Habt Mut zu hinterfragen – Ein Appell einer Mutter

Mütter und Väter, habt Mut zu hinterfragen

Kleine Jungen und Babys werden aus religiöser Überzeugung, manchmal aus ästhetischen und hygienischen Gründen und teilweise zur Prävention von Krankheiten an ihrer Penisvorhaut beschnitten? Das gibt es? Seit tausenden Jahren und heute, in unserer aufgeklärten Gesellschaft? Ein wenig schäme ich mich für mein ahnungsloses Überraschtsein und erlebe leider täglich, dass es außer mir viele andere Ahnungslose und solche gibt, die sich über Beschneidung bisher keine Gedanken gemacht.

So viele Fragen haben sich mir gestellt. Jenseits der leidenschaftlich geführten Debatten mit jeweils überzeugenden Argumenten, Rechtslagen und Gesetzesentwürfen, frei von jeglicher Furcht, in irgendeine antisemitische Schublade gesteckt zu werden, steht allen voran doch die Frage: Warum wollen liebende Mütter und Väter, ganz gleich welcher Religion sie angehören und ob überhaupt, dass ihren Söhnen ein gesunder Teil des Körpers einfach abgeschnitten wird? Etwas, was genau da gewachsen ist, weil es genau da eine wichtige Funktion hat und hingehört? Weil das so in der Heiligen Schrift steht? Weil das einfach Tradition so ist, weil alle Vorfahren der Familie das gemacht haben? Weil das angeblich hygienischer sei und das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen senkt? Weil ein Arzt meint, dass die enge Vorhaut immer zu eng bleiben wird? Weil irgendwelche LEUTE das so meinen und für richtig halten, lassen Eltern zu, dass ihren Söhnen unwiederbringlich ein Stück Vorhaut entfernt wird, ein Stück Schutz, ein so großes Stück Sinnlichkeit und Lust? Und fragen nicht nach, ob das stimmt?

Es ist Unrecht! - Diese Antwort würden sie finden.

All die Irrtümer möchte ich an dieser Stelle nicht aufzählen, die Beschneidungsgegner haben in den zurückliegenden Wochen eine solche Fülle von überzeugenden Informationen und Argumenten zusammengetragen (z.B. http://die-petition.de/pressemappe/stellungnahme-mogis-ev/ ).

Ich habe jede Impfung meiner Kinder sehr gründlich abgewogen, mich nach gründlichem Hinterfragen entgegen der Empfehlung des Kinderarztes gegen eine Tränenkanalerweiterung meiner Tochter unter Vollnarkose entschieden, die nach zwei Jahren auf ganz natürlichem Wege zurecht gewachsen war.

Kein Zögern und Fragen war angebracht, als meinem Sohn der akut entzündete Wurmfortsatz am Blinddarm entfernt werden musste. Eine harmlose Standard OP, alles ist gut gegangen, aber das Gefühl, dass da etwas aus dem kleinen Körper meines Kindes herausgeschnitten wurde, was ganz sicher eine Funktion und Berechtigung dort hatte, wird immer bleiben.

Mütter und Väter, bitte stellt diese kritischen Fragen.

Unsere Kinder, Töchter und Söhne gehören uns nicht. Unsere Pflicht ist es, sie in ihrer ganzen Einzigartigkeit zu beschützen, so lange bis sie irgendwann selbst auf sich aufpassen und entscheiden können.

Dann können sie selbst hinterfragen und Antworten finden. Dann können sie immer noch für sich entscheiden, dass sie, aus welchem Grund auch immer, ohne ihre Vorhaut leben, lieben und geliebt werden wollen.

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