Category Archives: Pressemappe

MOGiS Pressemitteilung zu den Koalitionsverhandlungen zwischen FDP und CDU/CSU

Die FDP hat in den Koalitionsverhandlungen mit der Union in Sachen Internet-Zugangserschwerungsgesetz in Teilen einen Erfolg erringen können. Die sogenannten Internetsperren sollen für ein Jahr ausgesetzt werden. Während dieser Zeit soll das BKA verpflichtet werden, die Löschung gemeldeter kinderpornographischer Inhalte intensiver zu betreiben. Nach einem Jahr soll dann dieses Löschregime evaluiert werden. Weiterlesen

Die vollständige polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2008 ist da ..

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Die polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2008 ist jetzt verfügbar. Wir hatten es schon vermutet: Es gab gute Gründe diese PKS etwas aus dem Lichte der Öffentlichkeit zu halten. Weiterlesen

Die Sperrlogik einmal angewendet auf Drogenproblematik

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In der Unterhaltung, auch mit Sperrgegnern, fällt mir manchmal auf, dass im Moment ein etwas ungünstiges mentales Modell zu den Internetsperren vorherrscht: Dass nämlich die Stoppschilder quasi dem Zugriff auf die Webseiten “im Wege stehen”. Das ist so nicht der Fall. Weiterlesen

Aufruf zur Demonstration „Freiheit statt Angst“ 2009

Die zunehmenden Überwachungstendenzen in unserem Land unter Berufung auf Sicherheitsaspekte werden von uns mit Besorgnis beobachtet.

Dass als Begründung für den Aufbau einer Infrastruktur, die zur Zensur missbraucht werden kann und deswegen voraussichtlich auch dazu gebraucht wird, der Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt vorgeschoben wird, empört uns ganz besonders. Weiterlesen

Warum man mit Kooperation weiter kommt ..

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Im Artikel “Die unsägliche Argumentation einer Frau von der Leyen” hatten wir ja in den Kommentaren eine kurze Unterhaltung zum Thema Posenphotos.

Daraufhin hat uns ein Leser auf Posenphotos bei einem japanischen Freehoster (auch Hosting Provider genannt) hingewiesen. Weiterlesen

Die Forderung nach der Ultima Ratio

Der Name des Verein, MOGiS, steht offiziell für “MissbrauchsOpfer gegen Internet-Sperren”.

Doch es geht um soviel mehr. Es geht in der Tat um nicht weniger als vernünftige Maßnahmen, um Menschen, nicht nur Kinder, vor Übergriffen zu schützen und Opfern solcher Übergriffe wirksam zu helfen.

Und genau das ist das Stichwort. Vernünftige Maßnahmen. Weiterlesen

Ein offener Brief an Herrn Ehrmann von der Deutschen Kinderhilfe (DKH)

Sehr geehrter Herr Ehrmann,

mit Entsetzten habe ich Ihre Einlassungen zum Urteil gegen den Bundestrainer E. K. gelesen.

Sie wenden sich dort gegen die Möglichkeit der Strafmilderung durch vollumfängliches Geständnis, welches die Notwendigkeit einer Zeugenaussage durch Missbrauchsopfer erübrigt.

Sie sind anscheinend der Auffassung, den Kindern wäre eine Aussage vor einer Kamera zuzumuten.

Dazu möchte Ich Ihnen eines sagen: Die Aussage vor einer Kamera ist sicherlich weniger traumatisierend als eine Aussage in Gegenwart des Täters, es ist aber trotzdem nicht unbedingt förderlich sich vor einer (durch die Kamera vermittelten) Öffentlichkeit soweit entblößen zu müssen.

Für mich war es schon schwierig genug, mich überhaupt öffentlich dazu zu bekennen, als Kind sexuell missbraucht zu worden zu sein. Die Umstände der Tat erzählen zu müssen scheint noch teilweise möglich. Den Herrgang schildern zu müssen scheint mir unmenschlich. Das Stigma der Tat klebt eben (gerade bei Jungen) auch am Opfer.

Auch sollte man nicht vergessen, dass eine aktive Beschäftigung mit diesem Thema zu einer Retraumatisierung und damit zu einer psychologischen Krise führen kann.

Eine Vermeidung von weiteren Belastungen der Opfer durch geständige Täter ist also meines Erachtens uneingeschränkt zu begrüßen.

Ich möchte Sie hiermit bitten, sich über die Formen und Folgen sexuellen Missbrauch an Kindern zu informieren.

Weiterhin möchte ich Sie zu einem sensibleren Umgang mit den Themen Missbrauch/Misshandlung ermutigen.

viele Grüße Christian Bahls; Vorstand und Gründungsmitglied MOGiS Verein MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren

PS: Ich verstehe auch nicht wirklich was sie mit Ihren Forderungen nach harten Strafen erreichen wollen. Geht es Ihnen um Publicity? Machen Sie PR mit dem Thema “sexueller Kindesmissbrauch”? PPS: Wird mit verschärften Strafandrohungen das Dunkelfeld vielleicht nicht eher vergrößert? Entdeckung hätte dann noch drastischere Folgen. PPPS: Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass eventuell immer dann Kinder bei oder nach sexuellem Missbrauch ermordet werden, wenn das Thema gerade so aufgeheizt medial präsent ist wie jetzt?

Man kann diesen Artikel weitersagen.

Die unsägliche Argumentation einer Frau von der Leyen

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Frau von der Leyen hat einen Vortrag in Sulzbach gehalten.

Bei dieser Gelegenheit ist sie unter anderem auf das Thema Kinderpornographie eingegangen. Sie griff dabei wieder auf die Art demagogischer Rhetorik zurück, die viele Netizens an Ihr so sehr zu “schätzen” gelernt haben.

Sie hat bei dieser Gelegenheit auch, wie schon häufiger, offensichtlich falsche Zahlen und Fakten an ihr Publikum gebracht.

Ich möchte im folgenden auf zwei Dinge eingehen

Die Alterstruktur

Frau von der Leyen sagt:

30% der Kinder sind jünger als drei Jahre.

Dazu die IWF-Studie des Jahres 2007, die hier falsch zitiert wurde:

10% of the children in images assessed by IWF appear to be under 2; 33% 3 – 6; 80% under 10″

Es waren also geschätzte 33% zwischen 3 und 6 Jahren[1].

Die IWF hat anscheinend Ihre Methode geändert, denn in der Studie des Jahres 2008 waren es dann nur noch 4% die jünger als 3 Jahre geschätzt wurden.

Ich mag in dieser Hinsicht der Frau von der Leyen aber keine Unwissenheit mehr unterstellen. Auf der Rio-Nachfolgekonferenz am 30.6. in Berlin hatte ich eine kurze Unterhaltung mit Ihrem Staatsekretär Herrn Hoofe und hatte danach den Eindruck, dass er einen ziemlich guten Überblick über die Zahlen hat – diese aber eben lieber “geeignet” zitiert um damit Politik zu machen.

In diesem Zusammenhang muss ich auch zugeben, dass ich verstehe, warum das Familienministerium und Frau von der Leyen so tun, als ob es MOGiS nicht gäbe. Würden sie mit uns öffentlich reden, würde das unsere Bekanntheit deutlich steigern. Natürlich sät die Existens eines Vereins wie MOGiS aber bei vielen Menschen Zweifel, die das Ministerium und Frau von der Leyen aber sicherlich lieber vermeiden wollen.

Die Inhalte

Frau von der Leyen sagte weiterhin:

Wenn ich von Kinderpornografie im Internet spreche, spreche ich nicht davon, dass nackte Kinder posieren. Das ist schlimm genug. Ich spreche davon, dass Kinder vor laufender Kamera vergewaltigt werden.

Auch hier möchte ich wiedersprechen. Wenn ich eines von der Rio-Nachfolgekonferenz in Berlin mitgenommen habe, dann folgendes:

Gesperrt werden sollen vor allem Inhalte, denen man anders nicht beikommen kann. Damit meine ich nicht die Inhalte, die angeblich in irgendwelchen (noch zu benennenden) failed states liegen, sondern Inhalte die thematisch in einem Graubereich liegen.

Der Paragraph 184b im Strafgesetzbuch sagt:

pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3), die sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern (§ 176 Abs. 1) zum Gegenstand haben (kinderpornographische Schriften)

Dazu gehören zum Beispiel auch fiktive Darstellung in Form von Comics/Mangas, die in den USA und auch Japan teilweise unter die Kunst- und Meinungsfreiheit fallen.

Dazu gehören aber nach Ansicht einiger Gruppierungen eben gerade auch die Posenphotos von denen Frau von der Leyen im obigen Zitat spricht.

Diese Posenphotos sind aber laut BGH Urteil vom 2. Februar 2006 keine Kinderpornographie, da sie nicht den Missbrauch eines Kindes zum Inhalt haben [2]. Sie können also selbst in Deutschland nicht strafrechtlich verfolgt werden. Man bekommt sie auf diesem Wege also nicht aus dem Netz.

An diesem Punkt setzen die geplanten (und bald umgesetzten) Sperren an. Es geht gar nicht um die Verfolgung der Missbrauchsdokumentation. Das würde voraussichtlich ein Gerichtsverfahren nach sich ziehen, bei dem am Ende eventuell die Unschuld des Beklagten festgestellt wird. Das will man aber aus offensichtlichen Gründen eben nicht.

Deswegen gibt es m.E. auch auf Seiten der Sperrbefürworter eine solche Angst vor einem echten Richtervorbehalt. Das würde ja bedeuten, dass ein Richter eventuell feststellt, dass diese Inhalte nicht gesperrt werden dürfen.

Mit den Sperren wird jetzt ein System der Halblegalität umgesetzt. Damit wird am Rechtsstaat vorbei eine bestimmte Vorstellung von Sicherheit und Ordnung durchgesetzt.

In Finnland zeigt der Fall Matti Nikki welche Auswüchse das haben kann: Matti Nikki ist dort als Zensurgegner gesperrt, weil er die Sperrlisten auf seiner Webseite veröffentlicht hat. Er ist daraufhin zur Polizei gegangen, und hat gemeint, wenn Sie denn schon sperren, dann mögen Sie ihn doch bitte auch wegen der Verbreitung von Kinderpornographie anzeigen/anklagen. Darauf hat die Polizei aus offensichtlichen Gründen verzichtet. Matti Nikki wird aber noch immer in Finnland gesperrt

Hier wird also die Möglichkeit geschaffen den Zugang zu Inhalten zu erschweren, zu deren Verfolgung man sich (zum Teil zu Recht wie im Fall Matti Nikki) außer Stande sieht.

PS: Bitte weitersagen.

Fußnoten: [1] Ich möchte hier aber der, durch Frau von der Leyen, zitierten Frau von Weiler zugute halten, dass der Bindestrich “-” im Browser wirklich nicht korrekt dargestellt wird (Fehler beim Umkodieren aus Word?).

[2] darüber könnte man leidlich streiten, der Missbrauch mag nicht zum Inhalt gemacht worden sein, dass gezielte Anfertigung solcher Bilder für die Entwicklung des Kindes aber wahrscheinlich nicht so gut ist, sollte auf der Hand liegen.

Die Freiheit der Blinden .. ein Zwischenruf

Eine Reaktion auf: “Die Freiheit der Mörder” im Stern

Polemik und ein seltsames Geschichtsverständnis im Stern.

Glaubt man Hans-Ulrich Jörges, so gibt es Deutschland gar nicht. Es gab keine Nürnberger Prozesse, es gab keine Aufarbeitung der Geschichte. Wir haben nichts erreicht, sind ohnmächtig und Schuld ist das Internet. Wir dürfen da nicht hinsehen, denn der Geist der zu Asche Verbrannten, könnte uns sonst an der Gurgel packen. Lügen gehören verboten. Wir wollen die heile Welt.

Nein Herr Jörges. Das Unsägliche ist geschehen. Es geschieht immer wieder. Wir dürfen nicht wegsehen. Wir wollen endlich nicht mehr wegsehen. “Spiel nicht mit den Schmuddelkindern” sang Degenhardt und beschwörte die Katastrophe herauf. Feigheit, muffige enge Städte, alles Böse liegt in der Gosse. Dies ist der Boden, auf dem das Nazi-Gedankentum wächst. Wir sollen den Mantel des Schweigens darüber hängen? Eine Medienlandschaft, die Menschen für dumm verkauft, macht dumme Menschen.

Ich höre schon die Stimme: “was sollen wir den tun?”. Endlich aufstehen sollt Ihr und der Wahrheit ins Gesicht sehen!

Das sollen wir tun. Setzt Euch mit den ewig Gestrigen auseinander. Sie sind das Produkt der Gesellschaft. Diese Gesellschaft sind wir! Die ewig Gestrigen sind ein Teil davon. Leugnen wir die Krankheit, so wird sie uns auffressen. Sie wird unbeobachtet wachsen und letztlich nicht mehr aufzuhalten sein.

Gebt Nazis keine Chance. Zerschneiden wir das “Nazinetz”, so zerschneiden wir auch unser Netz, verbieten uns selbst den Mund. Die bösen Gedanken sind dann unsichtbar, doch auch unser Protest erreicht niemanden mehr. Ich zeige meinen Kindern, welche Mörderbanden in der Welt herum laufen. Sie müssen wissen, was geschieht. Sie müssen gestärkt sein, für den Fall, wo ein Glatzkopf in Springerstiefeln sie anspricht. Sie müssen lernen, auf die Texte der Lieder zu achten, sich nicht von einem coolen Groove einfangen lassen. Sie müssen die Zeichen sehen, die dafür stehen, dass tausende, Kinder und Greise, Mütter und Väter geschunden wurden, erschossen, vergast, vergewaltigt und in den Dreck getreten. Sie müssen die Massengräber sehen. Sie dürfen das nie vergessen.

Mein Land ist wehrhaft. Ich will kein Wahrheitsministerium, dass das Unsagbare leugnet. Was heute die Gegenwart ist, dass ist Morgen Geschichte. Ich will meinem Enkel sagen können, was damals geschah, auf dass dies nie wieder möglich ist.

Nicht mit Sperren, sondern mit gesunden und starken Kindern, mit verantwortlichen Politikern und einem Grundgesetz, das für jeden gilt. Ohne Meinungsfreiheit gibt es keine Argumentation. Ohne freies Internet, ohne Rezipientenfreiheit wird vergessen werden. Ohne dies sind wir wie Blinde. Unendlich frei, ohne jeden bösen Gedanken. Unendlich naiv, anfällig für jeden braunen Gedanken und nicht mehr in der Lage, das Unheil zu sehen. Blind stürzt so eine ganze Gesellschaft ins braune Grab.

Joachim Bellé

(CC-by sa)

PS: Wer möchte, kann diesen Artikel gerne auch weiterzwitschern.

PPS by Christian: ein Link auf den Original-Artikel würde mir jetzt noch helfen .. hier erstmal eine Abschrift PPPS: Wegen Ewig-gestrig .. Menschenverachtung kommt heute relativ modern daher, als Ethnopluralismus

Kinder leiden leise ..

Wieder ist ein Kind gestorben! Wieder hat es niemand gesehen! Und wieder werden die gleichen untauglichen Rezepte durch Politiker gefordert!

Da war also Sarah. Obwohl schon vor Jahren zwei ihrer älteren Schwestern in Pflegefamilien vermittelt wurden und die Familie zeitweilig vom örtlichen Jugendamt betreut wurde, verhungerte Sarah mitten in diesem Land, indem ein Teil der Bevölkerung an Krankheiten leidet, die durch Überernährung bedingt sind. Niemand kam ihr zur Hilfe, niemand hat ihr Leiden gehört oder gesehen.

Die Familienhilfe wurde bereits seit 2008 eingestellt mit der Begründung, dass. man keine Gefahr für das Kind feststellen konnte, obwohl Anwohner gegenwärtig darüber berichten, dass die Verhältnisse sehrwohl sichtbar unordentlich waren.

Es ist auch keinem aufgefallen, dass es in der betreffenden Familie Knaben leichter hatten, als Mädchen.

Gestern Abend nahm sich Frau Ministerin von der Leyen die Zeit, einem privatrechtlichen Fernsehsender ein Statement dazu abzugeben, in dem Sinne (zitiert aus meinem Gedächtnis), dass dies Vorkommnis zu verhindern gewesen wäre, wenn die Gesetzesvorlage zum Kinderschutz nicht gescheitert wäre. Sie wird aber in der kommenden Regierung diese Gesetzesvorlage wieder einbringen.

Diese Aussage macht mich aus mehreren Gründen sehr wütend.

Ich frage mich, wie durch die Aufhebung der ärztlichen Schweigepflicht diesem Kind geholfen worden wäre, zumal Ärzte für die geforderte Aufgabe, Kindeswohlgefährdung zu erkennen, nicht ausreichend ausgebildet sind. Dieses Kind wurde erst einem Arzt zugeführt, als es nicht mehr zu retten war.

Ich frage mich, warum Frau von der Leyen die Ergebnisse, der von Ihr selbst in Auftrag gegebene Analyse, nicht beachtet:

Insgesamt stellt sich die Frage, ob mit Einführung eines Melde- und Aufforderungswesens der Zugang zu prekären Lebenssituationen von Kindern tatsächlich verbessert wird oder nicht sogar verschlechtert, insbesondere dann, wenn die fachliche Qualifizierung der Früherkennungsuntersuchungen noch aussteht. http://www.fruehehilfen.de/fileadmin/fileadmin-nzfh/pdf/BewertungLaendergesetzegesamt.pdf

Ich frage mich, warum die Ministerin für das Fernsehen Zeit hat, aber keine Zeit findet, Opferverbänden (z. B. gegen-missbrauch-e.V., Trotz Allem e.V.), die ihr in Bezug auf das Zugangssperrengesetz Stellungnahmen sandten, Antwort zu geben.

Sie fand in diesen Fällen wohl nicht einmal die Zeit, einen ihrer Mitarbeiter zu beauftragen, eine Standardantwort zu verfassen (Mitglieder in diesen Opferverbänden und ihnen nahestehende Personen sind auch Wähler).

Die ältere Generation unter uns kann sich noch erinnern, wie es sich anfühlt, wenn jemand Hunger leidet. Auch ein Arzt kennt die Symptome: Erst hat Sarah geschriehen – aber niemand hat sie gehört. Dann hat sie aufgegeben – sie hat gelernt, dass es keine Hilfe gibt – so wie Missbrauchsüberlebende in vielen Fällen stumm bleiben, weil sie gelernt haben, dass es keine Hilfe gibt.

Ich jedenfalls werde vor diese Politiker ein geistiges Stopp-Schild stellen, in dem Sinne, dass sie meine Stimme bei der Wahl nicht erhalten. Es wird Zeit für eine kinderfreundliche Politik.

Wir haben genug Gesetze in diesem Land – wir brauchen Taten.

Wir brauchen Menschen, die hingucken – Feiglinge, die Stoppschilder aufstellen wollen, haben wir schon genug.

Gabriele Gawlich

Quellen:

Anmerkung Christian: wohin das mit der Meldepflicht bei ärztlichen Untersuchungen führen kann, sieht man hier (Ärzte sollen die Ausbildung primärer Geschlechtsmerkmale dokumentieren).

Traci Lords und das Märchen von der Freiwilligkeit

Oder auch: “Das ist es, was ich immer wollte – das jedermann mich lieb hat” [1]

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Ich war ja schon teilweise auf Bodos Äußerungen zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und die Dokumentation derselben eingegangen.

Nach und durch ein Kurzgeplänkel mit Schutzalter-Donald ist mir diese ganze Diskussion um einvernehmliche Sexualität von und mit Jugendlichen wieder unangenehm aufgestoßen.

Diese wird immer gerne dann geführt, wenn es um die bildliche Darstellung derselben und deren Verbreitung/Besitz geht (§184c StGB).

Als Beispiel für die Forderungen doch bitte nicht die Sexualität der Jugendlichen mit einem Darstellungsverbot zu belegen, wird gerne die ‘naturgeile’ Traci Lords herangezogen. Dies dann am besten noch mit Ihrem deutschen Wikipedia-Artikel als Quelle.

Dies möchte ich so nicht länger dulden. Insbesondere die Darstellung der Biographie in der deutsche Wikipedia ist grenzwertig und bedarf meines Erachtens einer deutlichen Überarbeitung.

Warum der Eindruck entstehen könnte, die deutsche Wikipedia biete pädophilen Aktivisten eine Platform

Als erstes möchte ich anregen, den deutschen und den englischen Wikipedia Eintrag zu dieser Frau mit dem Augenmerk auf Unterschiede zu lesen.

Traci Lords ist nach eigenen Angaben mit 10 vergewaltigt worden, Ihre Mutter verlässt den Vater als Traci 12 ist. Später wird sie vom Freund ihrer Mutter belästigt. Sie wird mit 15 schwanger, treibt ab, flüchtet von zu Hause.

Sie flüchtet allerdings nicht nicht einfach nur mit bzw. zu einem dreißig Jahre älteren Mann, der sich als ihr Stiefvater ausgibt (deutsche wikipedia). Vielmehr ist dieser Mann der oben schon erwähnte (jetzt aber Ex-)Freund ihrer Mutter und Kokain-Dealer.

Dieser ‘Stiefvater’ bringt nun Lords zu einer Modellagentur “World Modeling von Jim South” der zu den “big dogs” der Pornoindustrie gehörte. (http://www.trutv.com/library/crime/criminal_mind/sexual_assault/traci_lords/4.html).

Für die Aufnahmen wiederum musste aus der 15jährigen Lords eine zumindest volljährige Lords werden. Das ging nur mit einem gefälschten Dokument. “Sie benutzte dann die Geburtsbescheinigung der Schwester eines Freundes und einen damit erlangten Führerschein, um Volljährigkeit vorzutäuschen und so in der Pornoindustrie Fuß zu fassen.” schreibt hierzu die deutsche Wikipedia.

Bleibt einen Beleg für diese Ausage allerdings schuldig, ganz im Gegenteil zur englischsprachigen Wikipedia, wo sich der Sachverhalt auch gleich etwas anders darstellt: “Using a fake ID provided by Roger” [dem etwas arbeitscheuen Ex ihrer Mutter, Anm. des Authors].

Problemlos ist ihr das Alter auf dem Dokument von der Industrie abgenommen worden, “da sie über eine sehr entwickelte Figur verfügte und älter aussah als 15” schreibt die deutsche Wikipedia. Eine überflüssige Aussage, die wie eine Rechtfertigung der Autoren klingt, wenn der Leser auch andere Aussagen kennt, wie zum Beispiel diese, vom Pornostar Bill Margold: “I said [...] that there’s something wrong with this girl. She sat there looking like a lump, a wet looking, unformed lump. She wasn’t formed properly. She had these conical tits, baby fat and the dullest look I have ever seen on a female. And I couldn’t put together that this was an underage female. [...]somehing stopped me from asking her if she was under 18.” (http://www.xyclopedia.net/Traci_Lords)

Zu einer der populärsten Darstellerinnen der Industrie wurde sie wohl auf Grund ihrer “enthusiastischen Darstellungen” schreibt die deutsche Wikipedia. Die englische verweist hierbei wenigstens noch auf “Lords’ youthful appearance“.

Auch die Sache mit der Freiwilligkeit steht in einem ganz anderen Lichte, wenn man die folgende Aussage in Betracht zieht: “A scared baby-fat brunette, Traci kept glancing sideways at the camera during her early performances. Her hands shook.” (http://www.xyclopedia.net/Traci_Lords)

Traci Lords macht keinen Hehl aus Ihrer früheren Tätigkeit als Pornodarstellerin. Sie behielt sogar Ihren Screen-Namen und hatte später noch eine Karriere als Schauspielerin (vielen Frauen wird sie wahrscheinlich eher als solche bekannt sein). Sie sagt aber auch: “I was from a small town. I was raped when I was ten, molested from the time I was eleven, twelve years old. By the time I ran away at fifteen, I was running from something that was pretty ugly. The streets were almost welcoming, after dealing with that kind of abuse at home. By the time I ended up in porn films, I was the perfect target for that kind of exploitation, because I was hungry. I was greedy for attention. Like any child — any human, really. I wanted to be loved; I wanted to be part of a community. As twisted as it may seem, I found all that in the porn world. Whether it chewed me up and spit me out or not, I had my needs met at the time.” (http://www.nerve.com/screeningroom/books/interview_tracilords/)

Nun ja, bekanntermaßen ist die Minderjährigkeit von Lords aufgeflogen: “Der Skandal kostete die Pornoindustrie Millionen von Dollar, da Produzenten und Handel gezwungen waren, Filme und Magazine mit Traci Lords aus den Regalen zu nehmen und zu vernichten, um nicht wegen Verbreitung von Kinderpornografie verfolgt zu werden.” (deutsche Wikipedia)

Die Frage die sich mir bei Bodo, Donald und den Editoren des Artikels in der deutschen Wikipedia stellt ist folgende: Sind diese Personen nur auf die Propaganda der PädoAktivisten hereingefallen? Oder verfolgen sie eine Agenda?

Wenn es Bodo wirklich um die Entkriminalisierung der Jugendlichen geht, warum fordert er dann die komplette Abschaffung des §184c StGB? Sinnvoll wäre dann doch wohl die eher Forderung nach der garantierten Straffreiheit von ‘Tätern’ unter 18, oder? [Wobei sich dann die Frage stellt, wie man verhindert, dass dann die Branche auf 17-jährige Kameramänner umsteigt]

Ich weiss das könnte in einen Edit-War münden, ich würde aber darum bitten, (zumindestens) den deutschen Wikipedia-Artikel unter Beachtung eines neutralen Standpunktes grundlegend zu überarbeiten.

Dazu möchte ich hier meine Quellen über Traci Lords offenlegen:

Christian Bahls; Vorstand MOGiS MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren

PS: Man kann diesen Artikel wie immer auch weiterzwitschern.

PPS: Da dieser Artikel wahrscheinlich in den Kommentaren eine Menge Flames anziehen wird, weise ich hiermit nochmals ausdrücklich darauf hin, dass MOGiS, und insbesondere Ich, Christian Bahls, hier ein Hausrecht ausüben. Wir werden PädoAktivisten und deren Ideologie hier kein Forum bieten. Wir behalten uns also vor, Kommentare unveröffentlicht zu entfernen. Es bleibt aber jedem unbelassen diesen Artikel in einem anderen Forum geeignet zu kommentieren.

[1] http://www.xyclopedia.net/Traci_Lords “That’s what I wanted – for everybody to love me.”

Wie man eine Bevölkerungsgruppe verliert ..

 ✟ Das Internet vergisst nichts Wir trauern um Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland -- Eine Zensur findet nicht statt. ´ Am Donnerstag, 18. Juni 2009, verschied nach langem, tapferem Kampf das grundgesetzliche Verbot einer Zensur in Deutschland – unter fadenscheinigen Vorwänden gehetzt und zur Strecke gebracht von Gegnern der Informations- und Meinungsfreiheit, mit massiver Unterstützung einer großen Koalition aus beratungsresistenten Digitalverweigerern, willfährigen Lobbyistenfreunden und gewissenlosen Fraktionslemmingen. Mit ihm starb der letzte Rest von Vertrauen mehrerer Generationen in die Glaubwürdigkeit und Vernunft der Politik der Volksparteien und ihrer derzeitigen Vertreter – zum weiteren Schaden der partizipatorischen Demokratie, die in Deutschland ohnehin ein Nischendasein fristet. Wir sind traurig, zornig und ratlos, aber auch dankbar – all jenen, die in Parteien, Vereinen und Arbeitskreisen, bloggend und twitternd oder auch als Mitzeichner der Petition gegen Internetsperren in den zurückliegenden Monaten mit Engagement und Kreativität versucht haben, diese fatale Fehlentscheidung zu verhindern. Alle Freunde von Demokratie und Freiheitsrechten in der Bundesrepublik Deutschland Statt um Blumen und Kränze bitten wir um eine hohe Wahlbeteiligung bei der kommenden Bundestagswahl zugunsten der Parteien und Kandidaten, die sich allen gegenläufigen Strömungen zum Trotz noch immer der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet fühlen.

✟ Das Internet vergisst nichts, Wir trauern um Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland - Eine Zensur findet nicht statt.´ Am Donnerstag, 18. Juni 2009, verschied nach langem, tapferem Kampf das grundgesetzliche Verbot einer Zensur in Deutschland – unter fadenscheinigen Vorwänden gehetzt und zur Strecke gebracht von Gegnern der Informations- und Meinungsfreiheit, mit massiver Unterstützung einer großen Koalition aus beratungsresistenten Digitalverweigerern, willfährigen Lobbyistenfreunden und gewissenlosen Fraktionslemmingen. Mit ihm starb der letzte Rest von Vertrauen mehrerer Generationen in die Glaubwürdigkeit und Vernunft der Politik der Volksparteien und ihrer derzeitigen Vertreter – zum weiteren Schaden der partizipatorischen Demokratie, die in Deutschland ohnehin ein Nischendasein fristet. Wir sind traurig, zornig und ratlos, aber auch dankbar – all jenen, die in Parteien, Vereinen und Arbeitskreisen, bloggend und twitternd oder auch als Mitzeichner der Petition gegen Internetsperren in den zurückliegenden Monaten mit Engagement und Kreativität versucht haben, diese fatale Fehlentscheidung zu verhindern. Alle Freunde von Demokratie und Freiheitsrechten in der Bundesrepublik Deutschland Statt um Blumen und Kränze bitten wir um eine hohe Wahlbeteiligung bei der kommenden Bundestagswahl zugunsten der Parteien und Kandidaten, die sich allen gegenläufigen Strömungen zum Trotz noch immer der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet fühlen.

(Diese Traueranzeige wurde im AK Zensur erstellt, sie steht unter: http://drop.io/i51wnes in verschiedenen (auch fremdsprachigen) Varianten zum Download bereit.)

Die polizeiliche Kriminalstatistik 2008 ist da

Deine Stimme Gegen ZensurOder: die PKS 2007 hat vor allem eines betont: Glaube keiner Behörde, die ihre Zahlen selber manipulieren kann!

Eigentlich war es schon länger klar, die PKS 2008 würde eine deutliche Verringerung bei Strafverfahren bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern zeigen. (die PKS 2008 ist irgendwie noch nicht verfügbar .. die Zeitreihen sind aber hier)

Das Jahr 2007 mit seinen großen Ermittlungskomplexen war einfach zu außergewöhnlich im Anstieg der Fallzahlen.

Wir haben es jetzt schwarz auf weiß: Die Anzahl der Ermittlungsverfahren zur Ordnungsnummer 1433 “Besitz und Besitzverschaffung” (von Frau von der Leyen gerne mit Verbreitung verwechselt) hat sich von 8832 Fällen im Jahr 2007 auf 6707 Fälle im Jahr 2008 reduziert.

Die Verbreitung in bandenmäßigen Strukturen (der angebliche kommerzielle Markt?) hat sich im Jahr 2008 wieder auf 123 Fälle reduziert (von 347 im Jahr 2007 und 124 Fällen im Jahr 2006. [1]

Die Summe der beiden Verbreitungsdelikte (1432 & 1434) ist mehr oder weniger konstant bei 2878 (nach 2872 im Jahr 2007 und 2897 im Jahr 2006) [2]

Am erfreulichsten ist folgender Fakt: Trotz erhöhten Ermittlungsdruckes ist die Fallzahl für die Straftat 1316 “schwerer sexueller Kindesmissbrauch zur Herstellung und Verbreitung” im Jahr 2008 auf 81 Fälle gesunken (von 103 im Jahr 2007).

Die Anzahl der Straftaten “schwerer sexueller Missbrauch durch Vollzug des Beischlafs” (Vergewaltigung) ist im Jahr 2008 auf 1089 Fälle gesunken (von 1350 Fällen im Jahr 2007).

Auch gab es im Jahr 2008 keinen dokumentierten Fall “sexueller Kindesmissbrauch mit Todesfolge”. [3]

Ich denke, wir sollten diese Zahlen jetzt dringend kommunizieren. Bitte schreibt einen Blog-Eintrag. Ruft einen Pressevertreter Eures Vertrauens an. Ruft Euren Abgeordneten des Vertrauens an.

viele Grüße

Christian; MOGiS

PS: Man kann diesen Artikel wie immer auch weiterzwitschern:)

[1] (Ein schöner Zacken im Diagram: 124->347->123.. Ein Schelm wer böses dabei denkt.. Naja, die Definition bandenmäßigen Handelns hat ja auch einen gewissen Interpretationsspielraum).

[2] (hat die Polizei da ein Soll? .. )

[3] (in 2007 gab es ja den einen spektakulären Fall mit dem Leipziger, der in Panik erst den Jungen tötete und später sich selbst versuchte umzubringen [Straßenbahn]).

Kleine Anfrage an die eco Beschwerdestelle

Hier geht es zu PetitionWorüber redet die Regierung eigentlich?

Oder auch: INHOPE: Die freiheitliche Alternative zu Zugangssperren

Wir wussten es ja schon etwas länger: Löschen funktioniert!

Da das BKA dem Alvar Freude vom AK Zensur leider nicht glauben möchte, haben wir uns mit einem Fragebogen an die eco Beschwerdestelle gewandt.

Dazu hier die Selbstdarstellung der Internet-Beschwerdestelle:

Die von eco gemeinsam mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) betriebene Internet-Beschwerdestelle stellt sich der Aufgabe, rechtswidrige, insbesondere jugendmedienschutzrechtlich relevante Inhalte im Netz zu bekämpfen.
Dies tut sie eingebunden in das internationale Netzwerk von Beschwerdestellen INHOPE, und zwar mit beachtlichen Erfolgen. Gemäß Erhebungen einer der drei deutschen INHOPE-Mitgliedshotlines, werden etwa 80% aller Webseiten, die von ihr innerhalb des INHOPE-Netzwerkes weitergeleitet werden, innerhalb von 24 Stunden nach Meldung vom Netz genommen
Das ausschließlich aus Juristen zusammengesetzte Hotline-Team bei eco war im Jahr 2008 mit insgesamt 95.638 Beschwerdegegenständen befasst.

Wir möchten Euch die Ergebnisse der Befragung nicht vorenthalten:

Sehr geehrte Frau/Herr ****,

bezugnehmend auf mein Telefonat mit Frau/Herr *****, möchte Ich Ihnen folgende Fragen stellen.

Ich schlage vor, wir beschränken uns, wo möglich, auf Straftaten nach § 184b.

1. Themenkomplex inländische Zusammenarbeit (LKA/BKA)

  • Wie wird informiert? (Also: erst LKA/BKA, dann Hostprovider?)
  • Wenn der Hostprovider später informiert wird, gibt es Obergrenzen für die Verzögerung? (z.B. wäre es wirklich fragwürdig, wenn die Exekutive illegale Inhalte über Wochen im Internet belässt um Konsumenten zu ermitteln, damit aber eigentlich die Verbreitung perpetuiert)
In aller Regel informieren wir bei begründeten Beschwerden über kinderpornographische Internetinhalte sowohl das BKA als auch den Hostprovider am gleichen Tag, auch wenn wir in der Regel zunächst das BKA informieren.

Nachfrage dazu an die Beschwerdestelle:

  • Gibt es Fälle, in denen das BKA sie auffordert den Host-Provider nicht zu informieren?
  • Wie lange dauert es dann, bis der Provider informiert wird?
  • Wie lange dauert es dann, bis die Inhalte entfernt werden?
  • Wie steht die Dauer des Verbleibs der Inhalte im Verhältnis zu den Fällen, in denen auch Sie oder Mitgleider INHOPEs tätig werden? (durch Information des Providers o.ä.)
Es gehört zu den Ausnahmefällen, wenn wir bei begründeten Beschwerden über kinderpornographische Inhalte nicht den Hostprovider informieren. In diesen Fällen übernimmt das BKA das Informieren der Provider. Zur Zeitspanne zwischen Mitteilung ans BKA und Mitteilung an den Provider bzw. zwischen Mitteilung an den Provider und Herunternahme der Inhalte können wir Ihnen in diesen Fällen mangels detaillierter Informationen keine Angaben machen.

2. Themenkomplex internationale Zusammenarbeit

  • Wie ist die internationale Zusammenarbeit organisiert?
  • Ist diese Zusammenarbeit Ihrer Erfahrung nach effizient?
  • Wo sehen sie Verbesserungsmöglichkeiten?
  • Wie ist die Qualität der Zusammenarbeit mit der russischen Föderation?
eco gehört zu den Gründungsmitgliedern von INHOPE (www.inhope.org), der internationalen Dachorganisation von Beschwerdestellen. Zurzeit umfaßt das Netzwerk 36 Beschwerdestellen aus 31 Ländern. Die Zusammenarbeit der INHOPE-Mitglieder ermöglicht den Mitgliedsbeschwerdestellen eine effektive und insbesondere zeitnahe Bearbeitung von Beschwerden. Erfahrungsgemäß werden gemeldete kinderpornographische Internetinhalte auch auf internationaler Ebene innerhalb von 12-36 Stunden offline genommen.
Seit Mai 2009 gehören auch zwei russische Beschwerdestellen zu den INHOPE-Mitglieder. Bisher haben wir in der Zusammenarbeit mit diesen Beschwerdestellen gute Erfahrungen gemacht.

3. Themenkomplex Geschwindigkeit

  • Nachdem eine Meldung über einen rechtwidrigen Inhalt an die zuständige Behörde gegangen ist, kontrollieren sie (mit einem automatischen Verfahren) die Abschaltung der Inhalte?
  • Wie sind Ihre Erfahrungen mit den Reaktionszeiten?
Die deutschen Hostprovider reagieren in aller Regel ausgesprochen schnell auf Hinweise zu kinderpornographischen Inhalten. Binnen weniger Stunden (keine 12 Stunden) sind entsprechende Inhalte offline.

4. Themenkomplex Verbreitungswege

Ihre Beschwerdestelle sammelt nach folgenden Kategorien getrennt Beschwerden: “WWW”, “E-Mail, Spam”, “Tauschbörsen, P2P”, “Chat”, “Newsgroup”, “Diskussionsforum” , “Mobile Inhalte” (mögen sie dies erklären?), “Sonstiges”.

  • Wie verteilen sich die Beschwerden für Inhalte nach §184b auf diese Verbreitungswege?
Entsprechende Beschwerden erhalten wir in Bezug auf alle Internetdienste.

Bekannt war uns weiterhin bisher:

Die Beanstandungen bezogen sich auf die folgenden Tatbestände/Problemkreise: Kinderpornografie: 2.562, freizügängliche Erwachsenenpornographie: 116. Von den 2.562 Beschwerden über Kinderpornografie betrafen 449 den Dienst WWW.

Dazu beachte man hier vielleicht, dass im Jahr 2008 die Zahl aller Beschwerden 95.638 war.

Dazu unsere Nachfrage an die eco Beschwerdestelle:

  • Können Sie dies bitte in Zahlen auflösen? Uns würden insbesondere P2P, Foren, Chat, Newsgroups interessieren. Ebenso finden Wir interessant, wie oft §184b-Spam gemeldet wird.
Wie Ihnen bereits bekannt ist, betrafen 449 von 2.562 Beschwerden über Kinderpornographie Dienste des WWW. Die übrigen Beschwerden betrafen die übrigen Dienste, also Usenet und E-Mail.

5. Themenkomplex Inhalte

  • Können Sie auch mitteilen wie die Verteilung für dokumentierten §§ 176, 176a und (oh gott) 176b sind? (Wir zielen hier auf die Schwere der dargestellten Tat ab, ebenso würde uns interessieren, ob der Verbreitungsweg mit der Schwere der dokumentierten Tat korreliert)
  • Ist der INHOPE und/oder der eco-Beschwerdestelle jemals glaubhaft ein dokumentierter §176b gemeldet worden? (oh gott, oh gott ich möchte es nicht hoffen)
Fälle des § 176b StGB sind uns – zum Glück – nicht bekannt. Im Übrigen betreffen die bei uns eingehenden Beschwerden kinderpornographische Inhalte ‘aller Art’.

Nachfrage unsererseits:

  • Erheben Sie bei §184b die Schwere der dargestellten Straftat?
  • Mögen Sie uns an Zahlen teilhaben lassen?
Die Schwere der dargestellten Straftat wird von uns nicht statistisch erfasst. Informationen hierzu kann ich Ihnen daher nicht zukommen lassen.

Ein paar kleine Nachsätze zu INHOPE www.inhope.org, um die Relationen, auf denen eine Zusammenarbeit geschieht zu verdeutlichen:

eco ist Gründungsmitglied von INHOPE, der internationalen Dachorganisation von Beschwerdestellen, die im Rahmen des EU Safer Internet Programmes 1999 zur Koordination eines Netzwerkes von Beschwerdestellen ins Leben gerufen wurde. Zur Zeit umfaßt das Netzwerk 36 Beschwerdestellen aus 31 Ländern. Weltweit ist INHOPE (www.inhope.org) die führende Organisation, die durch internationale Weiterleitung von Nutzerbeschwerden rechtswidrige Inhalte im Ursprungsland auch mit Hilfe der Strafverfolgungsbehörden bekämpft. INHOPE bietet ferner regelmäßiges Training für Mitarbeiter von Beschwerdestellen sowie zahlreiche Foren zum fachlichen Austausch der Mitglieder untereinander. INHOPE-Beschwerdestellen erhalten jährlich mehr als 500.000 Hinweise auf rechtswidrige und schädliche Inhalte im Internet. Insgesamt haben INHOPE-Mitglieder bereits mehr als 3 Millionen Beschwerden bearbeitet. Durchschnittlich ca. 7000 Meldungen werden weltweit monatlich an die Polizei weitergeleitet. Gemäß Erhebungen von jugendschutz.net, einer der drei deutschen INHOPE-Mitgliedshotlines, werden etwa 80% aller Webseiten, die von jugendschutz.net innerhalb des INHOPE-Netzwerkes weitergeleitet werden, innerhalb von 24 Stunden nach Meldung vom Netz genommen (Notice & Takedown). Eine Koordinierung über Interpol dauert erheblich länger, teilweise bis zu einem halben Jahr. Der weitaus größte Teil der Länder, in denen rechtswidrige und schädliche Inhalte gehostet werden, ist mit INHOPE-Beschwerdestellen ausgestattet. Das Netzwerk wächst seit 2008 jährlich um 6 – 8 Beschwerdestellen (Stand gemäß Bewerbungen und Zielvorgaben für 2010)

Ich denke mit diesen Zahlen und Hintergrundinformationen ist es jetzt an der Zeit mal ein paar ernste Fragen ans BKA zu richten.

Überhaupt scheint es so, dass man, wenn man diese Missbrauchsdokumentation wirklich zeitnah entfernt und strafverfolgt wissen möchte, sich in Deutschland eben gerade nicht an das BKA wenden sollte.

Christian; Vorstand MOGiS

MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren

Achso, Man kann diese Artikel wie immer auch weiterzwitschern:)

PS: Rund um MOGiS war es die letzten Tage ja etwas ruhig. Dazu können wir nur sagen: auch wir waren am Mittwoch in Berlin und haben mal ein bischen Bundespolitik geschnuppert.

Unsere eigene Umfrage(Update!)

Hier geht es zu PetitionOder: Wie war noch mal die Frage?

Name

(Die Umfrage-Ergebnisse gab es zuerst exklusiv bei zeit.de, die Umfrage ist, nach Aussage der Geschäftsführung von Infratest dimap, ‘objektiv’; Sie befand sich kurzzeitig hier und ist jetzt hier im Infratest dimap Webauftritt verfügbar; Hier im Wiki kann sie auch unkommentiert gelesen werden)

Um es kurz zu machen: nur 5% der Befragten wünschen sich “Sperren”, wenn auch “Löschen” als Wahlmöglichkeit zur Auswahl gestellt wird. Die Möglichkeit “Löschen” wird dann von 92% der Befragten gewählt.

Auch sind bei der MOGIS Umfrage, im Gegensatz zur DKH Studie, nur 2% der Befragten für das Belassen dokumentierten Kindesmissbrauchs im Internet.

Da die Umfrage größtenteils falsch zitiert wird, befindet sich hier nun die Fragestellung zusammen mit den Antwortmöglichkeiten in voller Länge:

Die Bundesregierung plant ein Gesetz zur Sperrung von Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten. In der Öffentlichkeit gibt es hierzu verschiedene Meinungen. Welcher der folgenden Meinungen stimmen Sie zu? (Randomvorlage) A) Der Zugang zu Internetseiten mit Kinderpornographie sollte durch eine Sperre erschwert werden, das reicht aus, auch wenn die Seiten selbst dann noch vorhanden und für jederman erreichbar sind. -> 5% B) Internetseiten mit Kinderpornographie sollten konsequent gelöscht und die Betreiber strafrechtlich verfolgt werden. -> 92% C) Internetseiten mit Kinderpornographie sollten im Internet frei zugänglich sein, es muss jeder selbst wissen, was er sich anschaut. -> 2% ** Weiß nicht ** Keine Angabe

Damit unterstützt also ein großer Teil der Befragten inhaltlich die Petition und die Kritik der Sperrgegner. Denn genau diese ist, unseres Erachtens, mit dem Wortlaut der Frage inhaltlich wiedergegeben.

Denn: das Sperren strafrechtlicher relevanter Inhalte und die effiziente Verfolgung derselben schließen einander im wesentlichen aus.

Die Sperren nehmen, vor allem in der intenationalen Zusammenarbeit, den Ermittlungsdruck von den Behörden und können den (ausländischen) Tätern als Warnschilder dienen.

Wir können uns der Infratest-Einschätzung, Löschen wäre die härtere Methode nicht anschließen. Dagegen ist Sperren unseres Erachtens die härtere (wenn auch wenig zielführende) Methode, da viele Unbeteiligte in Ihren Grundrechten beeinträchtigen würden.

Das konsequente Löschen dieser Inhalte ist viel zielführender!

Die komplette Dokumentation unserer eigenen repräsentativen Umfrage bei Infratest dimap ist hier im Wiki verfügbar:

Christian Bahls Vorstand MOGIS

Diesmal mit der Bitte, die Klarstellung weiterzuverbreiten.

PS: Bitte Leute kommt am 23. Mai mit auf die Straße ..  Die Instrumentalisierung menschlichen Leids in der Sperrdiskussion muss ein Ende haben!

Original-Artikel:

(sachbezogene Spenden, ala “Finanzierung Umfrage Infratest dimap” sind uns herzlich willkommen .. bei Spendenwunsch bitte eine verbindliche E-Mail an eine_entfernte@emailadresse.de senden .. wir müssen jetzt erst mal sehen, wieviel Geld hereinkommt .. jaja .. das nächste mal machen wir einen paypal-Spenden-Button :) .. obwohl ich die persönliche Note einer E-Mail viel lieber mag .. :)

Die Deutsche Kinderhilfe hat doch jetzt so schön Propaganda für die Internetsperre generiert: 92% der Deutschen sind für die Internetsperren.

Ist ja auch klar, wenn Ich am Telefon gefragt werden würde: Sind Sie für eine Sperrung kinderpornographischer Inhalte im Internet, dann würde ich mir auch dreimal überlegen, ob ich da mit “Nein!” antworte. Schliesslich möchte ich ja, dass die Inhalte aus dem Internet entfernt werden.

Doch aber: Halt! Sperren bedeutet eben nicht Entfernen!

Da steht jetzt eben nur ein Stopp-Schild davor. Da kann man d’rüber fahren. Es ist ja auch nach den Worten der Bundesregierung nur eine Zugangserschwerung.

Also ist die Frage zu plakativ. Ich würde wahrscheinlich darauf hinweisen, dass die folgende Fragestellung eine bessere wäre:

[polldaddy poll=1626156]

(Wenn bitte eine seriöse Zeitung eine solche Umfrage repräsentativ durchführen (lassen) könnte (das kostet nur ca 2000 Euro wurde mir gesagt) und das Ergebnis dann auch drucken würde, wäre ich dieser mein Leben lang wirklich sehr verbunden.)

Update: Die Umfrage war übrigens überaus günstig, sie kostet ca 1100€ incl MwSt :)

viele liebe Grüße

Christian Bahls

Auch hier wieder mit der Bitte, es weiterzusagen:)

PS: Bitte Leute kommt am 23. Mai mit auf die Straße .. Diese Volksverdummung muss ein Ende haben .. Diese Instrumentalisierung menschlichen Leids muss ein Ende haben!

Wovon reden wir in dieser Debatte eigentlich?

Oder: Zahlen und Fakten

Name

(Lieber Leser, der folgende Text setzt sich mit den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auseinander, sollten Sie selber missbrauchsbetroffen sein, dann lesen Sie diesen Text bitte nur vorsichtig, oder auch gar nicht .. )

Wir waren ja schon einmal auf die polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2007 eingegangen. Dabei hatte sich ja schon herausgestellt, dass die Zahlenangaben der Regierung über den Anstieg der Verbreitungsdelikte (behauptete 110%) schlicht falsch ist: die Anzahl Verdachtsfälle für Verbreitung betrug 2872 im Jahr 2007 und 2897 im Jahr 2006. Sie ist also mehr oder weniger konstant geblieben. (es handelt sich dabei wirklich um genau dieselbe  Statistik, die auch von der Regierung gerne zitiert wird!)

(So, jetzt wird es leider unappetitlich)

Bisher ist uns bei der Betrachtung der Statistik ein Punkt entgangen. Das BKA hat die Statistik der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern sehr genau aufgeschlüsselt.

Im Straftatenkatalog findet sich der Schlüssel:

1316 Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern zur Herstellung und Verbreitung pornographischer Schriften § 176a Abs. 3 StGB

Dazu der Absatz 3 des § 176a StGB:

(3) Mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren wird bestraft, wer in den Fällen des § 176 Abs. 1 bis 3, 4 Nr. 1 oder Nr. 2 oder des § 176 Abs. 6 als Täter oder anderer Beteiligter in der Absicht handelt, die Tat zum Gegenstand einer pornographischen Schrift (§ 11 Abs. 3) zu machen, die nach § 184b Abs. 1 bis 3 verbreitet werden soll.

Es handelt sich also um ziemlich genau die Verbrechen, von denen Frau von der Leyen so gerne schwadroniert: Den sexuellen Missbrauch von Kindern um pornographische Schriften zu erstellen. Also der gezielte Missbrauch von Kindern zum Zwecke der Erstellung dieses Materials.

(Um es gleich mal vorweg zu nehmen: beim sexuellen Missbrauch zur Herstellung und Verbreitung kinderpornographischen Materials ist in über 70% der Fälle der Täter aus dem näheren Umfeld des Opfers, also bekannt, oder verwandt! .. mehr dazu aber noch am Ende)

Zum Straftatbestand mit der Ordnungsnummer 1316 gibt es außerordentlich viel Informationen in der o.g. Statistik. Zuerst wollen wir auf den behaupteten Anstieg dieser Straftaten eingehen:

Zeitlicher Verlauf der Straftaten zur Ordnungsnummer 1316

Zeitlicher Verlauf der Straftaten zur Ordnungsnummer 1316

(Wir danken einem fleißigen Leser für das Erstellen der obigen Statistik)

Diese Zahlen kann man mit der Anzahl aller Straftatbestände (Fälle) “sexueller Missbrauch von Kindern” ins Verhältnis setzen:

Straftaten(Gruppen) 2007 2006 Diff. Proz. AQ
1310 Sexueller Missbrauch von Kindern nach §§ 176, 176a, 176b StGB 12.772 12.765 7 0.1% ~82%
1316 Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern zur Herstellung und Verbreitung pornographischer Schriften § 176a Abs. 3 StGB 103 106 -3 -2,80% ~89%

Die weitaus meisten (> 99%) der Kindern werden also missbraucht, ohne dass jemand dies mit einer Verbreitungsabsicht dokumentiert. Das sind in der aktuellen Diskussion die weniger prominenten Schicksale.

Reden wir also zuerst von den Opfern:

Kinder insges. Kinder < 6 Kinder 6 bis < 14 Jugendl.
alle m. w. alle m. w. alle m. w. alle m. w.
1310 voll. 15073 3744 11329 1781 517 1264 13292 3227 10065 9 3 6
1310 vers. 851 245 606 68 28 40 783 217 566 0 0 0
1310 insg. 15924 3989 11935 1849 545 1304 14075 3444 10631 9 3 6
1316 voll. 115 48 67 17 6 11 98 42 56 0 0 0
1316 vers. 5 2 3 0 0 0 5 2 3 0 0 0
1316 insg. 120 50 70 17 6 11 103 44 59 0 0 0

(Die Abkürzung”voll.” steht für vollzogen, “vers.” bezeichnet den Versuch)

Zur Veranschaulichung mag da vielleicht auch folgendes Diagramm dienen:

Verteilung der Opfer nach Alter und Geschlecht

Verteilung der Opfer nach Alter und Geschlecht

(Der Innere Teil des Diagramms zeigt die Verteilung für Straftaten zur Herst./Verbr. .. außen ist die Verteilung für alle Missbrauchsstraftaten)

Bei den Straftaten des sexueller Missbrauchs von Kindern zur Herstellung pornographischer Schriften (Punkt 1316) fällt auf, dass hier fast so viele Jungen wie Mädchen als Opfer betroffen sind.

Die Vermutung liegt nahe, dass dies allgemein bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern der Fall ist, und dass hier, wegen der vorliegenden Missbrauchsdokumentation, die Dunkelziffer bei männlichen Opfern deutlich geringer ist, als sonst üblich.

(Christian dazu: Als Junge gehört sexuelle Selbstbestimmung zum Rollenbild, wenn man als Junge sexuell missbraucht wird, oder sich eben missbrauchen lässt(!), dann ist dies ein Zeichen von Schwäche und kann in eine tiefe Scham münden .. das weibliche Rollenbild hat dagegen Raum für Schwäche)

Nun zu den Tätern (die leider in der Polizeistatistik, wie auch in der Antwort des Familienministeriums an erster Stelle zu stehen scheinen):



insg. Alleintäter polizeibekannt u. Alkohol
1310 sexueller Missbrauch 10455 9826 94,00% 4739 45,30% 888 8,50%
1316 .zur Herst./Verbr. 92 70 76,10% 37 40,20% 2 2,00%

In den 10.455 aufgeklärten Fällen sexuellen Kindesmissbrauches waren 9.826 (94%) mit Alleintätern, in 4.739 (45%) der Fälle war der Täter bereits als Verdächtiger einer vorherigen Straftat bekannt. In 8,5% der Fälle wurde die Straftat unter Alkoholeinfluss begangen. In 20 Fällen wurde eine Schusswaffe mitgeführt.

Bei den 92 aufgeklärten Missbrauchs-Fällen zur Herstellung pornographischen Materials, handelte es sich in 70 Fällen (76%) um Alleintäter. In 37 Fällen (40%) war der Täter bereits polizeibekannt. In nur 2 Fällen wurde unter Alkoholeinfluss gehandelt.

Die folgende Tabelle zeigt die Altersverteilung der Tatverdächtigen:


Geschl. alle <14 14-16 16-18 14-18 18-21 <21 >21
1310 M 8757 660 921 643 1564 654 2878 5879
1310 W 330 53 25 18 43 18 114 216
1310 Sum. 9087 713 946 661 1607 672 2992 6095
1316 M 95 12 8 3 11 6 29 66
1316 W 10 1 0 0 0 0 1 9
1316 Sum. 105 13 8 3 11 6 30 75

(hier wegen der Übersichtlichkeit unterdrückt: die meisten Täter sind männlich und zwischen 20 und 50 -> Christian: das ist irgendwie unheimlich traurig .. bin ja selber ein Mann .. und ich kenne auch Väter, die sich schon nicht mehr trauen, mit ihren Kindern baden zu gehen)

Zur Übersicht hier nochmals die Altersverteilung der Tatverdächtigen als Diagramm:

Das Alter der Tatverdächtigen

Das Alter der Tatverdächtigen

Da gibt es aber auch einige Daten, die uns alarmieren sollten: Bei sexuellem Kindesmissbrauch waren über ein Viertel der ermittelten Tatverdächtigen noch unter 18 Jahren alt, über ein Sechstel war sogar unter 16 Jahre alt! Circa 8% der Tatverdächtigen waren selber noch Kinder!

Dann bleibt noch die Frage zu klären, in welchem Verhältnis die Täter zu Ihren Opfern standen:



alle verwandt bekannt flüchtig unbek. ungeklärt
1310 voll. 15084 2929 4915 1200 4978 1053
1310 vers. 851 44 170 84 468 84
1310 insg. 15935 2973 5085 1284 5446 1137
1316 voll. 115 22 48 10 16 19
1316 vers. 5 0 0 2 1 2
1316 insg. 120 22 48 12 17 21

In über der Hälfte der Fälle war das Opfer mit dem Täter bekannt oder mit ihm/ihr verwandt, dazu auch folgendes Diagramm:

Beziehung des Opfers zum Tatverdächtigen

Beziehung des Opfers zum Tatverdächtigen

Sieht man von den ungeklärten Fällen ab, dann ist beim sexuellen Missbrauch zur Herstellung und Verbreitung kinderpornographischen Materials in über 70% der Fälle der Täter aus dem näheren Umfeld des Opfers, also bekannt, oder verwandt! [70 von 99 {=120 -21}]

Und gegen diesen Missbrauch im Bekanntenkreis soll jetzt eine Sperre im Internet helfen?

Wird hier nicht das Leid unzähliger Kinder bagatellisiert, um in Deutschland eine Infrastruktur zu etablieren, die dem Ausblenden beliebiger Inhalte dienen wird?

Wäre es nicht anstatt dieser unglaublich gefährlichen Symbolpolitik angebracht:

  • Den Opfern echte Hilfe anzubieten?
  • Die Dunkelziffer bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verringern?
  • Die Täter zu verfolgen, anstatt nur der von ihnen verbreiteten Inhalte?
  • Den Pädophilen, die unter Ihren Neigungen leiden, durch Therapie helfen keine Täter zu werden?
  • Unsere Kinder stark zu machen, sodass sie gar nicht die Schwachstellen haben, die Täter benutzen um sich Ihnen zu nähern?

Christian; MOGIS

Achso, Man kann diese Seite auch weiterzwitschern:)

Creative Commons License Dieser Artikel wurde von uns für kommerzielle Nutzungsarten(Zeitung,..) mit der Creative Commons Attribution 3.0 Germany License lizensiert, wir bitten also darum, wenigstens mit dem Namen des Vereins und einem Verweis auf die Vereinswebseite zitiert zu werden... Zur privaten Nutzung ist dieser Text sogar gemeinfrei, er gehört sozusagen bereits Ihnen :)

PS: Jetzt wollen wir doch mal hoffen, dass die CDU den Missbrauchsvorwürfen in Sachsen mit der selben Entschiedenheit nachgeht, wie sie gerade die Sperren durchsetzt! (Vielleicht wollen Sie ja eine Stunde mit folgendem Post und den dortigen Links verbringen.)

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Drucksache 16/8871

Den Mitgliedern des Bundestages zur Erinnerung hat Christian in seinem Blog die Bundestagsdrucksache 16/8871 veröffentlicht. Es handelt sich um einen Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD vom 22.04.2008(was für ein Jahrestag .. oder?) in dem sie die Bundesregierung auffordern, sie möge:

Das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit weltweit durchsetzen und der Internetzensur entgegentreten.

Hier nur ein paar kurze Auszüge:

Verstöße gegen das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit finden in allen Regionen der Welt statt. Neben verschiedenen islamisch geprägten Staaten in Asien und Afrika geben auch zahlreiche weitere afrikanische und einige lateinamerikanische Staaten Anlass zur Sorge, zunehmend auch Mitgliedstaaten des Europarats.

Ob damit wohl eines der skandinavischen Länder gemeint war?

Die beiden Koalitionen scheinen sich auch sehr wohl bewusst zu sein, dass es dabei auch sowas wie vorgeschobene Gründe gibt:

In Staaten des Nahen und Mittleren Ostens wird eine erhebliche Anzahl unmoralischer Webseiten durch Filter blockiert. In Iran z. B. geschieht dies offiziell aufgrund angeblich pornographischer oder religionsbezogener Inhalte;

Vielleicht bietet es sich an, diesen Antrag, auch in Auszügen, den entsprechenden Bundestagsabgeordneten zur Erinnerung nahezulegen. Vielleicht hilft Ihnen das, ihre nächste Gewissensentscheidung zu vereinfachen.

Achso, Ihr könnt den Link auch weiterzwitschern:)

Weiterlesen

Ein kleiner Exkurs in Sachen Staatsrecht (v9)

Oder auch: Liebe Bundesregierung: 6, Setzen!

Nun zu einem Leyenhaften Vortrag:

Grundsätzliches

Im Grundgesetz gibt es Grundrechte mit unterschiedlichen Beschränkungsmöglichkeiten:

  • Grundrechte mit einfachem Gesetzesvorbehalt
    Eingriffe nur durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes zulässig. An das eingreifende Gesetz werden keine besonderen Anforderungen gestellt. (Artikel 10 Absatz 2 1 Grundgesetz)
  • Grundrechte mit qualifiziertem Gesetzesvorbehalt
    Eingriffe nur durch oder aufgrund eines Gesetzes, stellt aber gesonderte Anforderungen an das einschränkende Gesetz (Artikel 5 Absatz 3 1 Grundgesetz; Kunst, Lehre und Forschung sind frei)
  • Grundrecht ohne Gesetzesvorbehalt
    Das Grundgesetz sieht gar keine Eingriffe durch oder aufgrund eines Gesetzes vor. Aber: werden beschränkt durch kollidierendes Verfassungsrecht (das m.E. dürfte auf Artikel 19 Absatz 3 zutreffen)

Dabei muss immer eine Verhältnismäßigkeit geprüft werden:

  1. Das Gesetz braucht einen klar definierten legitimen Zweck
  2. Das Mittel muss geeignet/erfolversprechend sein. Definition: Das Mittel ist geeignet, wenn der mit ihm verfolgte Zweck überhaupt erreicht werden kann.
  3. Das Mittel muss erforderlich/notwendig sein. Definition: das Mittel ist nur dann erforderlich, wenn es keine mildere Maßnahme gibt.
  4. Das Mittel muss angemessen/verhältnismäßig sein. Definition: das Mittel ist angemessen, wenn der beabsichtigte Zweck (Erfolg) nicht außer Verhältnis zur Schwere des Eingriffs steht.

Erster Versuch einer Analyse

Fangen wir mit dem Zweck an: Weil, einen klar definierten und legitimen Zweck brauchen wir ja noch .. Hmmm .. Bekämpfung von Kinderpornographie? .. Vielleicht ein wenig zu unkonkret ..

Achja .. es geht ja vorgeblich um die Bekämpfung von sexuellem Missbrauch an Kindern also:

  1. Zweck: Schutz der sexuellen Selbstbestimmung der Kinder
  2. Geeignetheit/Erfolg: DNS-Umleitungen verhindern das Kinder missbraucht werden .. Hmmm .. Sehr fraglich .. wer weiss wie viele Kinder missbraucht werden, ohne dass jemand ein Video davon anfertig, auch wird ja nicht beim Täter sondern beim Konsumenten zugegriffen -> ungeeignet (Die Regierung sagt auch selber, dass “die Vorschrift auf eine Handlungspflicht ausgerichtet ist, nicht auf einen Erfolg”) (Das muss man sich mal reinziehen, damit kommt man heute in Deutschland durch!)
  3. Erforderlichkeit/Notwendigkeit: Es gibt keine mildere Maßnahme, die den selben Zweck erreicht .. Naja .. ziehmlich offensichtlich .. man bekämpft den Missbrauch und das Material an der Quelle .. das würde sogar helfen, wenn der Zweck des Gesetzes wäre: “Verringerung der Verbreitung von kinderpornographischen Material” -> nicht erforderlich
  4. Angemessenheit/Verhältnismäßigkeit: Die Eingriffe in Artikel 5(Meinungsfreiheit{Einen Link setzen, damit im Bezug auf den Kontext des Links eine Meinung äußern} Rezipientenfreiheit{Einem Link folgen, sich frei informieren}), Artikel 10 Absatz 1(Unverletzlichkeit des Post- und Fernmeldegeheimnisses{Eine Kommunikation fand statt}), Artikel 19 Absatz 4(Rechtsweggarantie{Das BKA in seiner göttlichen Dreifaltigkeit .. ähm Dreieinigkeit}) sowie Artikel 19 Absatz 1 (einschränkendes Gesetz muss Artikel nennen{bisher ist im Entwurf nur Artikel 10 genannt}) sind verhältnismäßig .. Naja .. vielleicht gerade noch so ..

Aber es geht ja um “Bekämpfung der Verbreitung von Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen“. Also:

Zweiter Versuch einer Analyse

  1. Zweck: Bekämpfung der Verbreitung von Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen .. Die Bekämpfung als Zweck? .. Das Handeln selbst als Ziel? .. Ist also der Weg das Ziel? .. Sind das neuerdings alles Buddhisten in der Regierung? .. Wie soll denn eine Erfolgskontrolle aussehen? .. Noch mehr Fallzahlen? .. Erfolg also durch erhöhte Fallzahlen? .. Im Gegensatz zu verringerten Fallzahlen als Erfolg, wenn das Ziel z.B. die “Veringerung der Verbreitung von Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen” wäre!
  2. Geeignetheit/Erfolg: DNS-Umleitungen verhindern Verbreitung von Kinderpornographie .. Hmmm .. Sehr fraglich .. Man kann ja doch recht schnell einen alternativen Nameserver einrichten .. Ach Ja .. wegen des Nichterfolgs kann man natürlich dann später ein wenig an einer Verschärfung drehen: ist auch schon mal angekündigt: Den Diensteanbietern bleibt es “unbenommen, sich für eine andere Sperrtechnik mit größerer Eingriffstiefe zu entscheiden” -> ungeeignet (Die Regierung sagt ja zudem auch selbst, dass “die Vorschrift auf eine Handlungspflicht ausgerichtet ist, nicht auf einen Erfolg”) (Das muss man sich mal reinziehen, damit kann man in Deutschland heute regieren!)
  3. Erforderlichkeit/Notwendigkeit: Es gibt keine mildere Maßnahme, die den selben Zweck erreicht .. Naja .. ziehmlich offensichtlich .. man bekämpft den Missbrauch und das Material an der Quelle .. dann bekommt man vielleicht so gar ein paar richtige Verbrecher zu fassen .. und kann die Kinder aus diesen Verhältnissen holen -> nicht erforderlich
  4. Angemessenheit/Verhältnismäßigkeit: Die Eingriffe in Artikel 5(Meinungsfreiheit{Einen Link setzen, damit im Bezug auf den Kontext des Links eine Meinung äußern} Rezipientenfreiheit{Einem Link folgen, sich frei informieren}), Artikel 10 Absatz 1(Unverletzlichkeit des Post- und Fernmeldegeheimnisses{Eine Kommunikation fand statt}), Artikel 19 Absatz 4(Rechtsweggarantie{Das BKA in seiner göttlichen Dreifaltigkeit .. ähm Dreieinigkeit}) sowie Artikel 19 Absatz 1 (einschränkendes Gesetz muss Artikel nennen{bisher ist im Entwurf nur Artikel 10 genannt}) sind verhältnismäßig .. Ohne viele weiter Worte!

Ach, was solls, da muss ich der Bundesregierung doch einfach mal Recht geben, was soll denn der ganze Scheiß mit dem Grundgesetz, das wurde doch eh nur für diese Grundrechtswahrer erfunden, die ständig nach Karlsruhe pendeln wollen, sind doch wirklich alles Karlsruhetouristen diese Reichsbedenkenträger.

Ein Fazit

Für so ein ungeeignetes Gesetz welches weder erforderlich ist, noch einen klar definierten Zweck hat, da kann man doch nicht auf ein paar popelige Grundrechte Rücksicht nehmen.

Bei zu vielen Entscheidungsträgern in diesem Land scheint beim Thema Kindesmissbrauch der Verstand auszusetzen. Das Thema braucht keinen blinden Aktionismus. Dazu ist es viel zu sensibel.

viele Grüße

Christian Bahls; Vorstand MOGIS

MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren

Kabinettsentwurf fertig

Wie Heise berichtet, ist der Kabinettsentwurf für die Abstimmung am Mittwoch fertig. Da sieht es wohl richtig übel aus.

  1. Es wird nicht mehr davon gesprochen nur Seiten aus nicht-EU-Staaten zu sperren, dazu folgende Karte mit der Herkunft der Einträge aus der norwegischen Sperrliste:
    Herkunft in Europa

    Herkunft in Europa

    und die Karte mit den Staate in denen in Europa solches Material zu verfolgen wäre:
    Verfolgung in Europa möglich

    Verfolgung in Europa möglich

    Naja vielleicht gibt es ja ein grundlegendes Problem mit der Rechtshilfe in Staaten wie den Niederlanden, Deutschland, Portugal und England, welches wir nicht kennen? .. Oops .. “Deutschland” war jetzt zuviel. Jetzt wird es wirklich klar, Es geht hier wirklich überhaupt nicht um eine effiziente Bekämpfung dieser Inhalte. Das Thema Kinderpornographie ist einfach ein guter Anknüpfungspunkt um eine Struktur aufzubauen mit der man beliebige Inhalte verfolgen kann. Man missbraucht Unser Leid als Betroffene und die Kinder als die potentiellen Opfer.
  2. Es sollen Aufzeichnungen geführt werden, der URL, der zugreifende Rechner und die Referer werden wohl auf Verlangen an das BKA ausgehändigt und ausgewertet werden.(hier orakelt) Und das obwohl das Stopp-Schild, zumindestens bisher noch, etwas anderes sagt.
  3. Achso .. Die Sperre gibt es wohl nicht nur für strafbares Material, sonder auch für mittelbare Links auf gesperrte Einträge. (Also wenn dann Wikileaks endlich gesperrt ist, dann auch Wir?)
  4. Den Diensteanbietern bleibt es “unbenommen, sich für eine andere Sperrtechnik mit größerer Eingriffstiefe zu entscheiden”. Also doch Great Wall of Germany? .. Zum Thema tiefere Eingriffstechniken: mal auf baidu.cn gehen, nach was unverfänglichen wie “beijing” suchen und dann testweise nach “falun gong” was da passiert kann man mal ganz kurz so zusammenfassen: es ist nicht Dein Internet, das da kaputt ist!

Soll ich euch was sagen Leute, ich merke gerade dass ich angefangen habe so zu reden, wie man das früher in der DDR getan hat .. so zwischen den Zeilen .. zum kotzen! .. Man hat ja auch in der DDR der Intelligenzia so einiges durchgehen lassen (Außer natürlich man wühlte das Proletariat auf) .. Ob es jetzt nochmal wieder so kommt? .. Ich kann mich noch erinnern wie ich als kleines Kind gefragt habe: Zwischen den Zeilen? Hatte damals so eine Bildliche Vorstellung von Geheimschrift die zwischen den Zeilen geschrieben wurde:)

Christian

PS: Eine schöne Zusammenfassung findet man beim Herrn Stadler.

PPS: Achso .. und die von uns so gewünschte Erfolgskontrolle(nach Histogramm suchen) wird es auch geben. Sie würden uns dann sogar sagen können, dass die zehn am häufigsten verhinderten Seiten-Zugriffe irgendwelche Spielzeughändler in Thailand sind .. oder so. Ich weiss ja, es gibt aufrechte Staatsbürger in der Polizei, bestimmt auch im BKA.

Was man alles mit solcher Art Information und einer Liste, wie der folgenden verbinden könnte. Ach, Ja .. (Christian träumt) .. Die Norweger haben diese “Erfolgskontrolle” doch bestimmt auch .. wieso ist da noch nichts ge-wikileaked? Zur Not gibt es diese anonymisierte Statistik ja noch beim Provider. Da gibt es sicherlich nicht nur Hurra-Gibt-Uns-Die-Sperre-Leute.

Achso, Es gibt auch die Möglichkeit uns anonym und sicher zu erreichen: https://privacybox.de/leisezehe.msg.

Datenschutz ist Opferschutz!

(Sind Sie Mitglied des Bundestages, oder kennen Sie einen Abgeordneten persönlich? .. Vielleicht wollen Sie dann auch den Exkurs in Sachen Staatsrecht lesen, ausdrucken und weiterreichen.)

Name

Dieses ständige Behaupten der Aussage: Datenschutz ist Täterschutz ist für Uns nicht länger ertragbar. Denn für uns, als Missbrauchsbetroffene ist Datenschutz vor allem eines, nämlich Opferschutz!

Für die Täter gibt es das Strafgesetzbuch und die Strafverfolgung.

Das ist nämlich ein ganz wichtiger Aspekt bei dieser Sache: Verbote und diese neuen technischen Sperren kosten fast nichts, die Bundesregierung gibt das auch ganz freimütig zu.

Die Ausbildung und Beschäftigung ausreichend vieler Pädagogen für die Kinder und Therapeuten für die Betroffenen und potentiellen Täter kosten aber eine Menge!

Nicht nur Geld, sondern auch eine Menge Anstrengung. Vielleicht ist das auch einer der Gründe warum der Opferschutz in der freitägliche Antwort des BMFSFJ so ziemlich an letzter Stelle steht.

Das kommt dann wahrscheinlich wirklich zum Schluß, nachdem sich all’ diese Sperren, ähm Zugangserschwerungen, am Ende als wirkungslos herausgestellt haben.

Wenn man schon mal wissen möchte, was für ein Germany-net das sein würde, dann muss man sich nur bei Zitaten des Abgeordneten Uhl bedienen, oder wie hier beschrieben, folgendes Experiment ausführen:

mal auf baidu.cn gehen, nach was unverfänglichem wie “guandong” suchen und dann testweise nach “falun gong” was da passiert kann man mal ganz kurz so zusammenfassen: es ist nicht Dein Internet, das da kaputt ist!

Man muss sich, glaube ich, eines ganz Klar machen: Zensur passiert nicht vorwiegend durch die Verfolgung missliebiger Inhalte, sondern:

Zensur passiert Im Kopf! Nicht: Wir werden zensiert, sondern: Wir zensieren uns!

Dies auch und vor allem, um nicht Gefahr zu laufen bestraft zu werden. Ala: “Wie viele Stopp-Seiten darf ich diesen Monat wohl noch sehen, bevor mich das BKA abholt?”., oder auch: “Setze Ich jetzt diesen Link und informiere damit über die Inhalte dort, oder kann ich dann belangt werden?”

(Mehr zu dem Thema auch im offenen Brief an Frau von der Leyen).

Wer traut sich denn gerade jetzt noch einem beliebigen Link zu folgen?

Dazu ein hier nun ein kleines Experiment: Hier klicken!

Na, gleich ganz mutig draufgeklickt und dann ein wenig in die Hose gemacht?

Etwas länger Überlegt? .. Ja, so ging mir das auch (Ich war sogar richtig Paranoid, und habe vorher ein Telnet auf Port 80 gemacht um zu sehen, was für einen Redirect ich bei der Anfrage aufs Auge gedrückt bekomme -> ist wohl demnächst auch angebracht: rzkoepke.net schreibt es ganz schön: “Ich kriminalisiere Euch alle“)

Wir können nämlich rein prinzipiell vorher gar nicht wissen, wo wir beim Folgen eines Links landen werden.

Darauf weist auch Schleswig-Holsteins Landesdatenschützer Thilo Weichert hin: “Damit würde sich jeder Internetnutzer schon der Gefahr einer Strafverfolgung aussetzen, wenn er eine ihm noch nicht bekannte Adresse aufruft”, kritisiert er bei golem.de.

Ja, Frau von der Leyen .. Diese Pistole richten Sie auch auf uns als Opfer!

Ja, Frau von der Leyen .. Diese Pistole richten Sie auch auf uns als Opfer!

Dazu sagen dann der Herr Ziercke und Frau von der Leyen nur kurz:

Stoppppppp, das, was sie da gerade versuchen zu tun, ist strafbar!

Aber Frau von der Leyen: Diese, von Ihnen wohl angedeuteten, Pistole richten Sie auch auf Uns als Missbrauchsbetroffene!

Ja auch andere Inhalte werden dann aus Versehen illegal, weil illegal ist ja dann das, was vom das BKA so genannt, bestimmt und auf eine geheime Liste gesetzt wird. Ach Ja, natürlich auch viele Seiten die auf diese genannten, ähm, nicht genannten Seiten verweisen.

Da wird ein enormer Druck aufgebaut .. Das erzeugt eine große Unsicherheit.

Vielen Betroffenen ist es wichtig offen über den erlebten Missbrauch reden zu können, das therapiert.

Dazu braucht es Schutz. Wir wollen doch nicht bloßgestellt werden. Wir fühlen Uns nackt, wenn Wir über den erlebten Missbrauch reden. Wir wollen dabei und auch dafür nicht angegriffen werden. Wir wollen Uns dabei sicher fühlen.

Diese Sicherheit kann aus dem Schutz durch einer warmherzige, aufnehmenden Situation, oder eben auch aus den Schutz der Anonymität kommen.

Das ist einer der Gründe, warum es Hotlines gibt, die man Nachts in größter Not anrufen kann. Dort sind aber seit Einführung der Vorratsdatenspeicherung bereits erste Folgen zu beobachten: Vorratsdatenspeicherung verhindert sensible Gespraeche.

Und in diesem Fall ist es gerade das Gefühl im WWW sicher zu sein, das uns von Ihnen und Ihrer Koalition der Willigen genommen wird!

In diesem Sinne

Christian; MOGIS

(PS: Bitte besucht auch den Artikel: “Ein Offener Brief“, in dem wir versuchen die Bundesregierung in der Person von Frau von der Leyen auf die Folgen der geplanten Sperren anzusprechen.)

Offener Brief an Frau Ministerin von der Leyen (ein Manifest) V2

(Wenn ich im Folgenden “Wir” schreibe, dann meine ich nicht nur MOGIS, sondern schließe damit auch generell diejenigen ein, die Bedenken an den aktuell diskutierten Plänen haben (schließe also die 10.000 Besucher der letzten Woche mit ein))

Liebe Frau Ministerin von der Leyen,

Sie haben am Freitag auf der Pressekonferenz im Bundespresseamt von den Beschwernissen durch einen organisierten Widerstand gesprochen.

Dazu möchte Ich Ihnen nur eins antworten: Wir sind noch gar kein organisierter Widerstand!

Das, was sie jetzt schon als organisierten Widerstand wahrnehmen, sind in Wirklichkeit bisher die Bedenken einer Menge besorgter Bürger und Bürgerinnen, die relativ unabhängig voneinander ihre Zweifel äußern; es sind genau jene Bedenken über die Sie gerade so leichtfertig hinwegzugehen belieben!

Die Politik darf aber nicht aufhören sich zu erklären. Wenn Politik aufhört sich im Dialog zu legitimieren, dann untergräbt sie die Basis des demokratischen Rechtsstaats. Auf diese Art und Weise wird langfristig der Bestand der Bundesrepublik Deutschland gefährdet!

Diese “Basta-Politik”, dieses “über die Köpfe der Bürger und Bürgerinnen hinweg regieren”, war schon unter der Regierung Gerhard Schröders schwer zu ertragen!

Wir sind doch keine kleinen Kinder! Jeder Bürger, jede Bürgerin hat seine oder ihre spezifischen Expertisen, die können sie doch nicht so einfach ignorieren. Die Politik schneidet sich so vom Wissen der Bevölkerung ab. Synergieeffekte, wie sie in gleichberechtigter Kooperation entstehen, werden so behindert.

Im WorldWideWeb entsteht seit mindestens einem Jahrzehnt so etwas wie ein globales Bewusstsein. Diesem würden Sie mit der Umsetzung Ihrer Pläne einen schweren Einschnitt verpassen!

Die Politik zeigt sich besorgt über die Politikverdrossenheit des deutschen Volkes, ignoriert aber die direkt unter ihren Augen entstehende Kultur des Betreibens von Weblogs, kurz Blogs. Da entsteht gerade eine neue demokratische Kultur!

Diese Web-Tagebücher leben geradezu von ihrer Vernetzung, deswegen müssen Blogger sich trauen können Verweise, so genannte Links, auf andere Inhalte, zu setzen und auch zu empfangen.

Viele Angebote zeigen ihre volle Entfaltung erst, wenn sie durch Links in ein größeres Netz aus anderen, ergänzenden, Information eingebunden sind. Gerade die gefühlte Gefahr beim Anbieten eines Links hat aber, auch durch die unsachlichen Diskussion der letzten Jahre, erheblich erhöht!

Mit den DNS-Umleitungen wird jetzt sogar das Klicken eines Links zu einer gefühlten Bedrohung: “Wie viele Stopp-Seiten darf ich diesen Monat wohl noch sehen, bevor mich das BKA abholt?”.Zudem man auch nicht vorher wissen kann, wohin ein Link, dem man folgt, führt. Das erzeugt Angst. Da entsteht eine Schere im Kopf: “Tu ich das jetzt und informiere mich was dort für Inhalte sind, oder mache ich das lieber nicht?”

Das ist es, was wir als Einschränkung empfinden. Wir kommunizieren dort. Viele Menschen verbringen einen großen Teil ihres sozialen Lebens im Internet.

Gerade für Missbrauchsbetroffene ist es nämlich häufig hilfreich, anonym und ohne Angst bloßgestellt zu werden, relativ frei über den erlittenen Missbrauch reden zu können. Es hilft!

Sie nehmen auch uns, den Missbrauchsbetroffenen, das Gefühl der Sicherheit im Netz. Sie geben uns das Gefühl etwas Verbotenes zu tun, wenn wir anonym im Internet unterwegs sein wollen. Denn auch dafür müssten wir Ihre Zugangserschwerungen umgehen!

Sollen wir nun also diese Pest aus Scham, Ärger und Wut für immer in uns behalten? Wo sollen denn die ganzen Therapeuten herkommen um uns sonst zu begleiten?

Wer traut sich denn schon, frei über Missbrauch zu reden oder seine Sorgen in sein elektronisches Tagebuch zu schreiben, wenn er dabei überwacht werden könnte?

Das die Hintergründe, warum Wir für Meinungs- und Rezipientenfreiheit, für das Fernmeldegeheimis und, unserer eigenen Ohnmacht bewusst, für die Rechtsweggarantie kämpfen!

Das sind die Gründe, warum wir diese Manipulation am Domain-Name-System verurteilen,warum wir eine Vorratsdatenspeicherung ablehnen, warum uns das neue BKA Gesetz solche Angst macht.

Ganz allgemein geht es uns um die Wiederherstellung einer Rechtsstaatlichkeit, welche sich durch Anerkennung von Grundrechten, der Verhältnismäßigkeit bei ihrer Einschränkung und einer funktionierende Gewaltenteilung auszeichnet!

Diese Bedenken belieben Sie ja gerade in der aktuellen Diskussion so beiläufig beiseite zu wischen. Auch gerade indem Sie mit dem Leid der (auch potentiellen) Opfer Stimmung machen!

Ich kann verstehen, dass Sie das WWW nicht als dynamisch wahrnehmen. Ich kann verstehen, dass für Sie das WWW ein Presseerzeugnis ist, schließlich werden Sie in Ihrer Funktion viele Webseiten überhaupt nur ausgedruckt zu sehen bekommen.

Aber Ich möchte Sie wirklich darum bitten, sich, vielleicht auch gerade von Ihren Kindern, ein paar neue Webangebote vorführen lassen.

Lassen Sie sich bitte zeigen, wie junge Menschen Inhalte tauschen, sie neu zusammenstellen, mit manchmal überraschenden Effekten.

Das Internet ist kein großer Pornotauschring. Stattdessen können Sie im Internet vielen Leuten bei der Kreation wunderbarer Inhalte zuschauen!

In jeder Stadt gibt es schmutzige Ecken, dort wäre es dann angemessen, die Polizei etwas häufiger vorbeizuschicken.

Aber was Sie gerade in Deutschland umsetzen entspricht eher dem Szenario: ein Polizist pro Bürger, dies im wörtlichen Sinne, wegen der Möglichkeiten moderner Technik, aber auch gerade wegen der Zensur im Kopf “Mach ich das jetzt, oder lieber doch nicht?”

Eine Art “Große Mauer”, das ist es, was sich manche Politiker unter “Kontrolle des Internet” vorstellen. Und diese Politiker sagen das sogar öffentlich. Sie lassen es sogar verschriftlichen!

Diese Leute sitzen auch und gerade in Ihrer Partei! Es ist auch Ihre Koalition der Willigen!

Wäre es nicht anstatt dieser unglaublich gefährlichen Symbolpolitik angebracht:

  • Den Opfern echte Hilfe anzubieten?
  • die Dunkelziffer bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verringern?
  • Die Täter zu verfolgen, anstatt nur der von ihnen verbreiteten Inhalte?
  • Den Pädophilen, die unter Ihren Neigungen leiden, durch Therapie helfen keine Täter zu werden?
  • Kinder stark zu machen, sodass sie gar nicht die Schwachstellen haben, die Täter benutzen um sich Ihnen zu nähern?

Treten Sie bitte wieder mit Ihren Kritikern in einen konstruktiven Kontakt!

In diesem Sinne verbleibe ich,

mit freundlichen Grüßen

Ihr Christian Bahls

(PS: Ich möchte Sie wirklich eindringlich bitten, mal auf baidu.cn zu gehen, der großen chinesischen Suchmaschine. Suchen Sie dort bitte mal erst nach was völlig unverfänglichem, wie zum Bespiel: “guandong” und dann mal testweise nach “falun gong”. Oder lassen Sie suchen, wie auch immer. Ich möchte es hier nur mal ganz kurz zusammenfassen: es ist nicht Ihr Internet, das da kaputt ist!)

[polldaddy poll=1550019] [polldaddy poll=1551536] [polldaddy poll=1551507]

(Das ist mir am Freitag so richtig klar geworden: Wir müssen die Leute erreichen, die kein oder nur eingeschränkt Internet benutzen. Das heißt entweder wir (wobei ich alle Internetbürger miteinschließen möchte) schaffen es um 20:00 Uhr zu den Abendnachrichten in’s Fernsehen .. oder Wir bringen eben eine Art Manifest in die Zeitung .. das zweite ist realistischer denke ich. Wer also dieses Ziel teilt: Abstimmen, Verlinken und Weitersagen :) )

(Alternativplan: jeder der möchte kann diese Seite wenigstens 2-3 mal ausdrucken und Freunden ohne E-Mail-Adresse einfach so zum Lesen geben .. alle anderen habt Ihr ja hoffentlich schon per E-Mail hierher: http://mogis-verein.de/ein-offener-brief/ verwiesen :) .. Wenn diese Bekannte Abgeordnete des Bundestages sind -> Um so besser)

(Wer dazu beitragen kann, dass der Druck passiert, schickt bitte eine E-Mail an Uns :) .. Ein Betreff in der Art: “Hilfe zum Brief” macht Uns die Arbeit leichter :)

Der Zweck heiligt nicht jedes Mittel!

Name

Ich denke wir brauchen eine ehrliche Diskussion darüber, dass der Zweck nicht jedes Mittel heiligt. Auch nicht beim Themenkomplex Missbrauch und der Verbreitung seiner Dokumentation!

Denn wo führt die aktuelle Diskussion denn hin? Wollen wir eine “Great Wall of Germany” aufbauen? Denn das ist die letzte Konsequenz aus der Eskalation von “Sperren fortentwickeln” und “Sperren umgehen” !

Auch ist die totalen Sicherheit eine Illusion. Eine Illusion, die einem als Missbrauchsbetroffenen schon früh im Leben geraubt wird.

Das Leben steht letzendlich die ganze Zeit auf Messersschneide. Solche Anlässe wie die aktuelle Diskussion machen uns nur wieder darauf aufmerksam, wie verletzlich wir und unsere Kinder eigentlich die ganze Zeit sind.

Ich finde man sollte auch keine allumfassende Sicherheit suggerieren oder versprechen. Eigentlich müsste es sogar so sein, dass, wenn jemand die totale Sicherheit verspricht,  alle sagen: “Der Kaiser ist ja nackt!”.

Aber keiner traut sich! Denn dieses Thema ist ja auch so unglaublich heikel. Wer will denn schon als Kinderpornograph, Pädophiler oder Sympathisant diffamiert werden?

Genauso wie im Märchen “Des Kaisers neue Kleider”, in dem den Leuten erzählt wird, nur die Unschuldigen würden die Wahrheit sehen: die Kinder.

Die Kinder werden aber gerade genau in der laufenden Diskussion als potentielle Opfer vereinnahmt. Dann lautet aber die Frage: Ja, wer kann sich dann überhaupt noch frei äußern?

Keiner? Außer vielleicht ein paar Wortführern der Sperren im BKA, den entsprechenden Bundesministerien und einigen Lobyisten mit finanziellen Interessen?

Ich traue mich aber trotzdem zu sagen: “Der Kaiser ist ja nackt”.

Denn alles, was jetzt so zu sehen ist, ist doch der Ausdruck einer puren Ohnmacht! Und das ist, was die Politik jetzt mit Ihren Hau-Ruck-Aktionen zu kaschieren versucht.

Das liegt aber auch an uns Bürgern! Solange wir nach 100% Sicherheit verlangen, wird uns diese auch von fragwürdigen Personen versprochen werden!

Können wir nicht lernen, damit zu leben, dass es ein Restrisiko gibt? Wollen wir die totale Kontrolle? Wenn ja, dann soll man das auch so offen und ehrlich sagen.

Denn was soll denn jetzt kommen, nach VorratsDatenSpeicherung (ja auch Ihre Telefonate und SMS werden registriert), dem BKA-Gesetz (wann haben sie das letzte mal in Ihr Computertagebuch geschrieben) und den geplanten DNS-Manipulationen

Wäre es nicht anstatt dieser unglaublich gefährlichen Symbolpolitik angebracht:

  • Den Opfern echte Hilfe anzubieten?
  • die Dunkelziffer bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verringern?
  • Die Täter zu verfolgen, anstatt nur der von ihnen verbreiteten Inhalte?
  • Den Pädophilen, die unter Ihren Neigungen leiden, durch Therapie helfen keine Täter zu werden?
  • Kinder stark zu machen, sodass sie gar nicht die Schwachstellen haben, die Täter benutzen um sich Ihnen zu nähern? (Wann haben sie das letzte Mal ein “Nein!” Ihres Kindes ignoriert, sind darüber hinweggegangen und haben es unterworfen?)

Können Wir nicht darüber reden?

Christian; persönlich betroffen

Kommentar zu Staatsanwalt Vogts Zahlenspielen

Die sueddeutsche.de hat mich interviewed.

Im selben Artikel kommt noch der Hallenser Oberstaatsanwalt Peter Vogt zu Wort

Das Datenvolumen, um das es bei den Kinderpornos im Internet geht, ist enorm: Allein in Sachsen-Anhalt warten 41 Terabyte mit 364.000.000 Bildern auf eine Auswertung.

Eigentlich ist es überhaupt eine Frechheit, dass diese Leute mit Ihrer Armut Presse machen können. Dass die überhaupt soviele unausgewertete Rechner mit Daten da stehen haben. Die stehen dort teilweise über 2 Jahre! Und naja was sind 41 Terabyte heute? So circa 80 Rechner, oder?

Sie wissen gar nicht, was da d’rauf ist. Sie vermuten nur!

Das muss man sich mal vorstellen, die argumentieren mit Verdachtsfällen! Man braucht also nur genug Verdachtsfälle. Oh ja .. Operation Himmel hatte ja alleine 12.000 davon.

Deswegen auch die Zahl mit den 364.000.000 Bildern. Die haben einfach das Gesamtvolumen der Medien, die sie beschlagnahmt haben (eine DVD ist immerhin bis 7,95 GigaByte groß) durch eine geschätzte Größe von ca. 120kByte pro Bild dividiert.

So kommt Herr Vogt auf seine Zahlen. Er dokumentiert die Armut der ermittelnden Behörden und kann damit gegenüber der Presse für die Einführung dieser Internetsperren argumentieren.

Schätzungen zufolge gibt es bis zu 450.000 Seiten mit kinderpornografischem Inhalt in Deutschland, die täglich angeklickt werden. In nur zehn Tagen habe eine Seite mit Kinderpornos mehr als 49.000 Klicks gemacht, erzählt Vogt.

Wieder diese 450.000, dazu habe ich hier etwas mehr geschrieben.

Ganz seltsam ist folgende Aussage:

In nur zehn Tagen habe eine Seite mit Kinderpornos mehr als 49.000 Klicks gemacht, erzählt Vogt.

Ersten: diese Seiten machen keine Klicks, Nutzer Klicken, die Seite haben Besucher. Und Zweitens: was wird da gezählt? Die Anzahl der Besucher, Page Impressions, oder jede einzelne Anfrage?  Wenn jede einzelne Anfrage gezählt wird, dann nur für Webseiten oder auch jedes einzelne Bild auf der Seite als eigene Anfrage? – Manche Seiten haben ja hunderte Bilder auf Ihrer Startseite.

Ihm gehen die Sperren deshalb nicht weit genug: “Die User werden darauf hingewiesen, dass das Herunterladen kinderpornografischer Bilder illegal ist”, erklärt Vogt. “Muss dann der Provider nicht solche Straftaten auch melden?” Doch dagegen wehren sich die Internetanbieter bislang.

Die Provider können sowas gar nicht melden, dazu müssten sie den Verkehr der Nutzer überwachen, und das ist zum Glück noch strafbar. Mit den Sperr-Servern (Stop-Seiten) wird sich das ändern. Die Provider werden dann sehen, welche Inhalte nachgefragt werden, wer die Nutzer sind und welche Seiten sie vorher besucht haben (den sogenannten Referer). Diese Seiten werden dann wahrscheinlich, wie in Norwegen auch, irgendwann zu Sperrkandidaten. So wie auch diese Seite .. schliesslich verlinken wir auf wikileaks und die Analyse einer Sperrliste .

Am Ende brauchen wir auch eine ehrliche Diskussion darüber, dass der Zweck eben nicht jedes Mittel heiligt .. nicht, wenn man deswegen “The Great Wall of Germany” aufbauen muss! Denn das ist die letzte Konsequenz aus der Eskalation von Sperren fortentwickeln <-> Sperren umgehen, das Stichwort lautet hier nämlich: Koevolution.

Wollen wir dahin?

Christian; MissbrauchsOpfer gegen Internetsperren

Eine Verfolgung ist möglich!

Einer der Leser des scusiblog‘s, Rochus Wessels, hat sich die Sperrlisten, die nach Serverstandorten analysiert wurden, genommen und die Länder nach juristischer Verfolgbarkeit von dokumentierten Kindesmissbrauch und dessen Verteilung und Verbreitung analysiert:

Eine Verfolgung ist möglich!

Eigentlich ein ganz gutes Komplement zu unserem Artikel: “Möglichkeiten der rechtlichen Verfolgung“.

viele Grüße

Christian; MOGIS

DPA Pressemitteilung und Zahlenspiele der Regierung

(Dieser Artikel ist etwas lang geworden .. Er hat am Ende aber einen echten Knüller parat .. jedenfalls finden Wir das .. wenn’s also zu langweilig wird: zum Ende scrollen :) )

Da kommt doch gerade eine DPA-Pressemitteilung: “Bald erste Internet-Sperren für Kinderpornos” von Frank Rafalski, -dpa, die auch prompt völlig ungefiltert bei einigen (sonst auch kritischen) Medien aufgeschlagen ist:

Dabei sind die Datenmengen, die in Deutschland überprüft werden müssen, gewaltig. Nach Schätzungen gibt es bis zu 450 000 einzelne Seiten mit kinderpornografischem Inhalt, die täglich angeklickt werden.

Es handelt sich nicht um 450.000 einzelne Seiten, sondern um 450.000 vermutete Zugriffe (es waren auch schon mal 400.000 und davor auch 300.000). Da werden also mitnichten 450.000 Seiten jeden Tag überprüft!

Die 450.000 Zugriffe sind zudem auch noch Hochrechnungen der 15.000 bis 18.000 täglichen Hits, auf die Norwegische Liste (mit über 3.000 Einträgen), auf die deutsche Bevölkerung.

Die Anzahl der Zugriffe sagt aber zudem noch gar nichts aus über:

  1. die Intention derjenigen, die die Seite ansurfen
  2. die Inhalte, welche blockiert wurden

Diese erwähnten 18.000 Zugriffe setzen sich dann wahrscheinlich aus 14.000 Versuchen das supi-neue SchwulenPorno zu bekommen, 3.500 Versuche diesen bei Wikipedia verlinkten Zensurgegner zu erreichen und einem harten Kern von 500 Versuchen an illegale Inhalte zu gelangen. (Wir sind natürlich an belastbaren Zahlen interessiert, kann da nicht mal jemand mit entsprechendem Zugriff ein schnuckeliges Histogramm von Zugriffen auf seinen Sperrserver [welche ja auch in Finnland bei den Providern stehen] machen? So eine Art Top Ten der Domain-namen?)

Die Liste soll aber nur 1.000 Einträge haben (wo sie die hernehmen wollen ist eine andere Frage):

Fünf Internet-Anbieter, die 75 Prozent des Marktes bedienen, werden die Verträge mit dem BKA unterzeichnen. Die Deutsche Telekom, Vodafone/Arcor, Alice/Hansenet, Kabel Deutschland und Telefonica/O2 verpflichten sich damit, die vom BKA täglich aktualisierten Listen mit etwa 1000 Internet-Seiten mit Kinderpornos zu sperren.

Na gut es wird erst mal also 75% der Einwahlkunden betreffen. Was ist mit Firmen, Behörden, Ministerien und auch dem Bundestag? Die Listen an irgendwelche Firmen zu verteilen wird ja nicht möglich sein .. da ist die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass mal ganz schnell was wikileaked.

Zudem ist die Zahl mit den 1.000 Einträgen interessant. Die Finnen haben auch mal so gemütlich angefangen. Deren Liste ist ja auch ganz gut analysiert: 9 Seiten enthielten strafwürdige Inhalte, 28 Seiten hatten fragwürdigem Inhalt, 46 waren (legale) Kinder-Model-Seiten, 879 waren legale Pornographie (hauptsächlich gay-porn: überhaupt sind wohl in Finnland regelmäßig die ersten 4 Suchergebnisse nach “gay porn” gefiltert).

Zudem waren dort auf der Liste dann noch 9 weitere Seiten mit völlig legalen Inhalten, eine Gay-Rights-Gruppe aus Thailand, ein Puppenladen .. und ach ja: ein Zensurgegner.

Um jetzt auf den behaupteten Anstieg der Straftaten nach §184b StGB zu kommen: Das berühmte “110%”-Zitat durfte in so einer Pressemitteilung natürlich nicht fehlen:

Die Zahl der Anbieter steigt sprunghaft um bis zu über 110 Prozent im vergangenen Jahr.

Das ist ja eine frei erfundene Zahl, denn, was im letzten Jahr angestiegen ist, ist die Anzahl der Verdachtsfälle für Besitz und Verschaffung, die “gloreiche” Operation Himmel, mit 12.000 Verdächtigen aber fast ohne Verurteilungen, fällt einem da gleich ein.

Der BKA-Lagebericht ist da ganz auskunftsfreudig:

Kinderpornografie / sexueller Missbrauch von Kindern
  • Kinderpornografie ist die Dokumentation von Kindesmissbrauch, schwerster Straftaten gegen Kinder.
  • Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet seit Jahren einen konstanten Anstieg beim Besitz, der Beschaffung und Verbreitung von Kinderpornografie (2007: 11.357 Fälle; Steigerung um 55% gegenüber 2006: 7.318 Fälle).
  • Bei der Besitzverschaffung von Kinderpornografie durch das Internet war von 2006 auf 2007 sogar ein Zuwachs von 111% festzustellen (von 2.936 auf 6.206 Fälle)(Angabe aktualisiert am 26.11.2008).
  • Die Dimension der Verbreitung von Kinderpornografie über das Internet in Deutschland verdeutlicht die Anzahl der Beschuldigten in einzelnen großen Ermittlungskomplexen allein in Deutschland (z.B. Operation Marcy: 530; Operation Penalty: über 1.000; Operation Mikado: 322; Operation Himmel: 12.000; Operation Smasher: 987).

Er verschweigt aber auch Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2007 (Seite 33) (vielen Dank an netzpolitik.org für den Artikel Zahlenspiele des Familienministeriums):

Straftaten(Gruppen) 2007 2006 Diff. Proz.
1432 Verbreitung kinderpornographischer Schriften (Erzeugnisse) durch gewerbs-/bandenmäßiges Handeln, gemäß § 184b Abs. 3 StGB 347 124 223 179,84%
1433 Besitz/Verschaffung von Kinderpornographie gemäß § 184b Abs. 2 und 4 StGB 8832 4545 4287 94,32%
1434 Verbreitung von Kinderpornographie gemäß § 184b Abs. 1 StGB 2525 2773 -248 -8,94%
XXX Punkt 1432 + 1434 (Verbreitung) 2872 2897 -25 -0,86%

Die Anzahl der Straftatbestände “Verbreitung” ist also mehr oder weniger konstant!

Jetzt kommt aber noch ein Hammer:

Einzelne Seiten, die das BKA unter Kontrolle hat, werden bis zu 50.000 Mal im Monat geladen. Die Opfer dieses Millionen-Geschäfts sind immer jünger. 80 Prozent sind unter zehn Jahre alt, 33 Prozent unter drei und zehn Prozent unter zwei.

Entweder dieser DPA-Mitarbeiter hat keine Ahnung oder das BKA verbreitet Material, dass nach §184b StGB strafbar ist?

Die werden doch nicht zulassen, dass da weiter solches Material verbreitet wird, damit sie ein paar Leute mehr schnappen können? Die dann Straftaten begehen, die ohne die Provokation seitens des BKA nicht möglich gewesen wären?

Ohne weitere Worte

Christian; Vorstand MOGIS

Möglichkeiten der rechtlichen Verfolgung

Da sich ja der Inhalt der Sperrliste in Deutschland eng an der norwegische Liste orientieren soll, haben Wir mal die Gelegenheit genutzt, und mit Hilfe von GeoIP die Server auf der norwegischen Sperrliste lokalisiert, und dann die Anzahl der Server pro Land (logarithmisch)farblich kodiert.

Dabei ergibt sich ähnlich wie bei scusi, folgendes Bild:

Herkunft (norwegische Sperrliste)

Herkunft der Einträge auf der norwegischen Sperrliste (Welt)

[US:1292, NL:146, CA:79, RU:75, DE:69, KR:62, PT:61, GB:54, CZ:37, SE:32, UA:15, JP:12, AU:11, HK:8, BZ:8, CN:6, BS:5, FR:4, PA:3, ES:3, DK:3, TW:2, BY:2, TR:1, TH:1, SK:1, RO:1, NO:1, MX:1, LV:1, IT:1, BR:1, AR:1; der eine Server in NO ist der TestServer von kripos.no]

Für Europa nochmals in höhere Auflösung:

Herkunft in Europa

Herkunft der Einträge auf der norwegischen Sperrliste (Europa)

Die Regierung behauptet ja nun die Inhalte auf diesen Servern nicht anders als mit DNS-Sperren verfolgen zu können. Um diese Aussage zu widerlegen haben Wir nun die Studie “Child Pornography: Model Legislation & Global Review” (angefertigt im Jahr 2005 vom International Centre for Missing & Exploited Children), zu Rate gezogen.

Die Studie begutachtet die Rechtslage bezüglich dokumentierten Missbrauchs (Kinderpornographie) in den 184 Interpol-Staaten.

Wir haben nun die Liste der in der Studie erwähnten Länder nach folgenden Kriterien begutachtet:

  1. Gibt es eine Gesetzgebung welche Kinderpornographie verfolgt?
  2. Gibt es zusätzlich Straftatsbestände unter Einbezug eines Computers oder
  3. Ist schon der Besitz strafrechtlich verfolgbar?

(Diese Kriterien haben Wir so gewählt, da dann eine Aussicht auf eine erfolgreiche Verfolgung der Inhalte in diesen Ländern besteht.)

Es ergibt sich dann folgendes Bild:

Länder in denen eine Verfolgung möglich ist

Interpolstaaten in denen eine Verfolgung möglich ist (Welt)

(Wir haben die russische Föderation zur Liste der “sicheren Drittstaaten” hinzugenommen, da im Rahmen der G8 eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet stattfindet)

Verfolgung in Europa möglich

Interpolstaaten in denen eine Verfolgung möglich ist (Europa)

(Naja, Weißrussland ist ja nicht nur in dieser Hinsicht ein Ausnahme)

Für diejenigen, die es interessiert, zeigt die folgende Karte in welchen Ländern überhaupt entsprechende Strafnormen existieren. (Kriterium 1)

Länder mit entsprechender Gesetzgebung

Interpolstaaten in denen entsprechende Strafnormen existieren.

Die jeweiligen Listen der Länder finden sich hier und hier. (leider als PDF, WordPress ließ Uns keine TXT-Dateien hochladen)

Mahnwache zur Vertragsunterzeichnung zu DNS Sperren

MOGIS, der Verein “MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren” schließt sich dem Aufruf von netzpolitik.org für eine Mahnwache aus Anlass der Vertragsunterzeichnung zur Einführung von DNS-Sperren an.

Unsere Mitglieder sind es leid von der Politik als Galionsfiguren der schleichenden Einführung einer Zensur in Deutschland benutzt zu werden.

Wir würden uns von der Politik (insbesondere der Bundesregierung) einen sensibleren und konstruktiveren Umgang mit dem Thema wünschen. Dazu würde insbesondere eine echte Auseinandersetzung mit dem Thema Kindesmissbrauch und Strategien zu dessen Verhinderung, sowie ein Eingehen auf die seitens der Provider und anderer Experten geäußerten Kritik, gehören.

Deshalb laden auch wir, vorbehaltlich einer Terminänderung seitens des BMFSFJ, zur Mahnwache am Freitag, dem 17. April 2009, zwischen 9 Uhr und 9:30 Uhr, vor dem Presse- & Besucherzentrum der Bundesregierung (Bundespressekonferenz), am Reichstagsufer 14 (U+S-Bhf. Berlin-Friedrichstraße).

Der Vorsitzende des Vereins “MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren” wird nach Möglichkeit versuchen am Freitag anwesend zu sein, und sensiblen und respektvollen Fragen zur Verfügung zu stehen.

Laura & Christian; MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren

Wunderbarer Artikel bei der c't

In der Zeitschrift c’t ist eine wunderbare Zusammenfassung zum Thema Internetsperren erschienen. (Zusätzlich ist das Heft 9/09 wohl ab 14.04. im Handel).

Hier ein aus Unserer Sicht sehr wichtiges Zitat:

Dieses Vorgehen scheint auf den ersten Blick in Ordnung, schließlich darf die Polizei zur Gefahrenabwehr ohne richterliche Anordnung tätig werden. Doch normalerweise muss danach eine Prüfung stattfinden, die im Falle der Internet-Sperren nicht vorgesehen ist. Im Gegenteil: Da die Liste Links auf Kinderpornografie enthält, muss sie geheim bleiben. Weder Privatpersonen noch Verbraucherschützer oder Journalisten dürfen nach gesperrten Seiten suchen oder die Rechtmäßigkeit einer Sperrung überprüfen.

Aber auch sonst vom ersten bis zum letzten Buchstaben sehr lesenswert!

[Update]; Wir haben es jetzt endlich gefunden; Die Rechtsweggarantie findet man im Absatz 4, Artikel 19 Grundgesetz, und weil’s so schön ist, hier gleich als vollständiges Zitat:

Wird jemand durch die öffentliche Gewalt in seinen Rechten verletzt, so steht ihm der Rechtsweg offen. Soweit eine andere Zuständigkeit nicht begründet ist, ist der ordentliche Rechtsweg gegeben.

[Update2]; Anscheinend auch durch die c’t Presseveröffentlichung hat sich das Handelsblatt zu einem Artikel motivieren lassen: Experten greifen von der Leyen an

Menschenbild

Eigentlich ist es schon recht seltsam, welches Menschenbild die Befürworter der Sperren teilweise zu haben scheinen.

Da sollen normale Leute plötzlich pädophil werden, nur weil sie zufällig mal im Internet auf “dokumentierten Missbrauch” stoßen?

Natürlich ist man im christlichen Abendland, mit seinem nicht gerade vom Geiste des Humanismus durchwirkten Gründungsmythos, ‘ne Menge an negativen Menschenbild gewohnt.

Aber einem großen Teil der Bevölkerung eine latent pädophile Neigung unterstellen zu können ist schon außergewöhnlich.

Da fragt man doch, was so bestimmte Leute in Unserer Regierung so tief in Ihrem Unbewussten zu finden befürchten.

Wir möchten hier aber noch auf eine andere Tatsache zurückkommen.

Es scheint wissenschaftlicher Konsens zu sein, dass Pädophilie eine Neigung darstellt, im wesentlich wie Hetero- oder Homosexualität. Sie ist also in der Person integriert und ist als solche nicht mehr zu entfernen. (Für einen etwas tieferen Einblick in die Persönlichkeits- und Argumentationsstruktur solcher Personen bietetet sich die an das scuisblog gesendete Email an.)

Ein Teil der betroffenen Personen findet damit einen gesellschaftlich akzeptierten Umgang, dies ist ganz gut in folgendem Kommentar erkennbar. Um das zu schaffen, gibt es solche Projekte wie: “Kein Täter werden!”.

Andererseits ist eben nicht davon auszugehen, dass Familienväter jetzt anfangen Kinder zu missbrauchen, nur weil sie zufällig mal Irgendwo auf soetwas gestoßen sind (hey, mal ehrlich ist irgendjemand von Euch schon mal zufällig auf solcher Art Material gestoßen?).

Das braucht mehr .. Dazu muss man dem Opfer schon ein Stück weit seine Menschlichkeit und sein Schutzbedürfnis absprechen.

Und natürlich muss eine solche Person die Fähigkeit haben die eigenen Interessen in die Kinder projezieren zu können, wie sonst könnte sie sonst später behaupten, das Kinde hätte das so gewollt und provoziert. (In Bezug auf die Einvernehmlichkeit ist folgendes Posting vielleicht auch für manche Pädophile ganz erhellend.)

Dass dieses ganze Thema unter Sexualität abgehandelt wird, hat sowieso eine ganz schale Note, denn: wenn Dich jemand mit einer Bratpfanne schlägt, nennt man das auch nicht Kochen!

in diesem Sinne

Christian, MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren

Hallo Welt!

Ihr habt gestutzt?

Missbrauchsopfer gegen Internetsperren?

Müsste man nicht gerade als Opfer dafür sein?

Nein. Müssen schon mal gar nicht. Wir haben genug “gemusst”.

Auch gerade deswegen wollen wir uns hier nicht erneut als Galionsfiguren einer schleichenden Einführung einer Internetzensur missbrauchen lassen.

Denn seien wir doch mal ehrlich, da wird doch kein einziges Kind weniger missbraucht, nur weil Frau von der Laien meint ein paar DNS-Namen umbiegen zu müssen.

Dagegen sind die zu erwartenden Einschränkungen der Grundrechte, insbesondere der Rezipientenfreiheit (Artikel 5 GG) und des Fernmeldegeheimnis (Artikel 10 GG) doch erheblich.

Vielleicht sind wir gerade wegen unserer Vorgeschichte sensibilisiert, wir kennen dieses Gefühl, dieses schleichende Eindringen in unsere Privatsphäre, dieses Nachgeben gegen den kontinuierlichen Druck, der Rückzug nach innen, wenn ein Nein nicht fruchtet. Ist es nicht genau das, was die Regierung gerade mit Uns macht?

Eigentlich ist alleine schon der Begriff der “KinderPornographie” fragwürdig. Porno kommt aus dem griechischen und heisst Hure oder Hurer, Graphie, ebenfalls griechisch, heißt darstellen. Üblicherweise geht es also um die Darstellung der Sexualität mit leicht verfügbaren Menschen (und deren Herabwürdigung, dies insbesondere in amerikanischen Pornos, aber das ist ein anderes Thema). Zusätzlich ist die Darstellung und ihre Verbreitung regelmäßig einvernehmlich.

Wo aber bitte kann hier eine Einvernehmlichkeit und Freiwilligkeit herrschen, bei einer solchen Erfahrungs- und Machtdifferenz?

Auch handelt es sich, wie ein Nutzer im lawblog so schön treffend kommentiert nicht um eine szenische Darstellung sondern um die Dokumentation eines realen Geschehens!

Es kann sich doch hierbei nur um die Verbreitung “dokumentierten Kindes-Missbrauchs”handeln. [dank auch an scusiblog für diese Klärung]

Wir würden da auch gerade die Politik um eine etwas vorsichtigere Ausdrucksweise bitten.

Auch verschiebt sich doch bei dieser Sichtweise sofort die Handlungsebene. Da wird also ein Kind missbraucht, und die Politik schaut, demnächst auch dank DNS-Sperren, weg?

Das BKA scheint nicht in der Lage die 20 in Deutschland befindlichen Content-Server beschlagnahmen zu können, soll aber demnächst mit der Pflege einer Zensur-Liste betraut werden?

All dies zeigt uns nur zu deutlich, dass es um eine wirksame Bekämpfung des Missbrauchs an Kindern (und dessen nachträglichen Verbreitung) gar nicht geht!

Und deswegen stehen wir für ein zensurfreies Internet ein, als “MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren”.

Viele Grüße

Christian, Vorstand “MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren”

PS: folgende Artikel sollten vielleicht auch deutlich machen, worum es uns geht:

PPS: Die Interviews im Presse-Rückspiegel liegen Christian am Herzen :)