Diskussionsvorlage für die Piratenpartei

Letzte Woche Montag wurden wir auf einen Thread im Forum der Piratenpartei aufmerksam gemacht, dies im Zusammenhang mit der Bitte, dort durch die Darstellung der Opferposition eine positiven Einfluss auf die Diskussion zu nehmen.

Da wir uns nicht im Forum aufreiben lassen wollten, haben wir davon abgesehen, dort zu kommentieren. Wie man am Beispiel des Mitgliedes von gegen-missbrauch e.V. sieht, nicht ohne Grund. Wir hatten nun mit den Piraten verabredet, im (heute erscheinenden) Newsletter eine kurze Stellungnahme des Verein MOGiS e.V. unterzubringen. Wir bei MOGiS hielten das für die bessere Form, als ein Posting in unserem Blog, da ein solches doch sehr konfrontativ ist und die Piraten unnötig in ein schlechtes Licht rückt.

Wir denken, dass die Piratenpartei um eine öffentliche Grundsatzdiskussion zum Thema Kindesmissbrauch/Operschutz nicht herumkommen wird. Uns ist klar, dass dies die Piraten zwischenzeitlich als schwach erscheinen lassen kann. Auch ist uns bewusst, dass diese Diskussion mit einem Flamewar einhergehen kann. Wir denken aber auch, dass die Piratenpartei diese Begleiterscheinungen eines Abgrenzungsprozesses nicht zu fürchten braucht.

Diese Grundsatzdiskussion wollen wir hiermit nun nochmal anstoßen:

Für den Piraten-Newsletter ..

Blinde Passagiere ..

Hallo liebe Piraten,

wir wurden Anfang der letzten Woche auf eine Diskussion in einem Forum der Piratenpartei hingewiesen: http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=150&t=14674&start=45#p192921

Zusammen mit dem Hinweis wurde der Wunsch geäußert, ob wir das Thema nicht etwas aus Opfersicht beleuchten könnten. Die Opfersicht gibt es eigentlich nicht. Aber ein paar Punkte kann man vielleicht anmerken.

Zuallerst möchten wir bemerken, dass die (wenn vielleicht auch etwas späten) Reaktionen nicht an uns vorbeigegangen sind:

Wir sind dafür ehrlich dankbar.

Um zum Thema zu kommen: Pädophile/Päderasten haben in der Vergangenheit immer wieder versucht, lenkend auf die Politik Einfluss zu nehmen: http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=13513384&top=SPIEGEL

Es erstaunt also nicht, dass pädophile Aktivisten nun auch versuchen, die noch junge Piratenpartei zu entern um dort ihr eigenes Weltbild (und damit ihre eigenen Interessen) zu vertreten.

Unter Pädophilie versteht man lt.ICD-10-Klassifikation eine Störung (im Sinn der Abweichung von der Norm) der sexuellen Präferenz, die dort in etwa gleichgesetzt wird mit Voyerismus u.a. Solche Störungen werden nicht als Krankheit eingeordnet, weshalb die Krankenkasse die Kosten für eine Therapie nicht übernimmt. Es wird davon ausgegangen, dass der Betroffene eigenverantwortlich damit umgehen kann.

Es ist das eine, eine solche Präferenz zu haben, etwas anderes ist es aber diese auszuleben und Kinder zu missbrauchen, das wird nicht ohne Grund strafrechtlich verfolgt. Da nicht nur eine Vergewaltigung (§176a StGB) Kinder in ihrer psychosexuellen Entwicklung beschädigen kann, ist jegliche sexuelle Handlung von Erwachsenen an Kindern kriminalisiert (§176 StGB). (http://www.gegen-missbrauch.de/moegliche-folgen)

Kindesmissbrauch findet zudem nicht nur durch Pädophile statt, ein weitaus größerer Teil der Taten sind Gewalttaten mit sexuellen Mitteln. Das Kind ist meist in seinem sozialen Nahfeld den Tätern hilflos ausgeliefert. (http://www.polizei-beratung.de/rat_hilfe/opferinfo/sexueller_missbrauch_von_kindern/ )

Wie in der AG Männer thematisiert sind auch Frauen Täter. Internationale Forschungsergebnisse bestätigen übereinstimmend, dass bis etwa 20 % der Taten durch Frauen begangen werden. Dirk Bange: Sexueller Missbrauch an Jungen. [http://www.amazon.de/Sexueller-Missbrauch-Jungen-Mauer-Schweigens/dp/3801720659/] (http://www.gegen-missbrauch.de/frauentaeter)

Das besondere an Pädophilen als Tätern ist aber, dass diese häufig Serientäter sind, die Hemmschwelle sinkt mit dem Ausüben der sexuellen Neigung, auch verlieren sie ab einem bestimmten Alter das Interesse an ihrem Opfer und suchen sich ein neues (oder haben gleich mehrere gleichzeitig). Sie hinterlassen so eine Spur manipulierter und missbrauchter Kinder. Im Vergleich zur Größe dieser Tätergruppe ist der Anteil an den Opfern also überproportional.

Aus eigenen Erfahrung würden einige bei uns (MOGiS) bei Päderasten (Im Sinne “pädophile Täter”) Merkmale einer Psychopathie unterstellen: “Psychopathie bezeichnet eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei sind sie mitunter sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen.http://de.wikipedia.org/wiki/Psychopathie#Definition

Manchmal stellen sich Päderasten in der Öffentlichkeit so dar, als seien sie die einzigen Bewahrer oder Kämpfer für Kinderrechte. Sie behaupten, die sexuellen Handlungen würden von den Kindern gewünscht werden, die Gesellschaft wäre nur zu repressiv um dies wahrzunehmen. Dies ist entweder eine Wahrnehmungsstörung wegen o.a. Soziopathologie, oder eine Rationalisierung, um vor sich selber als “guter Mensch” bestehen zu können, oder einfach schlicht eine Lüge. (siehe auch: /blog/2009/10/08/eine-konversation-mit-paedophilen/)

Typisch hierfür ist die immer wieder behauptete Einvernehmlichkeit der Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen. Hierzu schreibt ein bekennender Pädophiler (kein Täter) folgendes: “Der Begriff von der „einvernehmlichen Sexualität“ zieht sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Pädophilie-Debatten. .. Praktisch bleibt sie aber so gut wie ausgeschlossen, denn es handelt sich um Ausnahmefälle, die von Pädophilen gern als allgemein gültig hingestellt werden. .. Es besteht immer das Risiko, das Kind in seiner gesunden Entwicklung nachhaltig zu schädigen. Dieses Risiko besteht auch dann, wenn der sexuelle Kontakt gewaltlos und ohne erkennbaren Zwang zustande gekommen ist. Diese Aussage gilt in der Fachliteratur heute als gesichert.http://www.schicksal-und-herausforderung.de/einvernehmliche-sexualitaet.html (generell ist dieser Beitrag dringend zum Lesen zu empfehlen)

Aufgrund des asymmetrischen Machtverhältnisses zwischen Kind und Tätern, braucht es starke und kompetente Schützer, die eine klare Richtung vorgeben, die Manipulationsversuche erkennen können und in Wort und Tat Partei für die Kinder ergreifen.

Wichtig ist es Familien und Kinder zu stärken. Ihnen Anlaufstellen zur Beratung und Hilfe anzubieten und diese auch geeignet bekannt zu machen.

Neben Aufklärung wäre es auch wichtig, eine ehrliche Diskussion über sexuellen Missbrauch, die Bedingungen unter denen er gedeiht, die Täter, die Folgen für die Betroffenen und mögliche Hilfen zu führen.

Liebe Piraten, wir würden Euch also bitten, nicht auf die pseudo-libertäre Propaganda der pädophilen Aktivisten hereinzufallen, generell Quellen auf Ihren Ursprung zu prüfen und möchten zum Schluss den Vorschlag ans Herz legen, sich noch stärker offiziell von Päderasten und Ihren Anhängern abzugrenzen.

viele liebe Grüße

Christian Bahls & Gabriele Gawlich Vorstand MOGiS e.V. gegründet als “MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren”

Im Internet sind wir unter http://mogis-verein.de/ zu finden. Anregungen und Fragen sind uns unter piratennewsletter[at] mogis-verein.de herzlichst willkommen :)

PS: Wir führen eine Befragung zu sexuellem Missbrauch und Folgen durch: http://dunkelfeld-befragung.de/, große Teile des Fragebogens wenden sich auch an Nichtbetroffene. Wir möchten also dazu einladen, den Fragebogen auszufüllen und bitten Freunde, Bekannte, Verwandte auf die Existenz dieses Fragebogens aufmerksam zu machen.

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Usprünglicher Arbeitstitel (Anfang letzter Woche) war:

Warum die Piraten aufpassen müssen, nicht auf die Propaganda von Päderasten nach der Senkung/Abschaffung des Schutzalters hereinzufallen.

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