Zusammensetzung des Runden Tisches gegen Kindesmissbrauch

von Christian Bahls

MOGiS e.V. wird am 23.4. Runden Tisch zu sexuellem Kindesmissbrauch nicht teilnehmen können. Weder sind wir eingeladen worden, noch wurden wir berücksichtigt nachdem wir darum gebeten haben. Man hat sich bisher leider auch nicht die Mühe gemacht uns ein “Nein” mitzuteilen.

Die Liste der Teilnehmer des Runden Tisches ist seit dem 22.4. im Netz verfügbar. Ich habe sie mal etwas umgeordnet, das spricht dann eigentlich für sich. 1

Diagram Sitzverteilung

Unabhängige Beauftragte

  1. Dr. Christine Bergmann; Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Regierung

  1. Dr. Kristina Schröder, MdB; Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

  2. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, MdB; Bundesministerin der Justiz

  3. Prof. Dr. Annette Schavan, MdB; Bundesministerin für Bildung und Forschung

Bundestag

  1. Siegfried Kauder, MdB; Vorsitzender des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages

  2. Sibylle Laurischk, MdB; Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages

  3. Ulla Burchardt, MdB; Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages

  4. Ingrid Fischbach, MdB; Bundestagsfraktion CDU/CSU

  5. Marlene Rupprecht, MdB; Bundestagsfraktion SPD;

  6. Christian Ahrendt, MdB; Bundestagsfraktion FDP

  7. Diana Golze, MdB; Bundestagsfraktion DIE LINKE

  8. Ekin Deligöz, MdB; Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

  9. Dr. Antje Vollmer, MdB; Runder Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren

Länder, Städte & Gemeinden

  1. Jörg Uwe Hahn, MdL; Hessischer Minister der Justiz, für Integration und Europa

  2. Prof. Dr. Angela Kolb; Ministerin der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt

  3. Dr. Beate Merk, MdL; Bayerische Staatsministerin der Justiz und für Verbraucherschutz

  4. Manuela Schwesig; Vorsitzende der Jugend- und Familienministerkonferenz

  5. Dietrich Wersich; Jugend- und Familienministerkonferenz

  6. Dr. Ludwig Spaenle, MdL; Präsident der Kultusministerkonferenz

  7. Verena Göppert, Städtetag; Bundesvereinigung Kommunale Spitzenverbände

Juristen

  1. Prof. Dr. Michael Coester; Deutscher Familiengerichtstag e.V.

  2. Dr. Gudrun Doering-Striening; Deutscher Anwaltverein e.V.

  3. Christoph Frank; Deutscher Richterbund e.V.

  4. Prof. Dr. Dr. Alexander Ignor; Bundesrechtsanwaltskammer

  5. Prof. Dr. Klaus Tolksdorf; Bundesgerichtshof

Kirchen, Schule und Sport

  1. Bischof Dr. Stephan Ackermann; Deutsche Bischofskonferenz

  2. Prälat Dr. Karl Jüsten; Deutsche Bischofskonferenz

  3. Pater Stefan Dartmann SJ; Deutsche Provinz der Jesuiten

  4. Prälat Dr. Bernhard Felmberg; Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland

  5. Konrad von der Beeke; Verband Katholischer Internate und Tagesinternate e.V.

  6. Michael Büchler; Verband deutscher Privatschulverbände e.V.

  7. Josef Kraus; Deutscher Lehrerverband

  8. Arnd Rutenbeck; Evangelische Internate in Deutschland

  9. Ulrich Thöne; Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

  10. Dr. Thomas Bach; Deutscher Olympischer Sportbund e.V.

Familien

  1. Elisabeth Bußmann; Familienbund der Katholiken e.V.

  2. Barbara König; Zukunftsforum Familie e.V.

  3. Thomas Mörsberger; Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V.

  4. Dr. Albin Nees; Deutscher Familienverband e.V.

  5. Prof. Dr. Franz Resch; Deutsche Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft e.V.

  6. Christel Riemann-Hanewinckel; Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen e.V.

  7. Edith Schwab ; Verband alleinerziehender Mütter und Väter Bundesverband e.V.

Mediziner/Psychologen

  1. Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus Beier; Charité – Universitätsmedizin Berlin Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin

  2. Prof. Dr. Jörg Fegert; Universitätsklinik Ulm – Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie

  3. Dr. Wolfram Hartmann; Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.

  4. Prof. Dr. Frank Häßler; Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V.

  5. Fredi Lang; Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.

  6. Prof. Dr. med. Michael Osterheider; Universität Regensburg am Bezirksklinikum Regensburg

Kinderschutz & Wohlfahrt

  1. Prof. Dr. Wolfgang Feuerhelm; Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V.

  2. Heinz Hilgers; Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.

  3. Monika Weber-Hornig; Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren e.V.

  4. Anne Lütkes; Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

  5. Prof. Dr. Bruno W. Nikles; Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V.

  6. Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg; Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.

Opferhilfen(keine direkten Opfervertretungen)

  1. Dr. Jürgen Witt; Weisser Ring e.V.

  2. Astrid Gutzeit; Arbeitskreis der Opferhilfen in Deutschland e.V.

  3. Eva-Maria Nicolai; Bundesarbeitsgemeinschaft Feministischer Organisationen gegen Sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen e.V.

  4. Dr. Peter Mosser; kibs (Kontakt-, Informations-, Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt), Kinderschutz e.V.

Weitere

  1. Hans-Peter Vogeler; Bundeselternrat

  2. Benjamin Frank Hilbert; Bundesschülerkonferenz

  3. Prof. Dr. phil. Mechthild Wolff; Hochschule Landshut – Fakultät Soziale Arbeit


  1. Es scheint einfacher zu sein mit dem Kabinet einer EU-Kommissarin zu sprechen[^zusatz], als als Opferverband an einem Runden Tisch zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs teilzunehmen. [^zusatz]:Wie ich es letzte Woche in Brüssel getan habe 

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13 Responses to Zusammensetzung des Runden Tisches gegen Kindesmissbrauch

  1. Die “Deutsche Kinderhilfe” kommt bestimmt zu Wort. Das ist Politik.

  2. Wenn ich mir das so anschaue, wird mir auch klar, warum ihr nicht aufgenommen wurdet… Der Punkt wird wohl der sein, dass ihr in dieser Hinsicht als “persönlich involviert” gelten würdet (oder um es anders zu nennen: “persönlich betroffen”)

    Es würde somit also befürchtet, dass Opfer, die sich selbst vertreten, in dieser Hinsicht…hm…wie soll ich sagen….anders bzw unsachlich auf dieses Thema reagieren, da sie eben dadurch persönlich angegriffen werden können. (zB wird ja auch ein Richter aus eben dem selben Grund nicht zugelassen, wenn nachgewiesen wird, dass er parteiisch, also voreingenommen, ist)

    Dass ihr aber nichtmal ein “Nein” bekommt, ist schon etwas hart…normalerweise solltet ihr schon auch erfahren, WARUM ihr nicht angenommen wurdet…

  3. Pingback: Runder Tisch zum Thema “Sexueller Kindesmissbrauch”: Wo waren die Opfer? | MOGiS e.V. -- "Eine Stimme für Betroffene"

  4. Bei diesem Runden Tisch geht es aber nicht darum Gericht über irgendjemanden zu sprechen, sondern auch darum sexuellen Kindesmissbrauch aufzuarbeiten und Leitlinien zur Prävention zu erarbeiten.

    Mit wem, wenn nicht mit Opfern will man denn sexuellen Kindesmissbrauch aufarbeiten? Wer wenn nicht Opfer können Dir aus erster Hand erzählen, was Ihnen geholfen hätte, beziehungsweise hat? Und was sie nun benötigen um besser durchs Leben zu kommen?

    Natürlich braucht es auch Spezialisten, die das ganze sehr rational angehen können. Aber eben nicht fast ausschließlich.

    Ohne die direkte Auseinandersetzung mit Opfern bleibt die Diskussion zu abstrakt. Verliert sich in erweiterten Führungszeugnissen und Anzeigepflichten.

    Wer möchte denn als Opfer schon mit einem Lehrer über Missbrauch reden, wenn er als nächstes gleich mit einem Polizisten reden muss.

    Christian

  5. @admin Aus politischer Sicht geht es offenbar schon darum, “Gericht über irgendjemanden zu sprechen”…zumindest deutet dies darauf hin… Man glaubt offenbar zu wissen, was für Betroffene am besten zu sein hat.

  6. Und wenn man dann noch bedenkt, dass für den Runden Tisch mit seinen ca. 60 TeilnehmerInnen 180 Minuten “geopfert” wurden, wird schon klar, wie erfolgreich er sein wird…

    LG, Elke

  7. Ich kann mich da Christians Ausführung nur anschließen, was haben wir davon, wenn Opfer nur von Menschen vertreten werden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Opfer zu vertreten ohne selber zu wissen wie sich ein Opfer fühlt. Meine Erwarungen an diesen Runden Tisch gehen eigentlich immer weiter nach unten, sofern das noch möglich ist.

  8. Nachdem ich mich als Mißbrauchsopfer per Email an Frau Bergmann gewandt hatte(mit anliegendem Schreiben und Schreiben meines Rechtsanwalts an die betroffene Diözese) bekam ich keine Antwort, weder per Email noch per Briefpost. Nach einiger Zeit bat ich Frau Bermann, mir wenigstens eine Bestätigung zu senden, dass diese meine Schreiben erhalten habe. Auch das war zu viel verlangt! Ich bin tief erschüttert über die Verlogenheit unseres Staates! Alles Gute Euch Allen.

  9. Ich denke nicht, daß jemand es bedauern sollte, weil er zu dieser Veranstaltung NICHT eingeladen war.

    Jeder der Teilnehmer kann rein rechnerisch nicht mehr als 3 Minuten Redezeit gehabt haben. Diese “runden Tische” sind reine symbolische Veranstaltungen, die nur dazu dienen, daß am Abend über sie in den Nachrichten, bzw. am nächsten Tag in den Zeitungen darüber berichtet wird.

    Die wirklich wichtigen Entscheidungen werden in den Ausschüssen und in Brüssel gefällt.

  10. Stephanie Haye-Schulze

    Ich bin jedes mal schockiert, WIE noch immer mit diesem Thema umgegangen wird !

    Und es ist auch immer wieder erschreckend, WIE WENIG für die ihr Leben lang LEIDENDEN getan wird…. und nicht nur deshalb wieder so viele neue Leidende dazu kommen… so geht es nicht mehr weiter !!!

  11. Pingback: Was Betroffene tatsächlich wollen und tatsächlich brauchen | MOGiS e.V. -- "Eine Stimme für Betroffene"

  12. Stephanie Haye-Schulze

    Einen ganz großen Dank an die MUTIGEN in diesem Land, zB. TIL SCHWEIGER und Stephanie zu Guttenberg und die vielen, vielen anderen !!!

    • Stephanie zu Guttenberg und ihr Verein “Innocence in danger” treten aktiv für die Einführung von Internetsperren ein. Genau um diese zu verhindern, wurde unser Verein MOGiS ursprünglich gegründet. Außerdem ist ihr Name mit der (auch von uns) heftig kritisierten Sendung “Tatort Internet” verbunden.

      Til Schweiger hat diese Sendung befürwortet. Seine Forderung, Sexualstraftäter im Internet öffentlich zu machen, wird von uns ebenfalls abgelehnt.

      Warum ausgerechnet diese beiden besonderen Mut für ihre Äußerungen bräuchten, ist mir nicht ersichtlich. Somit bleibt immerhin ein großer Dank an die vielen wirklich Mutigen.

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