Hilfe für Trotz Allem e.V.

*von Gabriele Gawlich*

Schon seit Beginn der Tätigkeit von MOGiS sind wir freundschaftlich verbunden mit Trotz Allem e.V.


Wir schätzen die unermüdliche Arbeit des Vereins. Wir wissen, dass die Mitarbeiterinnen ihre Arbeit oft bis an die Grenze der Selbstaufgabe und unter Einsatz aller ihrer persönlichen Mittel und Möglichkeiten durchführen.


Zusätzlich zu seiner Arbeit für betroffene Frauen hat der Verein auch politisch gewirkt ("Löschen statt Sperren")

Darum sind wir besonders traurig und betroffen über die Nachricht, die uns soeben erreichte:


Johanniter kündigen Kooperationsvertrag mit Trotz Allem e.V.

Leider hielt die Kooperation zwischen dem Verein Trotz Allem, der eine Beratungsstelle für Frauen mit sexualisierten Gewalterfahrungen unterhält und dem Regionalverband Ostwestfalen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. nur 2 Jahre.

Im Juli 2008 wurden die neuen Räumlichkeiten der Johanniter in der Berliner Straße eröffnet und dabei auch die Kooperation mit Trotz Allem e.V. bekannt gegeben. Seitdem teilten sich die beiden Kooperationspartner ein Büro, und "Trotz Allem" nutzte einen Raum unentgeltlich für die Beratungen. Der Vertrag sieht ebenfalls vor, dass die JUH im Falle des Falles die Aufwandsentschädigungen der Beraterinnen trägt. In den letzten 2 Jahre haben es die engagierten Frauen des Vereins geschafft, ohne diese finanzielle Unterstützung auszukommen.

Bedauerlicherweise wurde gerade jetzt, wo die Mittel des Vereins aufgebraucht sind, der Vertrag zum Ende des Jahres gekündigt. Auch wenn ausdrücklich vorgesehen ist, dass "Trotz Allem" die Räume weiterhin mietfrei benutzen darf, so ist die Enttäuschung und die Trauer groß.

Katherina Scholz, 1. Vorsitzende des Vereins: „Wir sind geschockt und traurig, weil wir wieder einmal nicht wissen, wie es finanziell weitergehen soll. Es geht hier nicht um Unsummen, sondern lediglich um ca. 4.000 -- 5.000 EUR im Jahr. Wenn nicht noch ein Wunder passiert, dann müssen wir nach 15 Jahren aufgeben. Ich mag gar nicht daran denken, was wir unseren Klientinnen sagen sollen. Für die Frauen sind wir ein großer Halt in ihrem Leben und es gibt keinen entsprechenden Ersatz für uns."


Trotz Allem ist seit 1995 eine feste Institution in der Beratungslandschaft der Stadt und auch im Kreis Gütersloh. Der Verein hat schon häufig vor großen finanziellen Schwierigkeiten gestanden, aber dieses Mal scheint es kaum noch Hoffnung zu geben. Der Verein hat nicht nur eine Beratungsstelle für Frauen mit sexualisierten Gewalterfahrungen, sondern wird häufig auch von anderen Institutionen angesprochen, da die Mitarbeiterinnen des Vereins als Expertinnen anerkannt sind. Zuletzt haben die Frauen von sich reden gemacht, als sie bei einer öffentlichen Anhörung der FPD im Bundestag "Lösungen und Wege im Kampf gegen die Kinderpornographie" geladen waren und als die ARD Sendung Monitor einen Beitrag über "Opferhilfe nach Kassenlage" in der Beratungsstelle gedreht hat.

Wer den Verein "Trotz Allem" mit einer Spende unterstützen möchte, bekommt immer Freitags von 10.00 Uhr -- 12.00 Uhr unter der Telefonnummer 05241 238 289 Auskunft zu allen Fragen.

Trotz aller politischer Absichtserklärungen und Sonntagsreden von kirchlichen oder politisch Verantwortlichen wird hier einem wichtigen Akteur das Überleben fast unmöglich gemacht.


(Wer sind die Johanniter?)


Wir vom Verein MOGiS e.V. möchte alle unsere Leser bitten, diese Pressemitteilung weiter zu tragen und auch eine finanzielle Unterstützung in Erwägung zu ziehen. Die Betroffenen von sexualisierter Gewalt brauchen Hilfen, wie die von Trotz Allem e.V. Und sie brauchen mehr Hilfen von dieser Qualität, nicht weniger.

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