MOGiS e.V.

- Eine Stimme für Betroffene

MOGiS e.V. - Eine Stimme für Betroffene; gründet als 'MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren'

Kinderpornographiedefinition der EU

March 30th, 2010 · → 14 Kommentare · Ein Dossier, Internetsperren

von Christian Bahls

Wie Euch vielleicht schon aufgefallen ist, vermeiden wir die Verwendung des Wortes “Kinderpornographie” auf unserer Webseite konsequent.

Dies aus verschiedenen Gründen.

  1. Ist es als Begriff überhaupt erstmals sehr schwammig. Es ist nicht ganz klar, was gemeint ist. Der Begriff wird in verschiedenen Ländern unterschiedlich ausgelegt. Teilweise sind alle Personen unter einem Alter von 18 Jahren Kinder.
  2. Die Dokumentation eines sexuellen Kindesmissbrauchs mit einer Kamera ist keine Pornographie. Denn weder ist das Kind eine Hure (porneia) noch handelt es sich nur um eine Illustration (grapho).
  3. Wie Herr Professor Beier auch auf der FDP-Anhörung zu Internetsperren verdeutlicht hat, muss man auch den Tätern (Konsumenten) klar machen, dass es keine Pornographie ist, die sie da betrachten, sondern die Darstellung eines sexuellen Kindesmissbrauchs.

Da nun der Entwurf der Direktive bekannt geworden ist, ergibt sich jetzt die Gelegenheit sich hier mit der Definition des Begriffs aus Sicht der Europäischen Kommission auseinander zusetzen

Artikel 2
Begriffsbestimmungen
Im Sinne dieser Richtlinie bezeichnet der Ausdruck:
(a) „Kind“ jede Person unter achtzehn Jahren;
(b) „Kinderpornografie
(i) jegliches Material mit Darstellungen eines Kindes, das an realen oder simulierten eindeutig sexuellen Handlungen beteiligt ist, oder
(ii) jegliche Darstellung der Geschlechtsorgane eines Kindes für primär sexuelle Zwecke; oder
(iii) jegliches Material mit Darstellungen einer Person mit kindlichem Erscheinungsbild, die an realen oder simulierten eindeutig sexuellen Handlungen beteiligt ist oder jegliche Darstellung der Geschlechtsorgane einer Person mit kindlichem Erscheinungsbild für primär sexuelle Zwecke; oder
(iv) realistische Darstellung eines Kindes, das an eindeutig sexuellen Handlungen beteiligt ist oder realistische Darstellung der Geschlechtsorgane eines Kindes, unabhängig von der tatsächlichen Anwesenheit des Kindes, für primär sexuelle Zwecke;

Ich bin ehrlich gesagt entsetzt darüber, dass hier die Dokumentation des sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Bild und Ton auf die selbe Stufe gestellt wird wie die Darstellung erwachsener Darsteller mit kindlichem Erscheinungsbild (laut KJM: Zöpfe, Plüschtiere, kindliche Körperschemata [1]).

Ich habe ehrlich gesagt die Befürchtung, dass, mit dieser Art radikalen Haltung und der damit verbundenen Vermischung von thematisch so unterschiedlichen Begriffen, der gesellschaftliche Konsens zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung ernsthaft beschädigt wird.

Eine ähnliche Verschiebungen konnte man bereits letztes Jahr auch in Deutschland beobachten, wo in einer Umfrage der Deutschen Kinderhilfe immerhin 9% für die freie Verfügbarkeit jedweder Inhalte stimmten, wenn sie ansonsten Sperren zustimmen müssten, während in der Umfrage von MOGiS mit der Möglichkeit “Löschen statt Sperren” nur 2% für die freie Verfügbarkeit jedweder Inhalte votierten.

Viele Diskussionen über Jugendanscheinspornographie in diesem und anderen Blogs zeigen eine ähnliche Tendenz. Gerade solche Diskussion wurden und werden dann teilweise gezielt zur Meinungsmache durch pädophile Aktivisten benutzt um ihre Sichtweise zu verbreiten. Sie bekommen dort den Boden der allgemeinen Entrüstung über einen übergriffigen Jugendschutz, auf dem ihre pädophile Propaganda als Saat dann aufgeht.

viele Grüße Christian Bahls

Durch das Klicken auf diesen Link kann man diese Seite Weiterzwitschen

PS: Ehrlich gesagt wundert es mich nun auch nicht mehr, dass es Schwierigkeiten gibt bestimmte Inhalte im Ausland zu löschen, z.B. sahen viele Japanerinnen, die ich in Japan gesehen habe, mit Mitte 20 noch jünger als 18 aus (muss am gesunden Essen liegen, die werden ja auch locker 10 Jahre älter als wir).

[1] www.bundespruefstelle.de, Seite 9 (Zählung des PDF-Autors)

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→ 14 Kommentare bisher ↓

  • Censi-Censa-Censilia! « Twitgeridoo!

    [...] MOGiS: “Kinderpornographiedefinition der EU” [...]

  • Famir

    Danke, das du das schreibst. Ich verstehe jetzt selbst noch besser warum ich das vermischen von

    1. Aufzeichnungen von Vergewaltigungen,
    2. völligen Fantasieprodukten ohne echte Kinder und
    3. Jugendlichen die Sex vor der Kamera haben

    furchtbar finde.

    Ich finde das man zwar gegen alle 3 Dinge sein kann, aber doch wohl aus GANZ unterschiedlichen Gründen.

    Und ich sehe sie auch wirklich: Die Verharmlosung von Kindesmissbrauch und das Futter für die Verteidigung derer, die so ein bisschen Sex mit Kindern (die echten, welche man früher so nannte) völlig in Ordnung finden.

    (Christian: Zumal mit dieser Definition von “Kind” der Begriff “Kindesmissbrauch” seiner eigentlichen Bedeutung entkernt wird. Was m.E. dem Kinderschutz erheblich schaden wird, weil es verharmlost, was da eigentlich geschieht.)

  • A. Friend

    Du suchst nach einer “Quelle” für die “Zöpfe, Plüschtiere etc.”

    http://www.bundespruefstelle.de/bpjm/redaktion/PDF-Anlagen/bpjm-aktuell-kriterien-der-scheinminderj_C3_A4hrigkeit-aus-2-09,property=pdf,bereich=bpjm,sprache=de,rwb=true.pdf

    S.6: Für die Altersbestimmung sollen auch Bekleidung (z.B. Schulmädchenuniform, Zöpfe) oder bestimmte verwendete Accessoires (z. B. Lutscher, Spielzeug) eine Rolle spielen.[29] Darüber hinaus können nach einem Teil der Kommentarliteratur auch Dekorationen (z.B. Kuscheltiere, Bravo-Poster) und der Aufnahmeort/Drehort (z. B. Kinderzimmer, Spielplatz) eine Rolle bei der Bewertung spielen.[30]

    angegebene Quellen:

    [29] Vgl. Günter/Köhler, tv-diskurs 1/2006, S. 74, 77. [30] So wohl Erdemir in: Spindler/Schuster, Recht der elektronischen Medien, 2008, §4 JMStV Rn. 28 f.; siehe auch Günter/Köhler, tv-diskurs 1/2006, S. 74, 77; krit. Liesching JMS-Report 5/2008, S. 2, 3 f.

    für in [30] genannte “Liesching JMS-Report 5/2008″: http://technolex-anwaelte.de/user_data/JMS-Report%205-08%20Liesching.pdf

    hoffe das hilft weiter.

    (Christian: Danke, sehr!)

  • A. Friends

    (Christian: Danke sehr!)

    hey, dafür nicht.

    Ich hab mal aufgeschrieben, was ich so gemacht habe:

    —snip— Dokumentenrecherche im www:

    Weil das große Thema “Medienkompetenz” durchs Dorf getrieben wird, hier ein kleiner Beitrag:

    Die Basis war ein Blogeintrag von Christian Bahls:

    http://mogis-verein.de/2010/03/30/kinderpornographiedefinition-der-eu/

    in dem er nach einer Quelle suchte:

    —snip— Ich bin ehrlich gesagt entsetzt darüber, dass hier die Dokumentation des sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Bild und Ton auf die selbe Stufe gestellt wird wie die Darstellung erwachsener Darsteller mit kindlichem Erscheinungsbild (laut KJM: Zöpfe, Plüschtiere, kindliche Körperschemata, [benötige quelle]). —snap—

    Also werfen wir erstmal google an und suchen nach “KJM Zöpfe Plüschtiere kindliche Körperschemata”

    http://www.google.de/search?hl=de&q=KJM+Z%C3%B6pfe+Pl%C3%BCschtiere+kindliche+K%C3%B6rperschemata&meta=lr%3Dlang_de

    shit, kommt nur Christians Blogeintrag :-(

    lassen wir die “kindliche Körperschemata” mal weg

    http://www.google.de/search?hl=de&q=KJM+Z%C3%B6pfe+Pl%C3%BCschtiere+&btnG=Suche&meta=lr%3Dlang_de

    Immerhin kommen jetzt schon 5 Ergebnisse! Das erste ist immer noch Christians Blogeintrag, aber das 2. Ergebnis sieht schon mal gut aus (da sieht man sogar ‘ne URL im Vorschautext ;)

    Schauen wir uns mal das .pdf an

    http://www.bundespruefstelle.de/bpjm/redaktion/PDF-Anlagen/bpjm-aktuell-kriterien-der-scheinminderj_C3_A4hrigkeit-aus-2-09,property=pdf,bereich=bpjm,sprache=de,rwb=true.pdf

    Ist mir gerade zu lang. Also suchen wir die URL im Vorschautext:

    http://www.kjm-online.de/public/kjm/downloads/JuSchRiL2005_180705.pdf

    schade – Not Found on this server :-(

    gibt es da überhaupt noch bei “kjm-online.de”?

    die Webpräsens der KJM hat oben rechts ein Suchformular. Da geben wir den Dateinamen “JuSchRiL2005_180705.pdf” ein und erhalten

    genau Null Ergebnisse für unsere Suche.

    Auch bei google nix, außer die Sackgassen-URL zur KJM

    OK, ab zu “archive.org” und die wayback machine befragen:

    http://web.archive.org/web/*/http://www.kjm-online.de

    Yepp, immerhin gibts Ergebnisse von 2004 bis 2008. Dann hat die KJM wohl den Crawler von archive.org mit Hilfe der robots.txt rausgeschmissen. Da das Dokument, das wir suchen aber von 2005 ist, sollte uns das nicht weiter stören ;)

    Wir machen uns jetzt einfach mal eine gespeicherte Version, sagen wir von Anfang 2006, auf:

    http://web.archive.org/web/20060115050503/www.kjm-online.de/public/kjm/

    und ergänzen die URL nach hinten durch die Original-URL des Dokuments

    http://web.archive.org/web/20060115050503/www.kjm-online.de/public/kjm/downloads/JuSchRiL2005_180705.pdf

    Und siehe da – ich werde gefragt, ob ich das Dokument öffnen – oder aber auf der festplatte speichern möchte ;)

    Das Netz vergisst nichts! – oder nicht alles.

    Dort steht aber nichts von “Zöpfen oder Plüschtieren”

    Schade, umsonst gegraben. Zurück zur Bundesprüfstelle:

    http://www.bundespruefstelle.de/bpjm/redaktion/PDF-Anlagen/bpjm-aktuell-kriterien-der-scheinminderj_C3_A4hrigkeit-aus-2-09,property=pdf,bereich=bpjm,sprache=de,rwb=true.pdf

    lesen! ….

    Aha, Seite 9:

    —snip— Für die Altersbestimmung sollen auch Bekleidung (z.B. Schulmädchenuniform, Zöpfe) oder bestimmte verwendete Accessoires (z. B. Lutscher, Spielzeug) eine Rolle spielen.29 Da- rüber hinaus können nach einem Teil der Kommentarliteratur auch Dekorationen (z.B. Ku- scheltiere, Bravo-Poster) und der Aufnahmeort/Drehort (z. B. Kinderzimmer, Spielplatz) eine Rolle bei der Bewertung spielen.30 —snap—

    die Quellen stehen auch unten auf der Seite

    —snip— 29 Vgl. Günter/Köhler, tv-diskurs 1/2006, S. 74, 77. 30 So wohl Erdemir in: Spindler/Schuster, Recht der elektronischen Medien, 2008, §4 JMStV Rn. 28 f.; siehe auch Günter/Köhler, tv-diskurs 1/2006, S. 74, 77; krit. Liesching JMS-Report 5/2008, S. 2, 3 f. —snap—

    Nochmal googeln: “Günter/Köhler, tv-diskurs 1/2006″

    http://www.google.de/search?hl=de&q=G%C3%BCnter%2FK%C3%B6hler%2C+tv-diskurs+1%2F2006&meta=lr%3Dlang_de

    hey, da ist als 4. Ergebnis “netzpolitik.org” dabei. Die recherchieren normalerweise sehr gut und geben – anders als die Holzmedien – auch gerne ihre Quellen an. Schau’ mer mal:

    http://www.netzpolitik.org/2009/der-staat-die-zensur-und-der-muell-effektive-alternativen-zum-obrigkeitsstaatlichen-internet-schutz/

    äh, ja, da isses ja schon (unten in den Quellenangaben):

    http://www.jugendschutz.net/pdf/tv-diskurs_0106.pdf

    erstmal abspeichern ;)

    weiter googlen: “Liesching JMS-Report 5/2008″

    http://www.google.de/search?hl=de&q=Liesching+JMS-Report+5%2F2008&meta=lr%3Dlang_de

    Volltreffer:

    http://technolex-anwaelte.de/user_data/JMS-Report%205-08%20Liesching.pdf

    So, jetzt haben wir genug zu lesen. —snap—

    Bis neulich.

  • Tamte Jay

    Es gibt in den Lawbloglinks ein schöne PDF zu einer Studie zu Jugend und Pornografie.

    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/03/29/links-500/

    lesenswert.

  • Bernd Paysan

    Da mit den Zöpfen muss ich immer lachen – die einzige Frau mit Zöpfen, die ich persönlich kenne, ist inzwischen über 70. Immerhin kann ich ziemlich sicher sein, dass sie keinen Pornodreh machen wird ;-).

    Was hier mit der Scheinjugendpornographie abläuft, ist ganz klar Diskriminierung wegen sexueller Vorlieben. Wäre Homophobie die gerade angesagte Sexualphobie, dann würden wir eben Männer in bunten Kleidern verbieten… (ok, die von der katholischen Kirche dürfen sie von mir aus verbieten – da trifft’s schon die richtigen ;-). Leute: Sexuelle Vorlieben gehören zu den Dingen, die dem Diskriminierungsverbot unterliegen. Das ist völlig unabhängig davon, dass man natürlich keine Kinder (oder irgendwen sonst, völlig unabhängig von den sexuellen Vorlieben) vergewaltigen darf – wer seine sexuelle Vorlieben einvernehmlich ausleben kann, soll das tun. Ob man Plüschtiere und Zöpfe oder Lackstiefel und Peitsche als Fetisch braucht, ist doch völlig egal.

  • Caroline Kaiser

    “Im Sinne dieser Richtlinie bezeichnet der Ausdruck: (a) „Kind“ jede Person unter achtzehn Jahren;”

    Eben dies kritisieren wir ja seit Jahr und Tag. 17jährige sind keine “Kinder”. Früher war man mit 16 in den NL/BEL volljährig und mit 15 in DK bereits vollmündig.

    “Kindliches Erscheinungsbild” ist nun absolut lächerlich. Wer beurteilt dies denn ? Damit versucht man europaweit die “Scheinminderjährigkeitsjugendpornographie” zu etablieren. ( Heute ist zwar der 1.April, aber mein Beitrag ist durchaus ernst gemeint, bei den EU Richtlinien habe ich da so meine berechtigten Zweifel )

  • đª]V[ªX » Herzlichen Glückwunsch MOGiS

    [...] im Kampf gegen die Verfügbarkeit von Darstellungen des Kindesmissbrauch im Internet ein. Er vermeidet dabei ganz bewusst das Wort "Kinderpornographie", weil dieses Wort in die Irre führt. Bilder und Videos von [...]

  • Kissaki Blog

    [...] Kinderpornographiedefinition der EU über die fälschliche Verwendung des Begriffs “Kinderpornographie” und die daraus resultierenden Nachteile [...]

  • Anonym

    Diese Leute sind dabei eine totale Diktatur zu schaffen. Dass sie den Missbrauch missbrauchen ist dabei nichts neues. Es ist volle Absicht alles in einen Topf zu werfen. Chaos stiften und Finsternis sind ihre Markenzeichen. Lügen, betrügen und intrigen spinnen sind weitere Merkmale. Wer oder was genau, sind diese Leute die sich uns als Politiker oder Beamte präsentieren ? SATANISTEN! Ein Prof. Dr. Kurst Starke schreibt in seiner Expertise über diese Leute folgendes, es ist ein: “Münchhausen-by-proxy-Syndrom” und fügt hinzu: “Der Brandstifter löscht besonders emsig den Brand.” Wenn die Bevölkerung wüsste wieviele Satanisten in den Chefetagen beim BKA und anderen Behörden sitzen, dann würden sie alles verstehen. Sie klären keine derartigen Verbrechen auf, sondern vertuschen sie. Sieh den Fall Doutroux! Da war was alles mit im Boot… Politiker, Juristen, Polizisten, Industrielle usw. das ist alles organisiert! Auf Wikileaks gab es mal einen Beitrag von einem Insider der Szene “einblicke_in_die_kinderpornoszene” doch warum auch immer bzw. klar warum… findet man diesen Artikel nicht mehr! Nirgendwo! Wird es da nicht allzu offensichtlich dass sich diese verfluchten Satanisten auf diese Weise schützen wollen, in dem man einfach keine Informationen zum Thema bekommt! Hab sogar gelesen dass gegen jemand ermittelt wurde der nur auf diesen Artikel mit einem link hinwies. Echt lustig! Es wird gegen die Menschen und Journalisten vorgegangen aber nicht gegen die Täter, da sie sonst gegen sich selbst ermitteln müssten. Lest mal was der Ex Richter Fahsel über seine Kollegen schreib.

  • Parse

    @Anonym: Ich denke, soweit muss man nicht gehen. Es geht hier nicht um Verschwörungen. Es ist m.M. eher Unwissenheit, Aktionismus, ein Teil Hysterie. Ich hab schon mit einer Menge Leute in der Politik gesprochen, viele von ihnen meinen es ganz ehrlich. Sie wissen nur zu wenig und greifen nach dem ersten Mittel, was ihnen irgendwie logisch erscheint. Wenn es überhaupt Verschwörungen gibt (ich glaube nicht daran), dann die des Geldes.

  • Queerdenker

    Wie stellen die sich denn das mit dem Verbot von Darstellungen vor, auf denen Personen zu sehen sind, die aussehen, als könnten sie evtl. noch unter 18 sein? Das würde ja bedeuten, dass Personen, die nun mal das Pech haben, obwohl sie volljährig sind, noch minderjährig auszusehen, keine privaten Pornos drehen oder Fotos von Sexualakten machen könnten, weil jeder, der so etwas besitzt, sich sofort des Besitzes von Kinderpornographie strafbar machen würde. Das kann es ja auch nicht sein.

    Andererseits sehe ich aber auch die Problematik – bei Bildern und Amateur-Filmchen, die irgendwann mal ins Netz gestellt worden sind, weil derjenige, der sie als erster hochgeladen hat, behauptet hat, er sei im Besitz der Rechte, und alle abgebildeten Personen seien über 18 Jahre alt. Ob sie das dann tatsächlich sind, kann kein Mensch mehr nachvollziehen – man muss es ja nur mal auf einer privaten Porntube-Seite angegeben haben – geglaubt wird das da eh immer, solange es nicht ganz offensichtlich nicht stimmen kann.

    So kommt es dann auch, dass man, wenn man auf Google nach Pornos sucht, schon auf der ersten Seite zahlreiche Bildertreffer angezeigt bekommt, bei denen man kaum glauben mag, dass einige der dargestellten Personen (die laut der Erklärung des Seitenbetreibers natürlich per definitionem alle voljährig sind) tatsächlich schon das 18. Lebensjahr vollendet haben. Manche Bilder sind wirklich schockierend, denn die angeblich volljährigen Personen darauf sehen aus, als stünden sie gerade am Beginn ihrer Pubertät. Ich persönlich habe ernste Zweifel daran, ob man nicht bei der normalen Suche nach Pornographie schon zwangsläufig auf illegale Inhalte stößt, von denen nur nicht mehr nachvollzogen werden kann, dass sie illegal sind. Dann stellt sich natürlich die Frage, wie man Kinder und Jugendliche davor schützen kann, dass solche Bilder von ihnen im Netz verbreitet werden. Es kann ja auch nicht sein, dass jede Seite durch einen einfachen Disclaimer erklären kann, dass alle abgebildeten Personen nun per definitionem volljährig sind, obwohl das tatsächlich kaum mehr nachzuvollziehen ist – weil die Personen, die diese Angaben ursprünglich mal gemacht haben, niemals kontrolliert worden sind.

    Ich persönlich finde die Internetsperren und die erweiterte KiPo-Definition auch keine gute Lösung, da sie viel zu weit greifen und die demokratischen Grundrechte erwachsener Personen auf bildliche Selbstdarstellung einschränken. Außerdem bieten sie Missbrauchsmöglichkeiten, die tatsächliche Zensur begünstigen können. Aber ich frage mich auch, welche alternativen Möglichkeiten es gäbe, um zu verhindern, dass auf normalen Pornoseiten immer wieder Bilder auftauchen, bei denen kein Mensch mehr glauben kann, dass die dargestellten Personen – und seien sie noch so “unterentwickelt” – volljährig sein sollen.

    Hinzu kommt, dass sich Inhalte, die in anderen Ländern aufgrund abweichender KiPo-Definitionen möglicherweise gar nicht illegal sind (z.B. “Manga-Kinderpornos”), nur schwer aus dem Netz entfernen lassen. Wenn deren Besitz aber in Deutschland nun mal strafbar ist und die Bilder schon alleine durch das Betrachten im Cache des Browsers gespeichert werden – wie soll man dann ernsthaft die Leute strafrechtlich verfolgen, die solche Bilder beim Surfen auf normalen (internationalen) Pornoseiten gefunden haben? Löschen kann man sie auch nicht, weil man dadurch die Souveränität der Gesetzgebung anderer Staaten untergraben würde. Wie also sähe Eurer Ansicht nach eine Alternative aus, mit der man den Rechten aller Betroffener (z.B. auch minderjähriger Darsteller, deren Amateur-Videos von Dritten mit falschen Altersangaben im Netz verbreitet werden) gerecht würde?

    Der nächste Punkt wäre dann die Frage, wie man Kinder und Jugendliche wirksam vor der Konfrontation mit normaler Pornographie schützen kann. Da gibt es ja auch Studien, die belegen, dass der Großteil aller 12-Jährigen heute schon Hardcore-Pornos (oder entsprechende Bilder) gesehen hat, ohne selbst danach gesucht zu haben. Das stellt auch eine Form sexueller Gewalt dar, bei der die gesamte Gesellschaft tatenlos zuschaut – man ist ja heute ach so liberal. Kinder, die niemals im eigentlichen Sinne missbraucht worden sind, aber ständig sexualisierte Medieninhalte konsumiert haben, zeigen ja zum Teil schon dieselben Verhaltensauffälligkeiten wie Kinder, die sexuelle Übergriffe erlebt haben. Darüber wird auch kaum gesprochen – obwohl es eine Form der sexuellen Gewalt ist, die für die meisten Kinder, die heute aufwachsen, schon Normalität ist. Bei unserer ach so freiheitlichen Einstellung zur Sexualität wird dieses Problem auch gerne totgeschwiegen – denn wer heute als Kind aufwächst, wird permanent – ob nun im Internet, im Fernsehen oder von anderen Jugendlichen ausgehend – mit einer derartigen Vielzahl von sexuellen Reizen zugedonnert, dass das in vielen Fällen bereits die ungestörte psychosexuelle Entwicklung gefährdet und tatsächlich Ausmaße annehmen kann, die mit “leichteren” Formen “tatsächlichen” sexuellen Missbrauchs durchaus vergleichbar sein können. Aber wir wollen ja alle nur nicht spießig sein und bestätigen uns täglich gegenseitig in unserem vermeintlichen Liberalismus, der uns in Wahrheit oft genug Scheuklappen auferlegt, die uns daran hindern, das, was ist, wirklich zu sehen. Aber wie könnte man auch diesem Problem begegnen, ohne Zensur zu betreiben?

  • Ein kleiner Weckruf | MOGiS e.V. -- "Eine Stimme für Betroffene"

    [...] muss uns aber klar sein, mit dem Entwurf der Malmström-Direktive in den Händen der Berichterstatterin Angelilli und einem [...]

  • Gast

    Was ist eigentlich Eure Ansicht zu diesen Junior-Idol-Sachen, die aus dem Osten in Masse übers Netz hereinschwappen?

    (Falls jmd. damit nichts anfangen kann – JI sind in Japan produzierte legale Filme, bei denen kleine bis Kleinst-kinder in sehr knapper Bekleidung, Bikinis oder Unterwäsche in suggestiven Posen gefilmt werden – Alibi: Bewunderung, aber letztendlich doch nur Stoff zum Schleudern). Missbrauch? Denn viele Leute scheinen davon nur in physischer Form denken zu können, und hier verschwimmt die Grenze immer mehr.

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