. Ja, auch von mir. Danke – und tiefen Respekt für den Mut, der dahintersteckt, sich als Opfer damit zu beschäftigen.

    Ich weiß, ich hätte ihn nicht. Und ich bin Angehörige einer Betroffenen.

    (Christian: Ja, ich war auch sehr traurig nach dem Schreiben des Artikels .. Euer Feedback ist aber gut für mich :))

  20. Whereistheguru

    Toller Artikel nur in einem Punkt kann ich nicht zustimmen: Pädophilie ist eine Veranlagung keine Geisteskrankheit, das heißt du kannst sie nicht therapieren. Das wäre so als würde man versuchen einen homosexuellen zu heilen. Trotzdem ist die Vergewaltigung von Kindern abartig. (Christian: Wir sprechen nicht von Therapie der Pädophilie .. es geht um die Art und Weise wie der Impuls umgelenkt wird .. eben: kein Täter werden!)

  21. Autolykos

    Kudos. Auch wenn es wohl hauptsächlich die Leute erreichen wird, die ohnehin schon an der Debatte beteiligt sind (ich werde aber versuchen, das Wort weiterzutragen), ist es doch schön, schwarz auf weiß zu sehen, daß Zensursula merkbefreiten Stuss daherredet (Hanlon’s Razor: “Never attribute to malice what is equally explained by stupidity”), anstatt es nur zu vermuten. Ich finde es großartig, daß du diese Arbeit machst, denn die meisten anderen Leute müssen sich dann den Verdacht anhören, daß sie selbst Täter seien, wenn sie sich für ihre Rechte und ihre Freiheit einsetzen.

  22. Danke, das wenigstens Du – anstelle der Menschen, denen ich dafür völlig überhöhte Gehälter zahle – Dich des Themas mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und Sachbezogenheit annimmst. Den vorgeschlagenen Alternativen zur aktuellen Symbolpolitik (eigentlich der politischen Nutzung) muss ich uneingeschränkt zustimmen. Eine tatsächlich zumindest symbolische Politik wäre es, die geradezu lächerliche Mindeststrafe von 90 Tagen anzuheben (ich persönlich halte davon natürlich weniger als von einer zwingenden Therapievorgabe, hier nötigenfalls eben in der geschlossenen). Da muss ein Alkoholiker, der im Supermarkt eine Flasche Schnaps einsteckt, mit einer härteren Bestrafung rechnen.

  23. Super, Danke! Du bringst es auf den Punkt!

    • @ inatanz: “dass solche Bedenken irrational sind”

      Durch Frau v.d. Leyens Art, die Debatte zu führen, schafft Frau v.d.Leyen eine Atmosphäre der Angst. Das kann bei Männern dazu führen, daß sie, aus Angst pädosexueller Neigungen geziehen zu werden, nicht mehr mit ihren Kindern gemeinsam baden.

      Weil diese Angst als Folge des vdLeyenschen Vorstoßes auftritt, ist es durchaus berechtigt, sie (die Angst) zu thematisieren..

      Natürlich ist die Angst irrational, denn Irrationalität ist, was Frau v.d. Leyen bezweckt, weil ihr Vorstoß keinerlei Wirkmechanismen enthält, die einer rationalen Überprüfung (unter der Annahme das die Bekämpfung der KiPo im Inet ihr Ziel sei) stand hielten.

  24. Danke für den Artikel. Hoffentlich kommt solche Information auch an die Masse an und nicht nur an die Minderheit, die bewust speziell nach kritischen Meinungen zum Thema Datenschutz, Zensur und versteckte Diktatur suchen.

    Weiter so! (Christian: Ach, wir sind ja schon sehr erfolgreich .. 3-mal Fernsehen .. und diese Webseite gibt es noch keine 4 Wochen :))

  25. Pingback: STOPP!! .. Zensur ??? - www.computerschutz.net - Strategie statt Lethargie

  26. Bravo ! Wirklich Prima, ein tolle Analyse. Damals gab es viele Videoabende mit Freunden. Für den Input war die örtliche Videothek zuständig – auch da fragten wir uns oft: „Kann es sein, dass hier die 2fache Menge textfreier Rollenspiele zum Verleih angeboten werden, als Komödien, Thriller oder Dramen..? ..vielleicht wolle man die Gesellschaft versauen“ Quatsch, dachte man sich natürlich – doch so dumm war dieser Gedanke gar nicht – Jedes Leihvideo ist mit einer Altersfreigabe versehen… und dazu bin ich auch fündig geworden… Ich leite das nur mal eben ein und verweise dann auf ein Pdf – (wäre etwas viel Text für ein Kommentar)

    Selbstkontrolle der Rundfunk und Fernsehanstalten (FSK) Verantwortlich für die Programmgestaltung der Rundfunk- und Fernsehanstalten ist jeweils der leitende Intendant. Er wird von Rundfunk- Verwaltungs- und Programmbeiträgen kontrolliert bzw. beraten, die ihrerseits zuverlässige Repräsentanten der verschiedenartigen gesellschaftlichen Gruppierungen sind. Die Verschiedenartigkeit dieser gesellschaftlichen Verbände ist der »pluralistischen Gesellschaft« von besonderem Reiz, da man allerorten feststellen kann, welche unterschiedlichen politischen Positionen von Kirchen, Gewerkschaften, Parteien, sonstigen Interessenverbänden und Länderverwaltungen in diese Gremien eingebracht und zum »agreement« in Personalpolitik und Sendeplänen verarbeitet werden. Mag auch hier die Verwunderung des kleinen Moritz nicht zählen, so ist es doch schon sehr bedenklicher, wenn ein Jurist (Starck) in einem wissenschaftlichen Buch „Herrschaft und Kritik, Probleme der Rundfunkfreiheit“ (Frankfurt 1974) zum Ergebnis kommt, „daß die rechtliche Organisation der gesellschaftlichen Kontrolle des Rundfunks und Fernsehens in vielen Fällen nicht den vom Bundesverfassungsgericht aufgestellten Maximen entspricht. – Viele Rundfunkgremien (sind) verfassungswidrig besetzt.“[1]

    „In der Bundesrepublik liefert das Fernsehen wöchentlich 400 Gewaltverbrechen frei Haus. Untersuchungen von ARD und ZDF zeigten, daß 25% der Kinder zwischen drei und neun Jahren zwei Stunden und länger, 47% ein bis zwei Stunden und 95% bereits im Vorschulalter 45 Minuten täglich fernsehen.“[2]

    Selbstkontrolle der Rundfunk und Fernsehanstalten

    Mit besten Grüßen
    Andreas

    (Christian: oha .. der war jetzt aber lang .. ob das jetzt jeder verstehen konnte?)

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  28. Pingback: Eintrag "Antworten zu Netzsperrenfragen auf Abgeordnetenwatch" auf Webrocker

  29. Pingback: Sil53r Surf3r

    • Hallo inatanz, das mit dem angesprochen fühlen ist so eine Sache. Als Mitglied der Gesellschaft ist mensch immer davon abhängig was andere sagen oder denken könnten. Das mit den angesprochen fühlen…naja, ich hoffe nicht, dass damit gemeint ist, nur Pädophile fühlen sich davon angesprochen. Da “steht man drüber” ist nicht so einfach insbesondere, wenn es sich um den Vorwurf des Missbrauchs/der Pädophilie handelt. Ein Freund von mir ist Schwimmlehrer. Mittlerweile ist es soweit, dass er sich nicht mehr wirklich traut, die Kinder, wenn sie erfolgreich oder eben auch nicht erfolgreich waren, zu umarmen. Und das wird insbesondere dann auch nochmal brenzliger, wenn sich beide Seiten in Badebekleidung befinden. Das nicht etwa weil, wie Sie es in meiner lesart suggerieren, er pädophil veranlagt ist, sondern weil er schlicht und ergreifend nicht weiss, wie das von den Anwesend Erwachsenen aufgenommen wird. Was ich damit sagen will ist ganz einfach, es gibt immer überbesorgte Eltern oder auch Spinner im Allgemeinen, die alles und jeden misstrauisch beäugen. Und seien wir doch ehrlich, wenn der Schwimmlehrer ihrer Kinder (oder der Kinder ihrer Freunde) unter dem Verdacht steht, Kinder unangemessen berührt zu haben, weil irgendeine überbesorgt Mutter irgendwas gesehen haben will, ist (salopp ausgedrückt) High Noon. Die Existenz dieser Person ist schlicht und ergreifend zerstört.

      Es ist gut, richtig und wichtig, dass ihr Partner gemeinsam mit ihrem Kind badet. Aber wie reagieren Sie oder ihre Umgebung, wenn der Onkel, Patenonkel, Opa das gleiche macht???

    • Wer sich nicht traut verliert? Dir ist schon klar, dass diese Aussage ziemlich engstirnig ist oder? Dazu dann noch, dass man nur Angst haben sollte, wenn man sich angesprochen fühlt ist das zweite. Wie schnell kann ein außenstehender oder eine außenstehende das Verhalten eines Vaters (oder eventuell nur Stiefvaters) mal schnell missdeuten. Da ist dann schnell mal in der Nachbarschaft das Gesprächsthema “Du der hat seine Tochter/die Tochter seiner Lebensgefährtin komisch angefasst” und aus genau solchen Aussagen wird dann ganz schnell Rufschädigung, dass Problem ist nur, dass man davon eigentlich nie wieder los kommt.

      Das ganze geschieht, weil sich ein großteil der Gesellschaft nicht richtig mit dem Thema außeinandersetzt sondern durch die Aussagen und Zahlen von v.d.L. in Panik versetzt wird.

  30. Pingback: Zahlen zu sexuellem Kindesmissbrauch und zur Kinderpornographie  uteles Blog 

  31. Pingback: Twitted by usuallyuseless

  32. Christian, ich habe mal drei Diagramme aus deinen Zahlen erstellt, siehe auch Trackbacklink. Wenn du die hier noch mit einbauen willst, kannst du das gern machen.

    (Christian: naja .. hmmm .. sie sind leider nicht so übersichtlich .. geht wahrscheinlich auch schwierig das hinzubekommen .. hier aber der Link zu deinem Blog: http://www.utele.eu/blog/nachdenkliches/zahlen-zu-sexuellem-kindesmissbrauch-und-zur-kinderpornographie ) (Christian: PS: .. das mit den Jugendlichen als Opfern von Kindesmissbrauch ist etwas seltsam .. wenn jemand weiss woher diese Zahlen kommen {Jugendliche, die als Kind erlittenen Missbrauch anzeigen?} -> Nachricht auch gerne anonym an uns)

  33. Danke!

  34. Danke fuer die sehr wichtige Arbeit!

    Wo gibt es denn Aufnahmen der Fernsehsendungen/Interviews im Netz? Ich kann bisher nichts finden.

    (Christian: Hier: /blog/2009/04/29/presse-ruckspiegel/ .. Der Link ändert sich aber ab und zu)

    • wer greift dich an? So ist es, wenn man alles persönlich nimmt. Kannst du nicht neutral disskutieren. Habe ich mich hier schonmal persönlich angegriffen gefühlt, ich glaube nicht. ich versuche nur meine Meinung darzustellen, ohne mich selbst zu bemitleiden.

    • Das es nichts mit Kindesmissbrauch zu tun hat (also dem Missbrauch als Solches) ist uns schon klar, darum geht es sogar zum Teil, denn wie Laura in ihrem Kommentar schon sehr schön geschrieben hat sind es die hypersensiblen Menschen die eben aus allem gleich Missbrauch machen (oder eben Missbrauch schreien) und dieses Verhalten wird durch die Panikmache und vor allem völlig falsche Darstellung von v.d.L. geschaffen.

      Aber für diese Argumente scheint ja kein Durchkommen zu sein.

  35. Die Anzahl der Fälle, bei denen Kinder zur Herstellung von KiPo mißbraucht wurden, hat laut Statistik um 2,8% abgenommen. Frau von der Leyen behauptet hingegen (und mithilfe derselben Statistik), er habe um 110% zugenommen? Verstehe ich das richtig?

    (Christian: Naja, das ist jetzt vielleicht etwas zugespitzt formuliert .. aber ungefähr so verhält es sich bei Frau v.d.L. bezüglich des feinen Unterschiedes zwischen Besitz/-verschaffung Verbreitung)

  36. Hallo Blogger,

    Bitte beantwortet mir eine Frage:

    WIE könnt ihr/wir/man diese Informationen an Frau Von Der Leyen heranbringen? Hat diese Frau keine Berater? Sie kann doch als verantwortliche Volksvertreterin nicht im Ernst derart falsch beraten einen populistischen Feldzug durchziehen. Das Nervt langsam gewaltig und kann als grob Fahrlässig bezeichnet werden. Muss man das durchgehen lassen?

    Wie wäre es mit einer Demo vor ihrem Büro zur Übergabe eines Briefes, in dem die ganzen Fakten stehen, vor denen Sie sich so vehement verschließt?

    Man ist ist ja der Meinung, daß Von Der Leyen gerade einen wichtigen Beitrag zur Voranbringung des modernen Überwachungsstaates leistet. Dieses und andere Ereignisse in der jüngeren Politik, wie zb Vorratsdatenspeicherung gehen an uns vorüber, ohne dass die Bevölkerung irgend etwas dagagan unternimmt. Ausser Reden. Wann stehen wir auf? Wer steht auf?

    Stimmt es wirklich, was in diesen Blogs steht, ist es wirklich so dramatisch? Wenn ja, wann steht jemand/ihr/wir auf und sagt, ich beginne jetzt, mich gegen Desinformation und Lügenpolitik mit gezielter Aufklärung zur wehr zu setzen?

    (Christian: Es ist wirklich so dramatisch .. und es stehen schon eine ganze Menge Leute auf .. eben auch Wir bei MOGIS .. Es steht auch Dir frei, Dich jemandem anzuschliessen, der etwas tut .. Nichtbetroffene fühlen sich vielleicht auch beim AK Zensur ganz wohl :))

  37. Ok. Konkret. Liebe Leute, lasst uns WAS TUN:

    1.Lasst uns einen Fachmann bestimmen, der Beiträge entgegen nimmt, um sie zu einem “Papier für Von Der Leyen” zu verarbeiten. Wer kann das sein und wie finden wir ihn? Wer will so einen Job machen?

    • Worum geht es eurer Meinung nach “eigentlich” in dieser KiPo-Debatte?
    • Worin besteht die Falschinformation?
    • Welche Gefahren bergen Von Der Leyens Vorgehen?
    • Wie kann das abgewendet werden?
    1. Lasst uns Bundesweit über Blogs zu einer Papier-Übergabedemo vor ihrem Haus einladen.

    Und zwar am 6. Juni 09

    Richtig ankündigen, hinfahren, friedlich bleiben, aber zeigen, dass die Bürger dieses Landes aufstehen können, wenn Politiker sie für blöd verkaufen wollen.

    Ich bin bereit, die Diskussion aufzunehmen. renemareau@yahoo.de 01636917106

    (Christian: Ach, vergiss Frau von der Leyen .. die steht schon seit Monaten einer Kommunikation nicht mehr offen! .. http://mogis-verein.de/e-mail-20090413/ .. http://mogis-verein.de/e-mail-20090413/antwort-20090417/ .. http://de.mogis.wikia.com/wiki/Reaktion20090417#Vorneweg ..) (Christian: Auch ist das mit der Frau von der Leyen durch .. Wir müssen jetzt an die Leute im Wirtschafts-, Innen-, Medien-, Rechts-ausschuss .. in der Reihenfolge .. .. und an die paar Abgeordneten, die sonst noch etwas zu sagen haben)

  38. Pingback: Eintrag "Das Internetuserbild der Frau von der Leyen - Update" auf Webrocker

  39. raz0rsedge

    Danke für die großartige Aufklärungsarbeit,

    vielleicht rüttelt sie den einen oder anderen Egalo mal endlich wach, ich hoffe immer noch!

  40. Pingelich

    Saubere Arbeit!!!

    Kleine Anmerkung: Du gibst die Prozentwerte mit 2 Nachkommastellen an, rundest diese aber auf 0,5% Werte. Das finde ich ziemlich unsauber.

    Beispiel: 2 von 92 ist nicht 2,00% sondern entweder 2,17%, 2,2% oder 2% (Christian: es gibt den Unterschied zwischen den Zahle aus der Statistik .. und den Zahlen im Text .. die Zahlen in der Tablle sind aus der Original-PKS .. Im Text haben meines Erachtens soviele Nachkommastellen nichts zu suchen, da habe ich gerundet )

    Schönen Gruß

  41. Pingback: Nachgehakt

  42. Anaphyis

    Sehr interessant in dem Zusammenhang ist die Entwicklung von 1316 in den letzten Jahren:

    http://chart.apis.google.com/chart.

    Die Tendenz ist nicht konstant sondern seit 2004 fallend (Christian: Oh schön .. werkel .. schraub ..)

  43. Pingback: blog.unkreativ.net » MOGIS über das, über was wir reden sollten…

    • was willst du? Das ist ja wohl klar. Interessante Auseinandersetzung. Was sagen Dein Sätze ohne Inhalt?

  44. So ein Schwachsinn, dass es Väter gibt, die sich nicht trauen mit ihren Kindern zu baden. Wenn dem so ist, dann frage ich mich warum? Also mein Freund badet mit unserer Tochter und jeder/jede kann das selbst entscheiden und tun, wenn die Kinder nicht lieber alleine baden. wollen, Dein kleiner Kommentar ist doch ein Zuspruch dieser dämlichen Diskussion “der Mißbrauch des Mißbrauchs” und das ist fatal.

    (Christian: Ich kann ja verstehen, dass Du diesen Aspekt der allgemeinen Diskussion nicht wahrhaben wirst .. solche Gedanken sind Dir als Frau bestimmt unheimlich fremd .. solange Du aber solcherart Bedenken so brüsk abwehrst, ist die Chance gering, dass ein Mann sich Dir mit seinen Bedenken offenbart)

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  49. Danke.

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  52. Wieso sollte ich solche Gedanken, (was könnten jetzt andere denken?) wenn ich mit meinem Kind umgehe nicht haben, aber was soll das in einer Diskussion über Kindesmissbrauch. Damit muß man selber klar kommen und das nicht in politische Diskussionen mit einführen oder gar als Rechtfertigung dafür nehmen, dass man sich mit diesen Themen in der Öffentlichkeit nicht klar auseinandersetzt. Wenn sich Väter oder Mütter in Ihrem eigenen Verhalten davon irritieren lassen, haben Sie ein Problem. Aber dieses Problem sollte nicht ständig als Argument genutzt werde -für was eigentlich? (Christian: es ist weder Rechtfertigung noch Argumentation .. Ich als Mann, als Kind missbraucht, verstehe, dass Männern immer mehr die Freiheit fehlt mit Kindern einfach normal umzugehen .. Dieses Problem kommt von innen und von außen .. Wenn Sie dies nicht verstehen können, ist das ok .. Wenn Sie nicht verstehen wollen, dass Wir auch darüber reden müssen, Wie wir mit Missbrauch als Thema umgehen, dann ist das ok .. Es steht Ihnen frei sich woanders zu informieren )

  53. Ein paar Anmerkungen: Zum einen ist das wie immer eine Verdächtigungs-Statistik, da fehlt dann die Anzahl rechtswirksamer Verurteilungen, um ein echtes Bild zu bekommen (bei den von Frau von der Leyen zitierten Fällen von Kinderporno-Konsum sieht es da extrem düster aus, etwa “Aktion Himmel”: 12000 Verdächtige, bisher kein Verurteilter). (Christian: Himmel ist hier gar nicht dabei .. hier geht es um echte Missbrauchsfälle .. Bitte nochmals lesen!)

    Dann gefällt mir die Altersaufteilung nicht. Insbesondere hätte ich gerne eine detailliertere Altersaufteilung in dem Alter, in dem “Kinder” (im strafrechtlichen Sinne, nicht im biologischen) ihre Sexualität entdecken, also insbesondere die Altersgruppe zwischen 12 und 14. Ein von den Eltern nicht gewollter, aber durchaus einvernehmlicher GV kann da durchaus für den strafmündigen Partner zu einer Anzeige führen, und die Zahlen (10% der Verdächtigten zwischen 14 und 16) lassen durchaus vermuten, dass solche Fälle in dieser Statistik drin sind. (Christian: die Tabelle ist so schon sehr breit, wenn Sie die genauen Zahlen berichten wollen, steht es Ihnen frei einen Artikel über Tabelle 20 der PKS vom Jahr 2007 zu schreiben)

    Das hat mit Missbrauch aber rein gar nichts zu tun, sondern mit der Festlegung des Schutzalters – die in einigen anderen Ländern niedriger ist, weil eben hier wie dort AFAIK ein Drittel der unter 14-jährigen selbstbestimmte sexuelle Erfahrungen hat (überwiegend Mädchen, durch ihren Entwicklungsvorsprung von ca. einem Jahr), und es genauso ein Verstoß gegen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist, wenn man derartige Erfahrungen kriminalisiert. Vielleicht wollen wir beim derzeitigen Auseianderklaffen zwischen Lebenswirklichkeit und Gesetz gar nicht, dass die Lücke zwischen “Dunkelziffer” und Statistik geschlossen wird – weil sie riesig ist, und es in den meisten Fällen gar nicht um Missbrauch geht, sondern um Frühreife. (Christian: ja danke .. und dass der weitaus größte Teil der Missbrauchsfälle von Personen über 18 Jahre vergenommen wurde, ignorieren Sie? .. Außerdem haben Wir da nur zum Nachdenken angeregt .. Da wurde unsererseits keine Wertung vorgenommen .. Das kann sich beiderseits auf die Sexualisierung und Kriminalisierung unserer Jugend beziehen)

  54. Ach klar, wenn man eine andere Meinung hat, soll man sich woanders informieren. Na, dann würde ich mich auch nicht darüber aufregen, wenn Ursula von Leyen nicht mehr auf Kontaktversuche reagiert. Sie informiert sich eben lieber woanders. Ist ja auch einfacher.

    Liebe Unbekannte, dies ist eine Webseite auf der Missbrauchsopfer über Missbrauch informieren. Wir haben ein gewisses Schutzbedürfnis, welches wir hier auch durchsetzen werden! Im Gegensatz zu Frau von der Leyen reden wir noch mit Ihnen, wir haben aber keine Lust uns Ihren Anfeindungen weiter auszusetzen. Es steht Ihnen frei Ihren Tonfall anzupassen oder zu gehen.

  55. Muß man sich also vor solchen Aussagen schützen. Wundert mich ein wenig. Wenn ich sage, dass solche Bedenken irrational sind und man die mit sich selber ausmachen muß und nicht mit in die Debatte einführen sollte. Inwiefern verletze ich das Schutzbedürfnis mißbrauchter Menschen.

    Deine Tonart war nicht gerade hilfreich. Wir schützen uns hier nicht vor irgendwelchen Aussagen, sondern vor der Art und Weise, wie sie rübergebracht werden. Ich persönlich glaube es wäre mal ganz wichtig, dass laut darüber nachgedacht würde inwiefern Männer immer mehr in eine Ecke getrieben werden. Und ich finde Frauen sollten froh sein, wenn ein Mann sich traut soetwas öffentlich zu sagen. Leute wie Du, die soetwas nicht hören wollen, und solche Gedanken am liebsten zum verstummen bringen wollen sind da nicht wirklich hilfreich.

    Christian

  56. [...]Der Christian vom Verein MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren (MOGIS) hat die von Frau von der Leyen behauptete 110%ige Steigerung der Verdachtsfälle bei der Verbreitung von KiPo unter die Lupe genommen [...]

  57. Pingback: SysProfile-Stammtisch - Seite 60 - SysProfile Forum

  58. Wer treibt Männer immer weiter in eine Ecke, wenn Sie doch nichts tun? Und soll ich mich mit den unbehaglichen Gefühlen erwachsener Männer auseinandersetzen oder nicht doch lieber mit Menschen, in vielen Fällen Kindern, die Schutz brauchen. Und wieso bitte – sollten Frauen darüber froh sein? Keine Ahnung, was das jetzt soll. Vielleicht überlegst Du doch mal, ob das relevant ist, für das Thema Kindesmißbrauch. Ich glaube ehrlich gesagt – Nein.

    Oh man/frau ..

    Das Thema ist sehr relevant .. .. dass Du das so überhaupt nicht begreifen möchtest bestürzt.

    Ich kann nicht verstehen, warum Du dich so vehement dagegen wehrst, einfach nur dem zuzuhören, was Männer sagen, z.B. dass sie sich schon gar nichts mehr trauen, weil die Stimmung so aufgeheizt ist ..

    .. und dann sprechen wir noch mal von Vätermonaten ..

    Christian

    PS: alleine schon dass Du wegen der vermuteten Irrelevanz, uns verbieten möchtest darüber zu berichten ist bedenklich .. wenn Du eine andere Darstellung wünscht, steht es dir frei http://inatanz.wordpress.com/ aufzumachen .. Der obige artikel ist für Dich unter der Lizenz: CC-BY, Du kannst ihn mit Namensnennung kopieren und nach Deinem Gutdünken bearbeiten.

  59. Die von der Leyensche Rabulistik ist ziemlich verwirrend.

    Jedenfalls stellt auch die Internet Watch Foundation stellt eine drastische Abnahme der Websites mit KiPo-Inhalten fest, sagt heise.de

    “(…) hat die Anzahl der Websites mit kinderpornografischen Inhalten im vergangenen Jahr um 10 Prozent abgenommen. (…) Die Organisation, die auch die Sperrliste der britischen Provider verwaltet, fand im Jahr 2008 insgesamt 1536 Websites mit kinderpornografischen Inhalten. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl um fast 10 Prozent, im Vergleich zu 2006 sogar um 21 Prozent ab. (…) Die IWF führt den Rückgang auf eine verbesserte Zusammenarbeit mit Domainregistraren und anderen internationalen Organisationen zurück.(…)”

  60. Die Stimmung ist aufgeheizt? Gegen Väter und Männer? Das glaubst Du doch wohl selber nicht. Und wenn, dann überhaupt nur, wenn man sich angesprochen fühlt, wenn nicht, steht man drüber. Und wer sich nicht traut-verliert sowieso. (Christian: [sarkasmus an] Danke, damit hast Du jetzt unheimlich vielen Männern konstruktiv geholfen! [sarkasmus aus])

  61. na, ist doch schön. bitte. (aber du versuchst genauso wenig mich zu verstehen. sehr einseitig) (Christian: Ja danke .. verstehen heisst ja auch nur Deiner Meinung zu sein und dann darauf zu verzichten zu sagen, dass viele Männer Probleme im natürlichen Umgang mit Kindern haben, weil die Öffentlichkeit ja gerade so unheimlich rücksichtsvoll für das Thema Kindesmissbrauch sensibilisert wird)

  62. Pingback: “Zensur” hin oder her - so wird’s wirklich widerlich: - bertdesign.de

  63. (Christian: was für persönlichen Angriffen man sich hier aussetzen muss: ..) Ja, dann sollten sie zum Psychologen gehen. Denn das hat nichts mit Kindesmißssbrauch zu tun.

  64. Ach und danke, aber leider habe ich nur heute frei und sonst keine Zeit zu schreiben. viel erfolg noch. Bis denne.

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  69. trollAlert

    inatanz hast du es den wirklich so noetig ? komm schon… es gibt bestimmt jemand anderes der sich fuer dich interessiert…

    ja du bist wichtig und deine aussagen werden hier sehr geschaetzt.

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  72. @inatanz: Es ist ja nunmal leider so, das, gerade in so einer hitzigen debatte, wo mittlerweile mal wieder jeder unter generalverdacht gestellt wird, man “angst” davor bekommt verdächtigt zu werden.

    Nach Frau v.d.L. sind von 20% der internetnutzer ein “teil” schwer pädokriminell. Das internet ist voller kinderpornos, die auch noch anfixen. Das alle suggeriert doch, gerade denen die sich sonst nicht mit dem thema befassen: Auweih, bisher hab ich das ignoriert, aber da scheints ja doch viel mehr pädophile zu geben als ich dachte!

    Und, jedem Mann, dem das mal bewusst geworden ist, der sitzt dann da, und will um jeden preis vermeiden in so einen verdacht zu geraten. Da das, wie wir ja nun alle wissen, den familiären, gesellschaftlichen, sozialen und beruflichen tot bedeuten kann. Frauen werden, irgendwie ja verständlicherweise, weniger verdächtigt. Darum ist es einerseits schon nachvollziebar wenn “Sie” das problem nicht sieht. Das heißt aber nicht das es nicht da ist.

    Und ja, natürlich ist das ein problem des mannes der da jetzt so paranoid wird. Aber dieses problem ist eine natürliche reaktion, ein schutzinstinkt. Und lieber verkneift man sich den kontakt mit kindern gleich ganz als unter pädoverdacht zu fallen.

    Gerade heute ist mir aufgefallen das ichn ziemlich dämliches gefühl in der magengegend bekomme wenn ich im supermarkt mit den kindern grimmassen schneide und rumalber. Das mach ich seit ich denken kann, weil ich mich über kinder freue, wie die mit der welt umgehen, wie die alles wahrnehmen, worüber die sich freuen können. Da freu ich mich gerne mit. Tja, es sei denn, “Mama” zerrt ihr kind weg, und wirft mir einen angewiederten blick zu. Die umstehenden bekommen sowas natürlich mit, und reagieren entsprechend. Und schon, gucken dich in dem supermarkt um die ecke die leute an als wärst du ein kinderschänder… …dabei haste einfach nur faxen gemacht…

    Und davor hat man angst, das will man vermeiden. Und das führt dann zu eben solchen problemen. Und das hat natürlich nichts mit rationalität zu tun. Sondern eher mit psychologie, und vor allem mit unserer gesellschaft.

  73. ach, und eben mit einer solch übertriebenen medienpräsens, und Frau v.d.L. die das thema, meiner bescheidenen meinung nach, ruhig etwas sachlicher darstellen könnte als ständig mit solchen bildlichen beschreibungen.

    • @Christian: Wenn die Taten erst begangen sind, spielt die Sexualität des Täters natürlich keine Rolle. Aber bei der Prävention?? Wollen Sie Statistiken wälzen oder diese nutzen, um eine Grundlage zu schaffen, um zukünftig Kinder davor zu bewahren Opfern zu werden?? Oder nur armselige, abhängige Politiker köpfen?? kopfschüttel (Christian: Paul .. du scheinst es nicht richtig zu verstehen .. auch Hetero Männer machen sich an kleine Jungs ‘ran .. es hat wie gesagt mit dem, was man umgangssprachlich Sexualität nennt, wenig zu tun .. Und was hat die sonstige sexuelle Ausrichtung der Täter überhaupt zu sagen? .. Was sollte die Kenntnis einer solchen Statistik ändern? .. Dürfen sich dann nur noch schwule Männer um Mädchen kümmern? .. und nur noch lesbische Frauen Jungen unterrichten? Das Eine hat mit dem Anderen wenig bis gar nichts zu tun .. Was den Unterschied ausmacht ist der Wille und die mentale Vorrausetzung ein Kind zur eigenen Befriedigung benutzen zu können)

  74. Hallo, zu der Diskussion um die Väter und Mütter. Könnt ihr die vielleicht in der Statistik irgendwie extra berechnen oder rausrechnen. Nicht, dass die Regierung am Ende ihre Elternjagd noch verstärkt. (Christian: ich schwanke ja noch, ob das jetzt gut versteckte Satire ist, oder ob Du das ernst meinst ..)

  75. @1000sunny: Das ist ein weiterer knackpunkt der geschichte. Wie immer wenn “Sicherheit” gefordert wird, oder “Schutz”, denken die wenigsten daran was das letztendlich bedeutet. Ein großteil der arbeit dabei ist eben damit verbunden zu den familien zu gehen, und zu “kontrollieren”. Da sich ja niemand an die wohnungstür schreibt “wir schänden kinder” muss da eben nachgeforscht werden, und das geht nach verdacht. Das ist IMMER ein eingriff in die privatsphäre, ob der verdacht nun berechtigt ist oder nicht. Und man kann bei sowas, mangels hellsicht, eben nicht nur die familien kontrollieren wo wirklich was passiert. Da muss man dann nen vernünftigen mittelweg finden, oder die sache ganz anders angehen.

    Ein vorgehen, nachforschungen, prävention, reduktion und strafverfolgung wird immer in die Familien gehen, zu den Eltern. Das kann natürlich als hetzjagt empfunden werden, und bei denen die unschuldig getroffen sind am aller ehesten. Es ist aber, gerade wenns um Prävention geht, in einem gewissen maß nötig. Sonst bliebe etweder das risiko zu akzeptieren, ein denunziantentum wiederzubeleben (haben wir ja teils schon), oder direkt bei den gesellschaftlichen problemen anzusetzen… was wohl ein ziemlicher brocken wäre.

    meine meinung im halbschlaf, sorry :/

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  81. tokmitstock

    Sorry, aber ich finde die nachträglich hinzugefügten Diagramme eher irreführend als nützlich. Dadurch dass die Fläche des inneren und äußeren Ringes der Torte nicht im den Zahlen enntsprechenden Verhältnis steht, wird von einer der Kernaussagen abgelenkt, nämlich die Zahl der Mißbrauchsfälle übersteigt die Zahl der Mißbrauchsfälle mit Dokumentation um mehrere Größenordnungen(Faktor 100). Ein Balkendiagramm (vielleicht mit explizit ausgewiesener logarithmischer Skalierung) wäre da vielleicht besser. (Christian: habe ich auch schon überlegt .. das verstehen dann aber nur Naturwissenschaftler und Teil Ingenieure)

    Ansonsten, kann ich diesen Blog und das Engagement von Mogis nur loben. (Christian: Danke ..)

  82. Interessante Statistik mit klarer Aussage! Wäre noch interessant die sexuelle Präferenz der Täter zu erfassen: wie viele sind tatsächlich pädophil, wie viele heterosexuell und wie viele homosexuell. Gbt es da auch Daten vom BKA? Ist zwar unerheblich für die Frage nach der Internetzensur (um die geht es doch hier, oder?), aber sicherlich wichtig für das Angehen des Problems der Vergewaltigung von Kindern. (Christian: der sexuelle Missbrauch von Kindern hat wenig bis gar nichts mit Sexualität zu tun .. “Wenn Dich jemand mit einer Bratpfanne schlägt, dann nennt man das doch auch nicht Kochen .. oder?”) (Christian: PS: Vergewaltigung ist sozusagen §176a -> schwerer sexueller Kindes-Missbrauch .. ist gibt auch andere Arten des sexuellen Missbrauchs, diese machen den weitaus größte Teil (über 3/4) aus .. Ihr helft den Opfern nicht, wenn Ihr Euch auch auf die Leyensche Vergewaltigungen einschießt .. alleine dafür schon gehört sie abgewählt .. Sie bagatellisiert die alltäglichen Formen des Missbrauchs!)

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  90. Hallo,

    eine sehr interessante Aufarbeitung der Statistik. Vielen Dank dafür !!!

    Docm

  91. Ich finde die “Schere im Kopf” das übelste Ergebnis der ganzen KiPo-Propaganda. Und das Thema “Väter trauen sich nicht mehr, mit ihren Kindern baden zu gehen” begegnete mir mal auf ganz banale, andere Weise (ich habe selbst bisher keine Kinder und im Allgemeinen recht wenig Begegnungen mit Kindern im Alltag).

    Ich kam aus einem Supermarkt und hatte eine Rolle Kekse und noch paar andere Süßigkeiten für mich gekauft, wollte auf Arbeit gehen. Da kommt mir ein kleines Mädchen aus der nahegelegenen Grundschule entgegen. Ich kannte das Mädchen nicht. Es kam direkt auf mich zu und machte Spaß mit mir. Einfach so. Kindliche Freude.

    Also habe ich ein wenig mit ihr herumgealbert. Was mich echt angekotzt hat, war so eine Stimme in meinem Kopf, die sich gefragt hat, wie das wohl für andere aussieht. (Da war so das medien-geprägte Bild vom netten Mann, der Kinder von der Schule wegfängt.) Hallo? Geht’s noch?

    Wollen wir uns wirklich den Kontakt zu Kindern vermiesen? Viktorianische Zeiten wieder einführen?

    Tino.

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  93. Pingback: Anonymous

  94. Irgendwie fehlt mir eine Antwortfunktion auf die eingebetteten Kommentare ;-). Also erst mal “Himmel”: Ja, die ist nicht dabei, aber die Statistik stammt von der selben Behörde, mit den selben methodischen Fehlern. So wird bei verschwundenen Kindern ja auch oft pauschal der Verdacht des Missbrauchs mit in die Akte genommen, und dann ist er wohl auch erst mal drin in der Statistik. Die Trennung mit 6 Jahren empfinde ich persönlich als sehr ungeeignet, da kann ich keinen Bezug zu irgendwas erkennen. Grundschulkinder sind für mich nicht mehr oder weniger schutzwürdig als Kleinkinder. Bei 12-14-jährigen habe ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen in dem Alter (siehe unten) eine andere Einstellung.

    Sexualisierte Kinder (“Kinder” im juristischen Sinn): Ja, viele Täter sind über 18. Aber viele junge Menschen auf der Suche nach ersten sexuellen Erfahrungen haben mit ähnlich unerfahrenen Gleichaltrigen ernste Probleme, und suchen sich dann halt ältere Partner (ich habe mit 13 auch ein ähnlich altes Mädchen abgewiesen; wenn sie sich beim Anbaggern nicht derart dämlich angestellt hätte, hätte das durchaus etwas werden können – wenn ich erfahrener gewesen wäre, hätte ich ihre Probleme wohl auch kompensieren können). Das ist so, das ist aber kein Missbrauch im naturrechtlichen Sinne. Im juristischen Sinne hätten wir beide eine Straftat begangen, damals lag die Altersgrenze sogar noch bei 16 – allerdings wohl ohne Konsequenzen für uns, wegen fehlender Strafmündigkeit.

    Zur Philosophie: Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist ein Naturrecht; als Naturrecht ist es IMHO vorrangig vor geschriebenem Recht. Egal ob ein Land Vergewaltigung in der Ehe als legal oder illegal ansieht, das Naturrecht sagt ganz klar, was Sache ist (illegal). Gleiches gilt für mehr oder weniger willkürliche Altersgrenzen oder Altersunterschiedsgrenzen (da gibt’s im Gesetz eine Ü21-U16-Grenze, wenn der zweite Partner noch Jungfrau ist), entscheidend für die naturrechtliche Betrachtung von Kindesmissbrauch ist, ob das betreffende Kind biologisch Kind ist, nicht juristisch. Die UN z.B. betrachtet alles unter 18 als Kind. Das ist jetzt eine Grenze, in der hier in Deutschland nur Geeks noch keine partnerschaftlichen sexuellen Erfahrungen sammeln konnten.

    Wenn man seine eigenen frühen sexuellen Erfahrungen nicht als positiv einordnen kann, hat man da möglicherweise andere Ansichten. Für mich gehört Sexualisierung zur Entwicklung dazu – und bei normalen Biographien wie meiner steht man sich dabei hauptsächlich selbst im Wege, und ist über dieses im-Wege-Stehen mehr frustriert als froh.

    (Christian: Nichts destotrotz finde ich,dass die fein-ausgegliederten Grenzen (14,16,18) bei uns in Deutschland Kinder und Jugendliche zu mindestens zum großen Teil vor sexueller Ausbeutung durch Ältere schützen)

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  96. Pingback: Ahnung - Ich bin Danny

  97. Bin sehr beeindruckt von eurer Seite und den Infos, schön aufbereitet.

    Danke!

    Ich sammle die Kriminalstatistiken, bin aber viel zu faul, sie wirklich aufzuschlüsseln.

    Übrigens muss man neuerdings bei Herstellung kinder- bzw. jugendpornographischen Materials die Opfer selbst mitrechnen, die sich per Handy ablichten und im Netz verteilen, sog. Sexting.

  98. youtube is censored

    Von Laien regiert ? Mitnichten !!

    U.v.d.Leyen hat sich ganz bewußt dieses Themas angenommen und benutzt es quasi en passant als Einfallstor für weitestgehende Zensur. Jeder der dagegen ist kann leicht als dem Milieu verbunden bzw. zu tolerant, verunglimpft werden. Dass die Frau sich mit “gesteuerten Kampagnen” bestens auskennt , sieht man hier: http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2478132/18nebdd/index.html

    Dieser Kommentar wurde bei Youtube nicht angenommen , mehrmalige Versuche scheiterten, der Kommentarblock wechselt die Farbe aber die Weiterverarbeitung wird gestoppt .

    vielleicht liegt es ja an meiner Id, ihr könn es ja selber mal ausprobieren mit copy paste den eintrag unterbringen hier: http://www.youtube.com/watch?v=Z5t0iX_qpAE

    happy networking

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  107. Ja, Danke auch zurück ..

    .. habe damit nämlich Heute 6 Stunden verbracht

    Überhaupt erweckt die Polizeiliche Kriminalstatistik den Eindruck, sie möchte nicht zitiert werden .. Die Formatierung der Zahlen (Tausender werden durch Leerzeichen abgetrennt) und viele andere Gemeinheiten machen es unheimlich schwer die Daten sinnvoll aus den Tabellen zu extrahieren und weiterzuverwenden.

    Christian

  108. Bodo Eggert

    Die Formatierung mit Leerzeichen ist nach DIN korrekt. (Christian: na ok .. dann sollten sie die Spalten irgendwie mit ‘nem vernünftigen Feldtrenner versehen .. Tabulator anyone? .. :))

  109. Das bringt nichts. Ich glaube zwar, ich habe irgendwo einen Fehler gemacht, aber die Grafiken werden werden wohl nicht aufschlussreicher als folgende: (erste Tabelle)

    (Christian: tut mir leid lomex, die folgenden Links sind bei der Freigabe den gang alles irdischen gegangen) http://chart.apis.google.com/chart

    http://chart.apis.google.com/chart

    (Christian: die folgenden gehen aber noch ..) der hier sieht aber etwas anschaulicher aus: http://chart.apis.google.com/chart aber das sich täter und opfer kennen sagt die vdL ja selber immer das hier fand ich auch noch ganz nett: http://chart.apis.google.com/chart ich bin mir allerdings nicht sicher, wie das mit dem <21 und 14-18 zu verstehen war, ich habs als zusammenfassung der bisherigen Werte gewertet und rausgelassen den titel kann man ja recht leicht in der URL anpassen, ich wusste jetzt nicht ob täter oder tatverdächtige gemeint waren (weil darunter wieder von tätern die rede ist)

    (Christian: Ich habe mir erlaubt deine Links zu fixen .. und danke .. sie waren die Anregung für die charts, die man jetzt im Artikel finden kann :))

  110. @René: Diese Frau WILL gar nicht beraten werden. Sie WILL sich keiner vernünftigen Debatte stellen. Das hat sie doch seit November immer und immer wieder bewiesen. Sie WILL die berechtigten Interessen sowohl der Opfer als auch der Gesamtheit der Internetnutzer ignorieren.

    Und was sie von Demos gegen ihre Vorhaben hält, zeigte doch ihr Verhalten bei der Demo am 17. April: Sie ging nicht auf die Demonstranten zu, sondern betrat das Gebäude durch den Hintereingang, um sich ja keiner Diskussion stellen zu müssen.

    Jemandem, der nicht zuhören WILL, kannst Du nichts nahebringen. Ihre Interessen liegen offenbar ganz woanders.

    Gruß, Frosch

  111. (Christian: Paul, kann es sein, dass du im folgenden Pädophilie und Homosexualität verwechselst? .. Dann liest sich Dein Kommentar etwas anders ..) Ok, vielen Dank, Christian! Was mich irritiert, ist, dass in den Medien (fast) immer geschrieben wird, dass es Pädophile wären, die Kinder sexuelle mißbrauchen. Andrerseits habe ich mal gelesen (ich weiß leider nicht mehr wo), dass der Anteil von Pädophilen an den Tätern sehr gering wäre.

    Daher meine (Nach-)Frage, ob es in den BKA Statistiken auch hierzu was gäbe. Durchaus – denke ich – themenrelevant, weil, wenn sich staatlicherseits zur Prävention (z.B. kein Täter werden) ausschließlich auf Pädophile konzentriert wird, obwohl der größte Teil der Täter gar nicht pädophil ist, ist das doch ähnlich populistische Augenwischerei wie sexuell missbrauchte Kinder zu missbrauchen, um Internetzensuren durchzusetzen. Es offenbart doch einmal mehr, dass das Kind dabei offenbar völlig unwichtig ist … tatsächlich habe ich aus persönlichen Erfahrungen noch eine Reihe mehr Zweifel am staatliche Vorgehen zum Schutz von Kindern … aber das würde das Thema total sprengen …

    (Christian: Ansonsten würden wir darauf bestehen, das Pädophilie in diesem Forum nicht verharmlost wird .. egal wie .. da wird ein Kind für die emotionalen oder “sexuellen” Bedürfnisse eines Erwachsenen benutzt!)

  112. Leider weiß ich jetzt nicht, wie Du dadrauf kommst, ich würde Pädophilie mit Homosexualität verwechseln. Und es geht mir nicht darum irgendwas zu verharmlosen. Mir ging es nur dadrum, staatlicherseits den Stier bei den Hörnern zu packen, anstatt politisch-populistisch sexuellen Missbrauch von Kindern vorzuschieben, um ganz andere Interessen durchzusetzen (darum geht es doch MOGIS). Für effektiven Schutz von Kindern sollte man doch erstmal klären, was die Motive der (potentiellen) Täter sind, um passende Präventivmaßnahmen umzusetzen. Wenn jedoch ausschließlich Pädophile, d.h. Menschen mit emotioneller, sexueller Neigung zu Kindern, behandelt werden, obwohl möglicherweise (hier fragte ich nach Daten) Hetero- und/oder Homosexuelle Menschen aus welchen Motiven auch immer, vielleicht sexueller Frustration, einen viel größeren Anteil an der Täterschaft bilden, könnte der Effekt doch nur marginal sein. Naja, aber vielleicht ist dieser Brocken wirklich zu groß, weil er bei gesellschaftlichen Problemen ansetzen müsste, wenn ich einmal auf ekelias Wörter oben zurück greifen darf…

    (Christian: Hey Paul .. Wenn man sich als Homo- oder Hetero-sexueller Mensch auf Kinder einlässt, dann ist man per Definition pädophil .. diese Begriffe sind othogonal (unabhängig)! .. Auch muss man mental in der Lage sein bestimmte Dinge zu tun, das macht man nicht einfach mal so!)

  113. Zitat aus dem oben verlinkten Wiki-Artikel zum Thema Pädophilie:

    ” Weitere Verwendungen des Begriffes in der Öffentlichkeit und in den Medien:

    In gesellschaftlichen Debatten und in der Berichterstattung in den Medien wird die Bezeichnung Pädophilie oft nicht im sexualwissenschaftlichen Sinne verwendet, wenn grundsätzlich alle Täter, die Kinder sexuell missbrauchen, als Pädophile bezeichnet werden. Vor allem sexueller Missbrauch innerhalb der Familie wird nicht im sexualwissenschaftlichen Sinne eingeordnet, da es sich hierbei meist um Täter handelt, deren Sexualität primär auf Erwachsene ausgerichtet ist.

    Die von der sexualmedizinschen Definition abweichende Verwendung des Begriffes Pädophilie in den Medien wurde u. a. in der Berichterstattung zu den Verbrechen von Marc Dutroux deutlich. Da dieser in den Medien weltweit als Pädophiler dargestellt wurde, sah sich das abschließende Gutachten, das unüblicherweise von insgesamt vier Psychiatern und einem Psychologen einstimmig verfasst wurde, veranlasst, mit Nachdruck festzustellen, dass er nicht den diagnostischen Kriterien der Pädophilie entspräche, sondern vielmehr ein gegenüber Gewalt empfindungsloser Psychopath, der aus Machtstreben und Geldgier gehandelt habe, allerdings voll schuldfähig sei.

    Auch in der Berichterstattung über Übergriffe von Priestern auf minderjährige Jungen werden diese meistens als pädophile Taten bezeichnet, obwohl eine Studie aufzeigte, dass nur eine Minderheit der Priester, die sexuelle Übergriffe begingen, den diagnostischen Kriterien der Pädophilie entsprechen.” (Christian: Es gibt aber immer die Begriffe der normalen Bevölkerung und die der Fachdiskussion .. Als Mathematiker reden ich z.B. auch von Ringen, Gruppen und Körpern .. nur haben diese eine ganz andere Bedeutung als die, mit der man sie in einem nicht-mathematischen Kontext benutzen würde)

    Selbstverständlich sehe ich (ein), dass solche den Täter betreffenden Definition das Opfer herzlich wenig interessiert, weil es einfach keinen Unterschied macht. In Bezug auf (staatlich-gesellschaftliche) Präventiv-Maßnahmen spielen korrekte Definitionen aber sicher eine wichtige Rolle, um effiziente Maßnahmen bezüglich möglichst vieler mentaler Motive ergreifen zu können. (Christian: was ändert es denn?)

    Naja, den Rahmen des MOGIS-Projekts sprengt es. Auch das sehe ich ein. Ich wünsche viel Erfolg und unterstütze gerne wo ich kann. (Christian: Danke ..)