Diskussionsvorlage für die Piratenpartei

Letzte Woche Montag wurden wir auf einen Thread im Forum der Piratenpartei aufmerksam gemacht, dies im Zusammenhang mit der Bitte, dort durch die Darstellung der Opferposition eine positiven Einfluss auf die Diskussion zu nehmen.

Da wir uns nicht im Forum aufreiben lassen wollten, haben wir davon abgesehen, dort zu kommentieren. Wie man am Beispiel des Mitgliedes von gegen-missbrauch e.V. sieht, nicht ohne Grund. Wir hatten nun mit den Piraten verabredet, im (heute erscheinenden) Newsletter eine kurze Stellungnahme des Verein MOGiS e.V. unterzubringen. Wir bei MOGiS hielten das für die bessere Form, als ein Posting in unserem Blog, da ein solches doch sehr konfrontativ ist und die Piraten unnötig in ein schlechtes Licht rückt.

Wir denken, dass die Piratenpartei um eine öffentliche Grundsatzdiskussion zum Thema Kindesmissbrauch/Operschutz nicht herumkommen wird. Uns ist klar, dass dies die Piraten zwischenzeitlich als schwach erscheinen lassen kann. Auch ist uns bewusst, dass diese Diskussion mit einem Flamewar einhergehen kann. Wir denken aber auch, dass die Piratenpartei diese Begleiterscheinungen eines Abgrenzungsprozesses nicht zu fürchten braucht.

Diese Grundsatzdiskussion wollen wir hiermit nun nochmal anstoßen:

Für den Piraten-Newsletter ..

Blinde Passagiere ..

Hallo liebe Piraten,

wir wurden Anfang der letzten Woche auf eine Diskussion in einem Forum der Piratenpartei hingewiesen: http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=150&t=14674&start=45#p192921

Zusammen mit dem Hinweis wurde der Wunsch geäußert, ob wir das Thema nicht etwas aus Opfersicht beleuchten könnten. Die Opfersicht gibt es eigentlich nicht. Aber ein paar Punkte kann man vielleicht anmerken.

Zuallerst möchten wir bemerken, dass die (wenn vielleicht auch etwas späten) Reaktionen nicht an uns vorbeigegangen sind:

Wir sind dafür ehrlich dankbar.

Um zum Thema zu kommen: Pädophile/Päderasten haben in der Vergangenheit immer wieder versucht, lenkend auf die Politik Einfluss zu nehmen: http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=13513384&top=SPIEGEL

Es erstaunt also nicht, dass pädophile Aktivisten nun auch versuchen, die noch junge Piratenpartei zu entern um dort ihr eigenes Weltbild (und damit ihre eigenen Interessen) zu vertreten.

Unter Pädophilie versteht man lt.ICD-10-Klassifikation eine Störung (im Sinn der Abweichung von der Norm) der sexuellen Präferenz, die dort in etwa gleichgesetzt wird mit Voyerismus u.a. Solche Störungen werden nicht als Krankheit eingeordnet, weshalb die Krankenkasse die Kosten für eine Therapie nicht übernimmt. Es wird davon ausgegangen, dass der Betroffene eigenverantwortlich damit umgehen kann.

Es ist das eine, eine solche Präferenz zu haben, etwas anderes ist es aber diese auszuleben und Kinder zu missbrauchen, das wird nicht ohne Grund strafrechtlich verfolgt. Da nicht nur eine Vergewaltigung (§176a StGB) Kinder in ihrer psychosexuellen Entwicklung beschädigen kann, ist jegliche sexuelle Handlung von Erwachsenen an Kindern kriminalisiert (§176 StGB). (http://www.gegen-missbrauch.de/moegliche-folgen)

Kindesmissbrauch findet zudem nicht nur durch Pädophile statt, ein weitaus größerer Teil der Taten sind Gewalttaten mit sexuellen Mitteln. Das Kind ist meist in seinem sozialen Nahfeld den Tätern hilflos ausgeliefert. (http://www.polizei-beratung.de/rat_hilfe/opferinfo/sexueller_missbrauch_von_kindern/ )

Wie in der AG Männer thematisiert sind auch Frauen Täter. Internationale Forschungsergebnisse bestätigen übereinstimmend, dass bis etwa 20 % der Taten durch Frauen begangen werden. Dirk Bange: Sexueller Missbrauch an Jungen. [http://www.amazon.de/Sexueller-Missbrauch-Jungen-Mauer-Schweigens/dp/3801720659/] (http://www.gegen-missbrauch.de/frauentaeter)

Das besondere an Pädophilen als Tätern ist aber, dass diese häufig Serientäter sind, die Hemmschwelle sinkt mit dem Ausüben der sexuellen Neigung, auch verlieren sie ab einem bestimmten Alter das Interesse an ihrem Opfer und suchen sich ein neues (oder haben gleich mehrere gleichzeitig). Sie hinterlassen so eine Spur manipulierter und missbrauchter Kinder. Im Vergleich zur Größe dieser Tätergruppe ist der Anteil an den Opfern also überproportional.

Aus eigenen Erfahrung würden einige bei uns (MOGiS) bei Päderasten (Im Sinne “pädophile Täter”) Merkmale einer Psychopathie unterstellen: “Psychopathie bezeichnet eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei sind sie mitunter sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen.http://de.wikipedia.org/wiki/Psychopathie#Definition

Manchmal stellen sich Päderasten in der Öffentlichkeit so dar, als seien sie die einzigen Bewahrer oder Kämpfer für Kinderrechte. Sie behaupten, die sexuellen Handlungen würden von den Kindern gewünscht werden, die Gesellschaft wäre nur zu repressiv um dies wahrzunehmen. Dies ist entweder eine Wahrnehmungsstörung wegen o.a. Soziopathologie, oder eine Rationalisierung, um vor sich selber als “guter Mensch” bestehen zu können, oder einfach schlicht eine Lüge. (siehe auch: /blog/2009/10/08/eine-konversation-mit-paedophilen/)

Typisch hierfür ist die immer wieder behauptete Einvernehmlichkeit der Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen. Hierzu schreibt ein bekennender Pädophiler (kein Täter) folgendes: “Der Begriff von der „einvernehmlichen Sexualität“ zieht sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Pädophilie-Debatten. .. Praktisch bleibt sie aber so gut wie ausgeschlossen, denn es handelt sich um Ausnahmefälle, die von Pädophilen gern als allgemein gültig hingestellt werden. .. Es besteht immer das Risiko, das Kind in seiner gesunden Entwicklung nachhaltig zu schädigen. Dieses Risiko besteht auch dann, wenn der sexuelle Kontakt gewaltlos und ohne erkennbaren Zwang zustande gekommen ist. Diese Aussage gilt in der Fachliteratur heute als gesichert.http://www.schicksal-und-herausforderung.de/einvernehmliche-sexualitaet.html (generell ist dieser Beitrag dringend zum Lesen zu empfehlen)

Aufgrund des asymmetrischen Machtverhältnisses zwischen Kind und Tätern, braucht es starke und kompetente Schützer, die eine klare Richtung vorgeben, die Manipulationsversuche erkennen können und in Wort und Tat Partei für die Kinder ergreifen.

Wichtig ist es Familien und Kinder zu stärken. Ihnen Anlaufstellen zur Beratung und Hilfe anzubieten und diese auch geeignet bekannt zu machen.

Neben Aufklärung wäre es auch wichtig, eine ehrliche Diskussion über sexuellen Missbrauch, die Bedingungen unter denen er gedeiht, die Täter, die Folgen für die Betroffenen und mögliche Hilfen zu führen.

Liebe Piraten, wir würden Euch also bitten, nicht auf die pseudo-libertäre Propaganda der pädophilen Aktivisten hereinzufallen, generell Quellen auf Ihren Ursprung zu prüfen und möchten zum Schluss den Vorschlag ans Herz legen, sich noch stärker offiziell von Päderasten und Ihren Anhängern abzugrenzen.

viele liebe Grüße

Christian Bahls & Gabriele Gawlich Vorstand MOGiS e.V. gegründet als “MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren”

Im Internet sind wir unter http://mogis-verein.de/ zu finden. Anregungen und Fragen sind uns unter piratennewsletter[at] mogis-verein.de herzlichst willkommen :)

PS: Wir führen eine Befragung zu sexuellem Missbrauch und Folgen durch: http://dunkelfeld-befragung.de/, große Teile des Fragebogens wenden sich auch an Nichtbetroffene. Wir möchten also dazu einladen, den Fragebogen auszufüllen und bitten Freunde, Bekannte, Verwandte auf die Existenz dieses Fragebogens aufmerksam zu machen.

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Usprünglicher Arbeitstitel (Anfang letzter Woche) war:

Warum die Piraten aufpassen müssen, nicht auf die Propaganda von Päderasten nach der Senkung/Abschaffung des Schutzalters hereinzufallen.

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20 Responses to Diskussionsvorlage für die Piratenpartei

  1. hallo MOGIS! :)

    unser forum ist normalerweise die erste anlaufstelle für viele interessiert menschen die bisher noch nicht soviel mit den piraten zu tun hatten. wir hatten da schon häufiger das phänomen, das verschiedene gruppen meinten uns im forum ein thema aufdrücken zu können, das entweder nicht unseres ist oder deren meinung wir nicht teilen und was hinterher so dargestellt wird als ob wir piraten da ein ernstes problem hätten. dazu trägt sicherlich bei, dass wir eigentlich keine moderation oder gelöschte beiträge haben wollen.

    nur ist das forum nicht unsere arbeitsplattform, das ist das wiki, die mailinglisten, die ags oder anderes. von den aktiven piraten wird also kaum jemand im forum anzutreffen sein, außer ein par freiwilligen die mit viel liebesmüh da sind um fragen und ähnliches zu beantworten, aber von den meisten aktiven wird es gänzlich ignoriert.

    trotzdem ist die situation doof und ich verstehe durchaus wenn euch das ganze mit unbehagen widerfährt. aber ich bin mir ganz sicher das sich die piraten nicht einfach unterwandern lassen werden und schon gar nicht über das forum. ;-)

    viele grüße und weiter erfolg für die gute arbeit die ihr macht – toljok.^^

  2. Was der Beitrag auch soll, ist: ein Problembewusst sein zu schaffen.

    Sodass die Piraten als ganzes besser gerüstet in solche Diskussionen hineingehen können.

    Der Versuch Euch Themen aufzudrücken wird sicherlich noch weiter erfolgen.

    Die Hoffnung ist, dass Ihr dem so etwas besser entgegentreten könnt.

    viele liebe Grüße Christian

  3. Hallo Christian ,

    ich habe die Diskussion im Forum erst durch Twitter mitbekommen, ich selbst bin eigentlich im Forum nicht aktiv, von dem her ist mir diese Sache auch erst durch deine Hinweise auf Twitter aufgefallen. Ich diese Diskussion im Forum auch nur überflogen, und mir haben sich bei manche Diskussionsbeiträge die Nackenhaare aufgestellt. Aber mitzudiskutieren, kam für mich aus einem einfachen Grund nicht in Frage, es ist ein Thema an dem man sich schnell die Finger verbrennen kann. Im großen und ganzen teile ich deine Meinung, es ist eine sexuelle Präferenz, auch keine Krankheit die man heilen kann, ebensowenig wie homosexualität, oder wie du geschrieben hast, Voyeurismus. Allerdings ist es eben eine Neigung, die anderen Menschen Schaden zufügt, und somit zurecht strafbar ist. Jegliche weitere Diskussion was an der Gesetzgebung gelockert werden kann, oder wo nachbesserungsbedarf notwendig ist, ist zumindest in meinen Augen sehr riskant, insbesondere in einem offenen Forum. Als Pädophiler gilt man bei uns in Deutschland leider recht schnell wenn man mal was falsches gesagt hat, und die Vorverurteilung als “Kinderschänder” kann eben auch das Leben eines Menschen zerstören. Ich persönlich habe keinerlei pädophile Neigungen und habe auch selbst keine Kinder. Ich denke ich bin vielleicht deshalb ziemlich Vorurteilsfrei was dieses Thema betrifft. Menschen die an dieser Neigung leiden, sind da wohl eher geneigt Pädophilie zu befürworten (wobei dies natürlich nicht verallgemeinert werden kann). Eltern sind wie ich erlebt habe auch nicht immer vorurteilsfrei, sie neigen dazu auch nur die geringste pädophile Neigung zu verteufeln. Selbst Zwangskastration habe ich schon gehört. Es ist eben ein sehr emotionales Thema, schlichtweg weil es um Kinder geht, nicht umsonst hat Zensursula dieses Thema gewählt um Ihre Zensurinfrastruktur durchzudrücken. Eine Sachliche Diskussion ist sehr schwierig, dafür muss man erstmal die richtigen Leute finden, ein offenes Forum ist einfach die falsche Plattform, da gibt es einfach zu viele Trolle.

  4. Eines vorneweg .. Die Nachricht an die Piraten ist nicht nur von mir, wir arbeiten da immer zusammen. Dementsprechend sind manche Aussagen nicht von mir.

    Hallo Bernd

    Das mit dem Forum sehe ich auch so, deswegen betreiben wir auch keines. Eine 24/7 Moderation bei diesem Thema zu gewährleisten ist ja, wie man sieht, nicht einmal von der Piratenpartei zu heben.

    Ich denke die Grenze, die man ziehen muss ist die zwischen Pädophil und Päderast, zwischen nicht-Täter und Täter.

    Dafür dass ein verantwortungsvolles Leben möglich ist, gibt es ein paar Beispiele, die anderen hoffentlich Hoffnung machen.

    Was wir aber nicht vergessen dürfen, ist, dass Pädophile nicht die einzigen Täter sind, nach Gallwitz / Paulus[1] gibt es folgende Tätertypen: * Der fixierte Täter-Typ: seine pädosexuellen / pädophilen Interessen hatte er meist bereits als Jugendlicher. Sie sind Ausdruck unreifer sozialer Fähigkeiten und einer psychosexuellen Entwicklungshemmung. Er hat Furcht vor Zurückweisung und Minderwertigkeitsgefühle, sowie kaum sexuelle Beziehungen zu Gleichaltrigen (und lebt oft als Single). Seine sexuellen Phantasien beinhalten ausschließlich Kinder als Sexualobjekte. * Der regressive Täter-Typ: hat vorrangig sexuelle Beziehungen mit Gleichaltrigen. Seine pädosexuellen Interessen entstehen erst im Erwachsenenalter und sind eine Folge von Belastungen, Stress, Streit und Ehekrisen. Typisch ist mangelhafte Konfliktbewätigungsfähigkeit und Neigung zu impulsiven Reaktionen. In der Regel verfügen diese Täter auch über ein Unrechtsbewusstsein; wiederholte Handlungen senken jedoch die Hemmschwelle und machen zukünftige Übergriffe wahrscheinlicher. Das Opfer ist hier eine Art “Erwachsenenersatz”. * Der Erlebnis-Täter-Typ: wenig festgelegte sexuelle Präferenzen, liebt die Abwechslung, braucht ständig den Kitzel des Neuen. Er ist hemmungslos promiskuitiv, der typische Prostituiertenkonsument und Prostitutionstourist. Im normalen Leben ist er gut kompensiert, kann mit seiner Angst umgehen, und zeigt die ganze Bandbreite von scheinbar biederer Unauffälligkeit bis zu exaltierter Lebensweise. Hat in Wirklichkeit Angst vor Nähe und begeht den Missbrauch, um sich über die Leere seiner Beziehungslosigkeit hinwegzutäuschen. Vor diesem Täter-Typ ist nichts sicher; es gibt kein “nie” oder “undenkbar”. * Der soziopathische Täter-Typ: besonders aggressive, sadistische Orientierung. Zuneigung, Gefühle für das Opfer, aber auch Schuldgefühle sind ihm fremd. Sexuelle Handlungen dienen zum Beherrschen, Erniedrigen, Ausbeuten, Bestrafen. Die Qual und das Leid des Opfers sind erregender Bestandsteil. Die menschenverachtenden Züge verweisen auf schwere Persönlichkeitsstörungen. Darüber hinaus beschreiben Gallwitz / Paulus den Inzest-Täter als eine übergreifende Form zwischen fixierten und regressiven Täter-Typen. (geklaut von: http://www.aufrecht.net/utu/taeter.html .. http://www.aufrecht.net/ möchte ich in dem Zusammenhang zum lesen empfehlen)

    Täter schließt hier Frauen mit ein ..

    Christian

    [1] Adolf Gallwitz, Manfred Paulus: Grünkram. Die Kinder-Sex-Mafia in Deutschland. Verlag Deutsche Polizeiliteratur, 2. Auflage 1998.

  5. Puh,

    du hast mir gerade vor Augen geführt, wie schwierig es sein kann, über dieses Thema zu diskutieren, Pädophilie ist wohl nicht gleich Pädophilie, allein den Unterschied zwischen Pädophil und Päderast war mir nicht wirklich bewusst, erst recht nicht die unterschiedlichen Tätertypen. Damit sind sicherlich einige überfordert, sofern sie sich nicht vorher intensiv mit dem Thema beschäftigt haben.

    Ich für meinen Teil halte eure Arbeit für extrem wichtig, und ich finde es auch äußerst bewundernswert, dass ihr als Betroffene eine weitaus sachlichere Diskussion führt als manch andere Organisation die sich den Kinderschutz auf die Fahnen schreibt.

    So long…

  6. Ich denke das der Artikel http://www.piratenpartei-hessen.de/2009-11-20-piratenpartei-bietet-keinen-platz-fuer-quotsex-mit-kindernquot

    zeigt das bei den Piraten Kindesmissbrauch in keinster form geduldet oder gar toleriert wird.

  7. Gabriele

    Ich will eins nochmal klar stellen: Lt. ICD-10 Klassifikation sind Pädophilie, Voyerismus u.a. als Störungen der sexuellen Präferenz eingeordnet. Homo- oder Heterosexualität kommen in dieser Klassifikation nicht vor. Es sind sexuelle Präferenzen, aber keine Störungen, sondern adäquater Ausdruck menschlicher Sexualität. Ich betone dies deshalb, weil homosexuelle Menschen immer wieder fälchlicherweise als “Kinderschänder” diffamiert werden. Dies ist einfach nur diskriminierend.

  8. Unser Artikel hat es nicht mehr in den letzten Piratennewsletter vor einer Woche geschafft. Man möge also entschuldigen, dass es jetzt so aussieht als würden wir hinterhertreten. Tatsächlich wollten wir es ursprünglich vermeiden überhaupt auf unserem Blog dazu Stellung zu nehmen.

    Christian

  9. Hallo Christian, hallo Gabriele,

    danke für die offenen Worte.

    Es ist außerordentlich schwierig, in einem offenen Forum – in dem jede/r mitdiskutieren darf – die “Enter-Versuche” von extremen Randgruppen in den Griff zu bekommen. Ich selbst bin Moderatorin im AG Frauen Forum dort und weiß, wie schwierig der Balanceakt zwischen “Meinungsfreiheit” und “notwendiger Zensur aus persönlichkeitsrechtlichen oder juristischen Gründen” ist. Und das Forum ist für einige AGs die wichtigste Arbeitsplattform – nicht das Wiki. Das macht es doppelt schwierig. Jedoch – jede/r, die/der hier eindeutig Stellung bezieht, ist eine weitere Hürde für die Vertreter dieser unerwünschten Gruppen. Jede/r die/der den Mund aufmacht und sich offen gegen solche Übernahmeversuche und die damit verbundenen Ideologien ausspricht, macht es weiteren Randgruppen ein kleines Stückchen schwerer, bei den Piraten Unterschlupf zu suchen. Und das ist gut. Deshalb bin ich froh um jeden Kommentar, der die unsäglichen Beiträge dieser Randgruppen-Vertreter ins richtige Licht stellt und klar Position bezieht. Ich hoffe und wünsche, dass die Piraten auch weiterhin lautstark Stellung beziehen und sich nicht vereinnahmen lassen. Dafür trete ich ein.

    LG Gudrun/Piratenweib

  10. Ich möchte nochmal den Sinn und Zweck dieses Diskurses stellen, und warum ausgerechnet die Piratenpartei dazu herangezogen wird. Denn ich sehe ganz ehrlich gesagt die Notwendigkeit schlicht nicht.

    1. Der Inhalt des Piratenpartei-Forums hat ungefähr so viel mit der Piratenpartei zu tun, wie der Inhalt des SPIEGEL-ONLINE Forums mit dem Magazin DER SPIEGEL. Ich persönlich hatte mir 2006 einen Account für das Forum angelegt, und seitdem ca. 10Mal reingeschaut. Grund: die echten politischen Diskurse finden dort nicht statt, und viele verstehen das Forum wohl als eine Art Honeypot für Forentrolle, damit die reale Parteiarbeit nicht gestört wird.

    2. Die Piratenpartei ist nicht die einzige deutsche Partei, und schon gar nicht die einzige deutsche Partei, die das Thema Kindesmißbrauch etwas angeht. Besonders die CDU ist in diesen Dingen ja besonders skrupellos wie man bei MOGiS ja schon gezeigt hat. Der politische Mißbrauch sexuell mißbrauchter Kinder scheint durch die Volksparteien inzwischen gesellschaftsfähig.

    3. Um das Thema Opfer anzusprechen: hier mag in der Tat ein wichtiger Ansatzpunkt bestehen. Schaut man sich die Täterprofile an, so stellt man wohl meines Wissens nach fest, dass eine große Menge von Tätern früher selbst Opfer waren. Somit ist die Unterstützung der Opfer gleich in mehrfacher Hinsicht wichtig.

  11. Also nachdem ich mir nun den gesamten Thread des Piratenforums einmal durchgelesen habe, muss ich sagen, dass da eigentlich nichts draus hervorgeht. Da wurde doch keine Diskussion geführt. Am Anfang ging es um ein sehr berechtigtes Thema, die öffentliche Wahrnehmung von Missbrauch durch Frauen und dann wurde wild durcheinander über alle möglichen Formen von Missbrauch diskutiert. Viel zu schnell werden hier Leute beschimpft, oder in Lager gesteckt, daraus entwickelt sich kontra dass in gegenseitigen Provokationen und Schuldzuweisungen resultiert. Ich sehe zum Beispiel keinen Grund dafür, dass derjenige der eine Ansicht zu “Zärtlichkeiten” vertritt, gleich als Pädosexueller abzustempeln ist. Die Tatsache, dass jemand eine Menge Mist labert muss ihm aufgezeigt werden, anstatt ihn gleich zu diffamieren. Ich weiß ja nicht was in den gelöschten Beiträgen stand, aber wie ihr mit einander umgeht kann nicht zu einer fruchtbaren Diskussion führen. Es ist natürlich ein schwieriges Thema, aber es ist eines, das diskutiert werden muss. Wenn jemand eine verquere Meinung vertritt, dann ist das doch gerade ein Grund, offen zu diskutieren, anstatt diese nicht zu beachten und denjenigen anzugreifen. Ich hatte im Übrigen zu keinem Zeit den Eindruck, dass irgendjemand Sex mit Kinder befürwortete. Vielmehr gibt es Uneinigkeit darüber, wo Missbrauch anfängt, da kann ich nur empfehlen ein paar ältere Beiträge bei MOGiS zu lesen, ich persönliche würde die Missbrauchsgrenzen auch diskutieren (allerdings eher weil ich sie teils für zu eng halte). Denn es besteht wohl Konsens in ganz Deutschland darüber, dass Missbrauch zu verfolgen gehört. Insofern rate ich den Piraten, besonnener und argumentativer zu diskutieren und sich insbesondere auch mal umfassend einzulesen.

    @Piratenweib: Es ist in der Tat möglich, emotionslos mit dem Thema umzugehen und dass sollte auch versucht werden. MOGiS tut dies in der Tat, was der Grund ist, warum ich hier Stammleser bin.

  12. @Piratenweib: Ich hab auch einige Erfahrung im Moderieren von Foren. Und die hat mir eins gezeigt: Meinungsfreiheit schön und gut, aber sie beinhaltet nicht, dass man sich als Meinungsäußerung in der Kneipe auf die Theke setzen darf und dem wirt einen Haufen draufsetzt. Und genau das wird ja häufig versucht. Und sofort gebrüllt “Zensur” wenn man dann den Dreck entsorgt. Und nichts anderes ist das häufig.

    Es gibt einen eklatanten Unterschied zwischen Meinungsäußerung und Streitlust. Und wenn man den Bogen mal raus hat, wirds einfacher. Wenn dann jemand droht: “Entweder das Posting hängt wieder oder ich diskutier hier nie wieder” kann man ja bei Gelegenheit noch mitm Taschentuch freundlich hinterherwinken.

    Ich hatte halt das Problem auch: Im Forum sollten wir mitdiskutieren und im Newsletter durften wir nicht aus den von Christian genannten Gründen. Ich kam mir da auch etwas instrumentalisiert vor. Und danke für die Richtigstellung :-)

  13. Gabriele

    Wir wurden von den Piraten um Hilfe gebeten, wir haben uns in dieser Diskussion nicht aufgedrängt. Wir haben nur deutlich gemacht, dass wir uns nicht “verheizen” lassen.

    zu 3. M.M. hat jeder Überlebende ein Recht auf Hilfe, egal was aus ihm mal wird – nicht nur in Hinblick darauf, dass er/sie irgendwann mal Täter werden könnte. Das finde ich etwas dürftig als Motivation.

  14. @Xaerdyx: Nun, dann haben wir wohl vollkommen unterschiedliche Eindrücke aus der Diskussion gewonnen. Es gibt im PP-Forum durchaus User, die “Sex mit Kindern” befürworten. Man muss nur mal genauer lesen. Natürlich ist niemand so dumm, das ganz einfach so platt hinzuschreiben. Und ich empfinde die Site von MOGiS keineswegs als emotionslos. Sachlich, ja. Aber nicht emotionslos. Das ist etwas ganz anderes.

  15. @Tante Jay: Wäre es mir möglich gewesen, “den Dreck zu entsorgen”, hätte es die Diskussion im PP-Forum, den Newsletterbeitrag sowie die Kommentare hier niemals gegeben. Ich hätte kein Problem mit dem Löschen gehabt, dazu stehe ich hier ganz offen. Dann hätte ich MOGiS und gegen-missbrauch-ev vermutlich gar nicht angeschrieben. Ich hatte auf mehr Aktzeptanz im PP-Forum gehofft. Akzeptanz der Menschen, die von einer Überlebendenorganisation kommen und aus ihrer Position sprechen. Dies ist leider nicht der Fall gewesen. Aktzeptanz der Pädophilie-Befürwortern wird erwartet, Akzeptanz von Pädophilie-Gegnern und -Überlebenden ist nicht erwünscht? Ich finde nach wie vor: Aufpassen, was Extreme jeder Couleur schreiben und das Maul aufmachen – sind piratische Tugenden. Ich glaube nicht, dass man den “üblichen Verdächtigen” mit ihren auch im Internet nachzulesenden Methoden zur Infiltrierung von Organisationen einfach nur erklären braucht, dass sie eine “verquere Meinung” haben – und schon sind sie “geheilt”. Ich bitte alle, die grundsätzlich alle Regeln und Gesetze in Frage stellen, sich auch ebenso grundsätzlich zu informieren. Und erst dann auf Meinungs- und Zensurfreiheit zu pochen, wenn sie wirklich 100% überzeugt sind, dass hiermit kein Recht eines anderen grundsätzlich verletzt wird. Das persönliche Recht auf Freiheit endet dort, wo das Recht eines anderen berührt / beschnitten wird.

  16. Gabriele

    1.Bei allem bitte ich aber zu bedenken, dass dies hier MOGiS Blog ist und nicht das, von den Piraten.

    1. Als Überlebende erwarte ich in erster Linie Respekt, tolerieren ist ein ganz andere “Nummer” – ein “Pädophiler” muss mich nicht tolerieren – damit kann ich gut leben.
  17. @Gabriele 1. Natürlich, das sollten wir respektieren und die weitere Diskussion (soweit gewünscht) ins Piratenforum verlegen. 2. Toleranz hat eine Grenze. Ich hoffe, dass ich deutlich machen konnte, auf welcher Seite der Grenze ich mich befinde.

  18. Gabriele

    Ja – das ist ganz deutlich, ich sehe ich dich auf der Opferseite stehen. :)

  19. Denkt euch irgendeinen Namen aus

    Was viele hier als “emotionslos” interpretieren sieht man bei Opfern von Extremsituationen häufig… (ich bin mir sicher, jeder kennt den Begriff “traumatisiert”)

    Gewisse Sachen kann man nicht nie wirklich verarbeiten…somit baut man eine imaginäre Wand davor auf, um sich selbst zu schützen. (ansonsten würde man darunter zusammenbrechen)

    Dass diese Themen von besagte Personen dann aus einer gewissen Distanz betrachten, nehmen Aussenstehende oft als emotionslos wahr…

  20. Anonyme_Paranoia

    Was mir bei der Auflistung der verschiedenen Formen der Pädophilie hier und anderswo häufig fehlt ist die des “Sekundär-Pädophilen”.

    Manche Quellen sprechen dabei von einer Umorientierung von Präferenz Erwachsene -> Präpubertäre, wieder andere halten ein parallel sexuelles Interesse an Erwachsenen und Präpubertären/Pubertierenden als “sekundär-pädophil”.

    Schätzungen gehen von 20-35 % in der Gesamtbevölkerung aus.

    Viele scheinen diese “Zusatzneigung” zu ignorieren oder gar zu leugnen. Bei Kommentaren zb gegenüber Kindern wie “du siehst aber sexy aus” wird diese Verbindung nicht hergestellt. Diejenigen, die sich selbst gegenüber diese Zusatzneigung jedoch eingestehen müssen ihr bisheriges Verhalten nicht zwangsläufig ändern, sprich: Versuch, sexuelle Handlungen ausführen.

    Außerdem erschweren die unterschiedlichen Definitionen von Kind (von 12-18 ist alles vertreten), die Benutzung des Terminus Vergewaltigung oder Missbrauch ab einer bestimmten Altersgrenze, die allgemeine Verteufelung/Misinterpretation von Pädophilie und unterschiedliche Auffassungen von Kinderporno (echter Missbrauch, aufreizendes Posing, Texte, Zeichnungen) kontroverse Diskussionen, da man häufig das Gefühl hat, dass alle aneinander vorbeireden.

    Diese Dinge sind mir durch die Verfolgung der Diskussion in den letzten Monaten aufgefallen und hoffe, dass dies keiner als Zustimmung zu Vergewaltigung oder Misshandlung in welcher Form auch immer interpretiert.