Internetsperren zu den Akten gelegt

Als Verspätetes Geburtstagsgeschenk (MOGiS ist am 1. April 2011 zwei Jahre alt geworden) und ziemlich genau 2 Jahre nachdem MOGiS die Bühne betreten hat, haben die Fraktionspitzen der Regierungskoalition beschlossen Internetsperren in Deutschland nicht weiter voranzutreiben.

Zu diesem Anlass haben wir folgende Pressemitteilung verschickt:

Der Verein MOGiS e.V., gegründet im April 2009 als “Missbrauchsopfer gegen Internetsperren”, begrüßt die Entscheidung der Fraktionsspitzen der Regierungskoalition die Internetsperren zugunsten des Löschens der Darstellung sexuellen Kindesmissbrauchs im Internet aufzugeben.

Christian Bahls, Vorsitzender und Gründungsmitglied von MOGiS, und als Kind selber sexuell missbraucht,[1] meint dazu: “Ich freue mich, dass endlich auch in der Union erkannt wurde, das Sperren für die Bekämpfung der Verbreitung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs im Internet untauglich sind. Ich bin der FDP Fraktion, und insbesondere Frau Leutheusser-Schnarrenberger, dankbar für Ihren Mut und die Standhaftigkeit, die es gebraucht hat um die Unionsfraktion von der Unsinnigkeit und Gefährlichkeit des Ansatz des Sperrens zu überzeugen.”

Gabriele Gawlich, 2. Vorsitzende von MOGiS fügt hinzu: “Ich bin froh, dass die Politik aufhört sich hinter symbolischen Akten, wie dem Sperren von Webseiten, zu verstecken. Und jetzt versucht das Problem an der Wurzel zu bekämpfen, dort, wo die Webseiten sich befinden. Ohne die Entschuldigung für Nichthandeln[2], die Sperren ja eigentlich sind, kann jetzt der nötige Druck aufgebaut werden um auch die internationale Zusammenarbeit zu verbessern.”

[1] http://www.zeit.de/online/2009/17/netzsperren-missbrauch [2] www.bundestag.de/[...]/Stellungnahme_Underbjerg_deutsch.pdf

#Hintergrund zum MOGiS e.V.

Der MOGiS e.V. wurde im April 2009 im Rahmen der Sperrdiskussion in Deutschland als “MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren” gegründet.

Christian Bahls, ein Gründungsmitglied von MOGiS, wurde als Kind selbst sexuell missbraucht und hat sich im April 2009 als Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs bekannt um sich als direkt Betroffener gegen die Sperren aussprechen zu können.

Nach Ende der Sperrdiskussion in Deutschland hat MOGiS e.V. seine Ziele erweitert und versteht sich inzwischen als “Eine Stimme für Betroffene”.

Mit dem MOGiS e.V. treten Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs für die Belange von Missbrauchsbetroffenen ein. So war zum Beispiel die zweite Vorsitzende Gabriele Gawlich in einer Anhörung von Betroffenen am Runden Tisch gegen Sexuellen Kindesmissbrauch als Expertin geladen.

MOGiS e.V. ist zudem aktiv in der Bundesinitiative der Betroffenen von sexualisierter Gewalt und Missbrauch im Kindesalter welche die Interessen von Opfern sexuellen Kindesmissbrauchs am Runden Tisch “Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich” vertritt.

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4 Responses to Internetsperren zu den Akten gelegt

  1. Besser als Thorsten Kleinz kann man es fast gar nicht ausdrücken: Netzsperren: Drei verpasste Jahre.

  2. Ein großartiger Verein den Sie hier aufgebaut haben. Ich kann Ihnen nur weiterhin viel Erfolg wünschen und werde spenden sobald ich ein Paar Euro übrig habe.

  3. Pingback: Tyskland: Liberal justitieminister avskaffar internetfiltrering « No size fits all

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