Bisher ist uns bei der Betrachtung der Statistik ein Punkt entgangen. Das BKA hat die Statistik der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern sehr genau aufgeschlüsselt.
Es handelt sich also um ziemlich genau die Verbrechen, von denen Frau von der Leyen so gerne schwadroniert: Den sexuellen Missbrauch von Kindern um pornographische Schriften zu erstellen. Also der gezielte Missbrauch von Kindern zum Zwecke der Erstellung dieses Materials.
Zum Straftatbestand mit der Ordnungsnummer 1316 gibt es außerordentlich viel Informationen in der o.g. Statistik. Zuerst wollen wir auf den behaupteten Anstieg dieser Straftaten eingehen:

Zeitlicher Verlauf der Straftaten zur Ordnungsnummer 1316
(Wir danken einem fleißigen Leser für das Erstellen der obigen Statistik)
Diese Zahlen kann man mit der Anzahl aller Straftatbestände (Fälle) “sexueller Missbrauch von Kindern” ins Verhältnis setzen:
|
Straftaten(Gruppen) |
2007 |
2006 |
Diff. |
Proz. |
AQ |
| 1310 |
Sexueller Missbrauch von Kindern nach §§ 176, 176a, 176b StGB |
12.772 |
12.765 |
7 |
0.1% |
~82% |
| 1316 |
Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern zur Herstellung und Verbreitung pornographischer Schriften § 176a Abs. 3 StGB |
103 |
106 |
-3 |
-2,80% |
~89% |
Die weitaus meisten (> 99%) der Kindern werden also missbraucht, ohne dass jemand dies mit einer Verbreitungsabsicht dokumentiert. Das sind in der aktuellen Diskussion die weniger prominenten Schicksale.
Reden wir also zuerst von den Opfern:
|
|
Kinder insges. |
Kinder < 6 |
Kinder 6 bis < 14 |
Jugendl. |
|
|
alle |
m. |
w. |
alle |
m. |
w. |
alle |
m. |
w. |
alle |
m. |
w. |
| 1310 |
voll. |
15073 |
3744 |
11329 |
1781 |
517 |
1264 |
13292 |
3227 |
10065 |
9 |
3 |
6 |
| 1310 |
vers. |
851 |
245 |
606 |
68 |
28 |
40 |
783 |
217 |
566 |
0 |
0 |
0 |
| 1310 |
insg. |
15924 |
3989 |
11935 |
1849 |
545 |
1304 |
14075 |
3444 |
10631 |
9 |
3 |
6 |
| 1316 |
voll. |
115 |
48 |
67 |
17 |
6 |
11 |
98 |
42 |
56 |
0 |
0 |
0 |
| 1316 |
vers. |
5 |
2 |
3 |
0 |
0 |
0 |
5 |
2 |
3 |
0 |
0 |
0 |
| 1316 |
insg. |
120 |
50 |
70 |
17 |
6 |
11 |
103 |
44 |
59 |
0 |
0 |
0 |
(Die Abkürzung”voll.” steht für vollzogen, “vers.” bezeichnet den Versuch)
Zur Veranschaulichung mag da vielleicht auch folgendes Diagramm dienen:

Verteilung der Opfer nach Alter und Geschlecht
(Der Innere Teil des Diagramms zeigt die Verteilung für Straftaten zur Herst./Verbr. .. außen ist die Verteilung für alle Missbrauchsstraftaten)
Bei den Straftaten des sexueller Missbrauchs von Kindern zur Herstellung pornographischer Schriften (Punkt 1316) fällt auf, dass hier fast so viele Jungen wie Mädchen als Opfer betroffen sind.
Die Vermutung liegt nahe, dass dies allgemein bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern der Fall ist, und dass hier, wegen der vorliegenden Missbrauchsdokumentation, die Dunkelziffer bei männlichen Opfern deutlich geringer ist, als sonst üblich.
(Christian dazu: Als Junge gehört sexuelle Selbstbestimmung zum Rollenbild, wenn man als Junge sexuell missbraucht wird, oder sich eben missbrauchen lässt(!), dann ist dies ein Zeichen von Schwäche und kann in eine tiefe Scham münden .. das weibliche Rollenbild hat dagegen Raum für Schwäche)
Nun zu den Tätern (die leider in der Polizeistatistik, wie auch in der Antwort des Familienministeriums an erster Stelle zu stehen scheinen):
|
|
insg. |
Alleintäter |
polizeibekannt |
u. Alkohol |
| 1310 |
sexueller Missbrauch |
10455 |
9826 |
94,00% |
4739 |
45,30% |
888 |
8,50% |
| 1316 |
.zur Herst./Verbr. |
92 |
70 |
76,10% |
37 |
40,20% |
2 |
2,00% |
In den 10.455 aufgeklärten Fällen sexuellen Kindesmissbrauches waren 9.826 (94%) mit Alleintätern, in 4.739 (45%) der Fälle war der Täter bereits als Verdächtiger einer vorherigen Straftat bekannt. In 8,5% der Fälle wurde die Straftat unter Alkoholeinfluss begangen. In 20 Fällen wurde eine Schusswaffe mitgeführt.
Bei den 92 aufgeklärten Missbrauchs-Fällen zur Herstellung pornographischen Materials, handelte es sich in 70 Fällen (76%) um Alleintäter. In 37 Fällen (40%) war der Täter bereits polizeibekannt. In nur 2 Fällen wurde unter Alkoholeinfluss gehandelt.
Die folgende Tabelle zeigt die Altersverteilung der Tatverdächtigen:
|
Geschl. |
alle |
<14 |
14-16 |
16-18 |
14-18 |
18-21 |
<21 |
>21 |
| 1310 |
M |
8757 |
660 |
921 |
643 |
1564 |
654 |
2878 |
5879 |
| 1310 |
W |
330 |
53 |
25 |
18 |
43 |
18 |
114 |
216 |
| 1310 |
Sum. |
9087 |
713 |
946 |
661 |
1607 |
672 |
2992 |
6095 |
| 1316 |
M |
95 |
12 |
8 |
3 |
11 |
6 |
29 |
66 |
| 1316 |
W |
10 |
1 |
0 |
0 |
0 |
0 |
1 |
9 |
| 1316 |
Sum. |
105 |
13 |
8 |
3 |
11 |
6 |
30 |
75 |
(hier wegen der Übersichtlichkeit unterdrückt: die meisten Täter sind männlich und zwischen 20 und 50 -> Christian: das ist irgendwie unheimlich traurig .. bin ja selber ein Mann .. und ich kenne auch Väter, die sich schon nicht mehr trauen, mit ihren Kindern baden zu gehen)
Zur Übersicht hier nochmals die Altersverteilung der Tatverdächtigen als Diagramm:

Das Alter der Tatverdächtigen
Da gibt es aber auch einige Daten, die uns alarmieren sollten: Bei sexuellem Kindesmissbrauch waren über ein Viertel der ermittelten Tatverdächtigen noch unter 18 Jahren alt, über ein Sechstel war sogar unter 16 Jahre alt! Circa 8% der Tatverdächtigen waren selber noch Kinder!
Dann bleibt noch die Frage zu klären, in welchem Verhältnis die Täter zu Ihren Opfern standen:
|
|
alle |
verwandt |
bekannt |
flüchtig |
unbek. |
ungeklärt |
| 1310 |
voll. |
15084 |
2929 |
4915 |
1200 |
4978 |
1053 |
| 1310 |
vers. |
851 |
44 |
170 |
84 |
468 |
84 |
| 1310 |
insg. |
15935 |
2973 |
5085 |
1284 |
5446 |
1137 |
| 1316 |
voll. |
115 |
22 |
48 |
10 |
16 |
19 |
| 1316 |
vers. |
5 |
0 |
0 |
2 |
1 |
2 |
| 1316 |
insg. |
120 |
22 |
48 |
12 |
17 |
21 |
In über der Hälfte der Fälle war das Opfer mit dem Täter bekannt oder mit ihm/ihr verwandt, dazu auch folgendes Diagramm:

Beziehung des Opfers zum Tatverdächtigen
Sieht man von den ungeklärten Fällen ab, dann ist beim sexuellen Missbrauch zur Herstellung und Verbreitung kinderpornographischen Materials in über 70% der Fälle der Täter aus dem näheren Umfeld des Opfers, also bekannt, oder verwandt! [70 von 99 {=120 -21}]
Und gegen diesen Missbrauch im Bekanntenkreis soll jetzt eine Sperre im Internet helfen?
Wird hier nicht das Leid unzähliger Kinder bagatellisiert, um in Deutschland eine Infrastruktur zu etablieren, die dem Ausblenden beliebiger Inhalte dienen wird?
Wäre es nicht anstatt dieser unglaublich gefährlichen Symbolpolitik angebracht:
- Den Opfern echte Hilfe anzubieten?
- Die Dunkelziffer bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verringern?
- Die Täter zu verfolgen, anstatt nur der von ihnen verbreiteten Inhalte?
- Den Pädophilen, die unter Ihren Neigungen leiden, durch Therapie helfen keine Täter zu werden?
- Unsere Kinder stark zu machen, sodass sie gar nicht die Schwachstellen haben, die Täter benutzen um sich Ihnen zu nähern?
Christian; MOGIS
Achso, Man kann diese Seite auch weiterzwitschern:)
Dieser Artikel wurde von uns für kommerzielle Nutzungsarten(Zeitung,..) mit der Creative Commons Attribution 3.0 Germany License lizensiert, wir bitten also darum, wenigstens mit dem Namen des Vereins und einem Verweis auf die Vereinswebseite zitiert zu werden... Zur privaten Nutzung ist dieser Text sogar gemeinfrei, er gehört sozusagen bereits Ihnen :)
PS: Jetzt wollen wir doch mal hoffen, dass die CDU den Missbrauchsvorwürfen in Sachsen mit der selben Entschiedenheit nachgeht, wie sie gerade die Sperren durchsetzt! (Vielleicht wollen Sie ja eine Stunde mit folgendem Post und den dortigen Links verbringen.)
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