Die polizeiliche Kriminalstatistik 2008 ist da

Deine Stimme Gegen ZensurOder: die PKS 2007 hat vor allem eines betont: Glaube keiner Behörde, die ihre Zahlen selber manipulieren kann!

Eigentlich war es schon länger klar, die PKS 2008 würde eine deutliche Verringerung bei Strafverfahren bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern zeigen. (die PKS 2008 ist irgendwie noch nicht verfügbar .. die Zeitreihen sind aber hier)

Das Jahr 2007 mit seinen großen Ermittlungskomplexen war einfach zu außergewöhnlich im Anstieg der Fallzahlen.

Wir haben es jetzt schwarz auf weiß: Die Anzahl der Ermittlungsverfahren zur Ordnungsnummer 1433 “Besitz und Besitzverschaffung” (von Frau von der Leyen gerne mit Verbreitung verwechselt) hat sich von 8832 Fällen im Jahr 2007 auf 6707 Fälle im Jahr 2008 reduziert.

Die Verbreitung in bandenmäßigen Strukturen (der angebliche kommerzielle Markt?) hat sich im Jahr 2008 wieder auf 123 Fälle reduziert (von 347 im Jahr 2007 und 124 Fällen im Jahr 2006. [1]

Die Summe der beiden Verbreitungsdelikte (1432 & 1434) ist mehr oder weniger konstant bei 2878 (nach 2872 im Jahr 2007 und 2897 im Jahr 2006) [2]

Am erfreulichsten ist folgender Fakt: Trotz erhöhten Ermittlungsdruckes ist die Fallzahl für die Straftat 1316 “schwerer sexueller Kindesmissbrauch zur Herstellung und Verbreitung” im Jahr 2008 auf 81 Fälle gesunken (von 103 im Jahr 2007).

Die Anzahl der Straftaten “schwerer sexueller Missbrauch durch Vollzug des Beischlafs” (Vergewaltigung) ist im Jahr 2008 auf 1089 Fälle gesunken (von 1350 Fällen im Jahr 2007).

Auch gab es im Jahr 2008 keinen dokumentierten Fall “sexueller Kindesmissbrauch mit Todesfolge”. [3]

Ich denke, wir sollten diese Zahlen jetzt dringend kommunizieren. Bitte schreibt einen Blog-Eintrag. Ruft einen Pressevertreter Eures Vertrauens an. Ruft Euren Abgeordneten des Vertrauens an.

viele Grüße

Christian; MOGiS

PS: Man kann diesen Artikel wie immer auch weiterzwitschern:)

[1] (Ein schöner Zacken im Diagram: 124->347->123.. Ein Schelm wer böses dabei denkt.. Naja, die Definition bandenmäßigen Handelns hat ja auch einen gewissen Interpretationsspielraum).

[2] (hat die Polizei da ein Soll? .. )

[3] (in 2007 gab es ja den einen spektakulären Fall mit dem Leipziger, der in Panik erst den Jungen tötete und später sich selbst versuchte umzubringen [Straßenbahn]).

30 Responses to Die polizeiliche Kriminalstatistik 2008 ist da

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  2. Kleine Korrektur: Der Mörder des M. stürzte sich vor eine Straßenbahn und erlitt zwar Frakturen und Quetschungen, aber keine lebensgefährlichen Verletzungen:

    http://www.focus.de/panorama/welt/fall-mitja_aid_132862.html

  3. Man muß es vielleicht nochmal deutlich sagen: Die PKS enthält die Zahl der Tatverdächtigen und hat mit den tatsächlichen Zahlen nur bedingt zu tun; die können höher liegen (Dunkelziffer) oder aber niedriger — es wird immer auch das Anzeigeverhalten miterfaßt.

    So treibt etwa gesteigerte Aufmerksamkeit der Bevölkerung oder eine “Operation Himmel” die Zahlen nach oben. (Christian: es handelte sich um die Zahl der Strafverfahren .. welche auch noch lange keine Verurteilung bedeuten! .. die Zahl der Tatverdächtigen ist übrigens eine eigene Zeitreihe)

  4. Pingback: Kriminalstatistik 2008: Wahrheit vs. Internetsperren | schonleben mittendrin: subjektiv, subversiv!

  5. Das klingt interessant. Ich denke mal, dass aber diese Statistik wahrscheinlich nicht medienwirksam präsentiert werden wird, sondern eher in der Versenkung verschwindet. Wer will schon sinkende Kriminalitätsraten sehen?

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  9. nene. Da les ich lieber weiter die BLÖD und mein Weltbild der pösen Kinderschänder und Terroristen bleibt mir weiterhin erhalten… Sonst muß ich ja noch umdenken.

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  12. Ich kann lakritze nur zustimmen.

    Begeht doch bitte nicht die Ungenauigkeiten Der Anderen(TM): Wenn Ihr schreibt “Die Anzahl der Straftaten [...] hat sich [...] reduziert”, so klingt es so, als ob seltener Kinderpornografie beschafft wurde. Das sagt die Zahl aber nicht aus. Sie sagt “nur”, dass dazu weniger Verfahren von der Staatsanwaltschaft eröffnet wurden.

    Daraus einen Rückschluss darauf zu ziehen, wie sich der Handels mit Kinderpornografie entwickelt, ist fahrlässig. Es ist fahrlässig, wenn es die Befürworter von Internetsperren machen und es ist dumm, wenn es ihnen die Gegner von Internetsperren nachmachen.

    Deswegen: Zurücklehnen und genüsslich darauf hinweisen, dass selbst die von den Internetschliessern fehlgedeuteten Zahlen sich gegen sie wenden. Bleiben wir bei der Wahrheit, wir haben es nicht nötig, sie uns nicht zurechtzubiegen.

    (Christian: Eigentlich spreche auch ich nur von Fallzahlen ..)

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  24. @lakritze: die aufmerksamkeit der öffentlichkeit ist ein weit spreitzbarer begriff. unterhalten wir uns da über das was der öffentlichkeit durch medien, verzehrt – da an quoten interessiert, suggerriert wird beabsichtigt oder unbeabsichtigt ?

    @fargurd: ich denke nicht das die statistik im keller verschwindet, denn dann hätte an ja nichts (werbe/ quoten)wirksames mehr in der hand. weder bei der presse noch beim politischen volksvertreter.

    außerdem denke ich das eine statistik zum diskutierten strafgehalt kaum was aussagen wird. wer sagt uns denn das die gegenseite nicht aufrüstet und sich so halt nur nicht mehr erwischen lässt ? ich meine die sind zwar pervers aber nicht blöd. ähnliche erfahrungen liegen ja vor. wie war das noch mit dem organisierten verbrechen und deren technischer ausrüstung im vergleich der ausrüstung der staatsdiener und schützer ?

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  28. Die PKS enthält die Zahl der Tatverdächtigen und hat mit den tatsächlichen Zahlen nur bedingt zu tun; die können höher liegen (Dunkelziffer) oder aber niedriger — es wird immer auch das Anzeigeverhalten miterfaßt.

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